Zweite Niederlage in Folge für die NSU

Fussball  Nach einer indiskutablen Leistung in der zweiten Halbzeit verliert Oberligist Neckarsulmer Sport-Union sein Heimspiel gegen den TSV Ilshofen 0:3. Für die Hohenloher war es der erste Sieg auf dem Pichterich.

Die Fans des TSV Ilshofen unter den knapp 300 Zuschauern feierten bei sommerlichen Temperaturen schon Minuten vor dem Abpfiff den Sieg ihrer Mannschaft und sangen "so sehen Sieger aus". Auf die 0:1-Niederlage aus der Vorwoche in Oberachern folgte am Samstag mit 0:3 die zweite Niederlage des Oberligisten Neckarsulmer Sport-Union in Folge. Nach einer in der zweiten Halbzeit enttäuschenden Leistung schlichen die Spieler der NSU völlig gefrustet vom Platz.

Treffer zum 0:1 durch Benjamin Kurz, der TW Marcel Susser keine Chance lässt.

"Im Prinzip haben die uns in der zweiten Halbzeit phasenweise hergespielt", war es für Thorsten Damm ein "absolut verdienter Sieg" für den TSV Ilshofen. Der Nachfolger von Sportdirektor Marco Merz fand die ein oder andere Parallele zur vorangegangenen Niederlage. "Ärgerlich ist wie das 0:1 fällt. Wie in Oberachern sind wir in einen Konter gelaufen." Und gerade das sollte eigentlich vermieden werden. 
"Ich denke bis zum 0:1 war das in Ordnung. Wir haben die ein oder andere Chance gehabt, spielten dann aber dem Gegner voll in die Karten", analysierte NSU-Kapitän Marc Schneckenberger. "Die zweite Halbzeit war dann einfach nur Scheiße."

Neckarsulm drängt Ilshofen in die eigene Hälfte zurück

Neckarsulm begann forsch, drängte den Gast aus Hohenlohe in der Anfangsphase an den eigenen Strafraum zurück. Den ersten Torschuss von Pascal Pander faustete TSV-Keeper Jonas Wieszt zur Ecke (9. Minute). Nach der anschließenden Ecke durch Maxi Gebert war es erneut Pander, der Wieszt prüfte. Nach einer viertel Stunde fand dann auch der TSV Ilshofen ins Spiel, was in der 19. Minute zum ersten Ballkontakt von NSU-Schlussmann Marcel Susser bei einem harmlosen Freistoß von Lukas Lindner führte. Im weiteren Verlauf kamen Gebert (20. Kopfball), Pander (32. Pander mit Kopfball aus sechs Metern) und Steven Neupert (42. Freistoß) für die Gastgeber aussichtsreich zum Abschluss. Für Ilshofen waren zwei harmlose Schussversuche zu notieren.

Die 45. Minute brachte dann die überraschende Führung für die Gäste. Ein Konter aus dem Nichts, bei dem die NSU-Defensive nicht im Bilde war, schloss Benjamin Kurz frei vor Susser zum 0:1 ab. Ein Schock für die Sport-Union vor dem Gang in die Halbzeitpause. Deutlich mehr Ballbesitz für die Platzherren, doch in Führung lag der TSV.

NSU kassiert nach 52 Minuten das 0:2

Zu Beginn des zweiten Durchgangs brachte NSU-Trainer Marcel Busch mit Serhat Ayvaz für Mert Öztürk eine zweite Sturmspitze. Für den ersten Aha-Effekt sorgte Steven Neupert mit einem Schuss aus 32 Metern, der knapp am linken Pfosten vorbeizischte. Doch waren es jetzt die Ilshofener, die mehr vom Spiel hatten. Die Folge: das 0:2 in der 52. Minute. Nach einer weiten Diagonalflanke war es Dominik Pfeiffer, der erfolgreich abschloss. Busch wechselte daraufhin mit Shpejtim Islamaj und Nico Charrier weitere Offensivkräfte ein. Der Erfolg blieb aber aus, im Gegenteil in der 64. Minute zog Daniel Schelhorn aus 25 Metern ab und traf zum alles entscheidenden 0:3. Ilshofen spielte die restliche Zeit clever herunter, von Neckarsulm war nur noch wenig zu sehen.
Ilshofens Trainer  Michael Hoskins lobt seine Mannschaft

Frustration nach Spielende bei v.l. Tobias Fausel, TW Marcel Susser und Riccardo Stadler.

"Was mich brutal freut, ist, dass wir in Ballbesitz geduldig gespielt haben", lobte Ilshofens Trainer Michael Hoskins sein Team. "Entscheidend war nicht das 3:0, sondern dass wir dominant weitergespielt haben." Kurz vor und kurz nach der Pause, die wichtigen Tore fielen zum richtigen Zeitpunkt. "Danach war es für Neckarsulm bei diesen Temperaturen ganz schwer", sagte Hoskins. Von einem "sehr großen Frust" sprach NSU-Trainer Marcel Busch. "Unser Auftreten gegen Ende der ersten und in der zweiten Halbzeit war enttäuschend. Das 0:1 war ein Geschenk." Etwas nachdenklich schloss der Trainer: "Wir müssen uns hinterfragen und mehr arbeiten. Jeder muss bei sich anfangen, um da wieder herauszukommen."    
 
Neckarsulmer Sport-Union: Susser, Klotz (54. Islamaj), Öztürk (46. Ayvaz), Gotovac, Romano, Fausel, S. Neupert, Schneckenberger, Pander (59. Charrier), Gebert, Albert (87. Albert).

Tore: 0:1 (45.) Kurz, 0:2 (52.) Pfeiffer, 0:3 (64.) Schellhorn.

Schiedrichter: Alexander Rösch (Bad Wurzach). Zuschauer: 300


Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

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