VfL Obereisesheim steigt in Kreisliga A2 auf

B2-Vizemeister VfL Obereisesheim bezwingt in der Relegation den Friedrichshaller SV II mit 4:1 und steigt in die Kreisliga A2 auf. Für den FSV ist der Absteig besonders bitter.

Von Alexander Bertok

Erfahrung und Cleverness siegen über Jugendstil

Geschafft: Erstmals seit der Saison 2012/2013 spielt der VfL Obereisesheim wieder in der Kreisliga A2.

Foto: Alexander Bertok

Obereisesheim durfte doch noch jubeln. Nach Platz drei in der Saison 2017/2018 wurde der VfL in der abgelaufenen Runde auf dem Weg zur angestrebten Meisterschaft vom VfR Heilbronn ausgebremst. Über die Umleitung Relegation feierten die Obereisesheimer am Mittwochabend nun dennoch den Aufstieg. Auf dem Sportplatz in Oedheim wurde der A2-Vorletzte Friedrichshaller SV II vor mehr als 500 Zuschauern mit 4:1 besiegt.

"Es war kein hochverdienter, aber ein verdienter Sieg", freute sich VfL-Trainer Georgios Chatzopoulos, nachdem er seinen Trainerpartner Patrick Kahlhofer siegestrunken umarmt hatte. Fassungslos war dagegen FSV-Abteilungsleiter Sinan Külüslü. "Die zweite Halbzeit, das war von uns gar nichts. Mir fehlen die Worte." Külüslü gratulierte dem VfL Obereisesheim anerkennend, bei dem er einst im Bambini-Alter mit dem Fußballspielen angefangen hatte.

Es war das Spiel Jugend gegen Erfahrung

Es war ein Spiel Jugend gegen Erfahrung. Während beim FSV acht A-Junioren im Aufgebot standen, fünf davon in der Startelf, trat Obereisesheim mit sechs Akteuren jenseits der 30 an. "Letztlich war es eine geschlossene Mannschaftsleistung", lobte Chatzopoulos sein Team, in dem die Alten die Jungen führten.

Der erste Höhepunkt des Spiels bescherte Friedrichshall die Führung. Jan Franz erkämpfte sich im Strafraum einen verlorenen Ball zurück und schloss zum 1:0 ab (13. Minute). Wenig später nutzte auch der VfL seine erste Möglichkeit. Nach einem Eckball stand Kyoma Frey am langen Pfosten goldrichtig und traf per Kopf zum 1:1 (18.).

Pech hatten die Obereisesheimer nach 25 Minuten, der 40-fache Saisontorschütze Avraam Dimitriadis hatte sich ohne Fremdeinwirkung verletzt und musste ausgewechselt werden.

Der Treffer von Marc Werner zählt nicht

Franz köpfte nach einer Ecke knapp am VfL-Gestänge vorbei (30.) und auf der anderen Seite wurde Danar Taufik clever freigespielt, scheiterte jedoch an FSV-Keeper Serkan Simsek. Marc Werner - mit 22 Jahren der jüngste Obereisesheimer - traf in der 45. Minute ins Tor, doch der souverän leitende Unparteiische Nico Dolpp entschied auf Abseits (45.).

In der zweiten Halbzeit war von den jungen Wilden des FSV nicht mehr viel zu sehen. Pech hatten die Obereisesheimer in der 54. und 61. Minute. Erst traf Frey nur den Pfosten und dann verfehlte Ercument Sapmaz aus spitzem Winkel das leere Gehäuse. Zwei Zeigerumdrehungen später scheiterte Frey gleich zwei Mal.

Ein Traumpass von Taufik leitete in der 69. Minute die verdiente Führung für Obereisesheim ein. Werner schloss stark zum 2:1 ab. Der FSV kam nur zu einer aussichtsreichen Chance, in der 80. Minute durch Laurend Mazrekaj, der in Keeper Martin Frei aber seinen Meister fand.

Ein Schuss aus 40 Metern besiegelt das Schicksal des FSV

Für die Entscheidung zum 3:1 sorgte Ishan Tütmez. Nach einem Foul im Strafraum an Sapmaz verwandelte der 37-Jährige den fälligen Strafstoß in der 87. Minute sicher. In der Nachspielzeit legte Max Wondra das 4:1 nach, mit einem Schuss aus 40 Metern über den zu weit vor seinem Tor stehenden FSV-Keeper.

"Wir haben in der zweiten Halbzeit auf eine etwas defensivere Variante umgestellt, so kamen unsere schnellen Spitzen besser zum Zug", erzählte Chatzopoulos. Auf diese Taktik mit einem verstärkten Mittelfeld hatte der Friedrichshaller SV keine Antwort parat.


VfL Obereisesheim: Frei, Fitzner, Topalis, Altindag, Öszoy, Altun (38. Ernst), Taufik (72. Kahlhofer), Frey (59. Wondra), Sapmaz, Tütmez, Dimitriadis (25. Werner).

Friedrichshaller SV II: Simsek, Kessler, Obenland (72. Grimmoni), da Silveira (75. De Luca), Cicek, Kunabalasingam, Knabe, Öler, Franz (59. Mazrekaj), Strack, Ehmann (64. Voss).

Tore: 1:0 (13.) Franz, 1:1 (18.) Frey, 1:2 (69.) Werner, 1:3 (87. Foulelfmeter) Tütmez, 1:4 (90. +2) Wondrak. Schiedsrichter: Nico Dolpp. Zuschauer: 500.


Bitterer Abstieg

Für Friedrichshall ist es bitter. Zwei Wochen zuvor hatte die FSV-Zweite den Klassenerhalt noch sicher, doch dann rutschte das Team nach einem Urteil des Sportgerichts und dem Abzug von vier Punkten - der FSV hatte in zwei Partien einen nicht spielberechtigten Akteur eingesetzt - zum Saisonfinale auf den vorletzten Platz ab. Jetzt folgt der Abstieg in die B-Liga. Einige Stammspieler fehlten im Relegationsspiel urlaubsbedingt. "Wir haben seit Wochen für die A-Liga geplant", sagte Abteilungsleiter Sinan Külüslü. "Jetzt ist die Angst da, dass alles zusammenbricht. Wir werden nun alles dafür tun, wieder eine schlagkräftige Truppe auf die Beine zu stellen."


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