Verspätetes Künzelsauer Happy End

Fußball  Der FVK schafft über die Relegation den A1-Klassenerhalt und jubelt über einen 6:1-Sieg gegen den B2-Vizemeister TSV Schwabbach.

Von Marc Schmerbeck

Verspätetes Künzelsauer Happy End

Der Schwabbacher Torhüter Steffen Banzhaf pariert diesen Schuss von Arthur Reizer. Der Abpraller führt dann aber zum 6:1 für den FV Künzelsau. Die Mannschaft konnte überzeugen.

Foto: Marc Schmerbeck

Die Erleichterung der Verantwortlichen des FV Künzelsau über den Klassenerhalt war gestern groß. Größer sicherlich noch als die Freude über den klaren 6:1-Sieg im Relegationsspiel in Untersteinbach gegen den B2-Vizemeister TSV Schwabbach. Der A1-Ligist musste Nachsitzen, tat dies aber gerne.

"Unser Minimalziel für die Rückrunde war die Relegation", sagte Trainer Stefan Koch. "Ich muss der Mannschaft ein Kompliment machen. Sie hat gut mitgezogen." Der Coach selbst übernahm erst in der Winterpause. "Die Mannschaft hat gezeigt, was sie leisten kann. Daran muss sie sich jetzt aber auch messen lassen."

29 Punkte reichten für die Relegation

Nach der Vorrunde hatten die Künzelsauer fünf Punkte auf dem Konto. Am Ende der Saison waren es 29. Das reichte für die Relegation. Wegen einem Punkt wurde der direkte Klassenerhalt verpasst.

Also mussten Überstunden gemacht werden. Und dort wurde mit dem TSV Michelbach/Bilz (B1) die erste Hürde schon vergangenen Samstag genommen. "Jetzt ist alles gut", sagte der spielende Co-Trainer Jan Conrad. "Wir sind mehr als zufrieden", meinte Koch. "Jetzt noch ein bisschen Feiern, dann Stadtfest, Urlaub und Vorbereitung."

B-LIgist leistet sich zu viele Fehler

Schwabbach spielte wie zum Ende der Saison auch. Der B-Ligist versteckte sich nicht, rannte aber ins Verderben, weil er sich zu viele Fehler erlaubte. "Schade, dass wir in so einem wichtigen Spiel eine der schlechtesten Saisonleistungen zeigen", sagte Trainer Wolfgang Dähnel. Denn es gab dadurch Räume für die schnellen Künzelsauer Offensivspieler.

So stand es schon nach sieben Minuten 1:0. Daniel Scharmann war der Torschütze. Allerdings war der FV über die gesamte Zeit anfällig in der Defensive. Das Abwehrverhalten war insgesamt zu lässig. So kam Axel Kielmayer (15.) am Fünfmeterraum zum Abschluss. Er war nach dem Künzelsauer Missverständnis aber etwas überrascht und zielte zu hoch. So ging eben Künzelsau in der 24. Minute mit 2:0 in Führung. Schwabbach konnte nicht richtig klären und Anton Becker schloss überlegt ab. Dann ließ wieder Kielmayer (31.) die Chance zum Anschlusstreffer liegen, als er nach einer Ecke frei zum Kopfball kam - wieder zu hoch.

Bereits nach 37 Minuten steht es 4:0

Eine Minute später ließen dann die Künzelsauer Treffer Nummer drei folgen. Sie fingen einen langen Ball ab, der Pass kam genau in die Spitze und Ioannis Anagnostou schloss ab. Das 4:0 von Njie Gibbi (37.) war dann die Vorentscheidung. Schwabbach schien deutlich unter Wert geschlagen zu werden. Den Anschlusstreffer durch Kielmayer (41.) hatten sie sich aber redlich verdient. Wäre ihm in der 43. Minute der Heber gegen Joshua Süßmann gelungen, hätte es nochmal spannend werden können.

Doch der TSV machte aus seinen Chancen einfach zu wenig. Anders der FVK, der kurz nach dem Seitenwechsel durch Anagnostou (50.) das 5:1 nachlegte. Gibbi (63.) scheiterte an TSV-Torhüter Steffen Banzhaf. Weil Süßmann das zweite Schwabbacher Tor gegen Erik Hähnlein (85.) verhinderte, erhöhte Theo Sorirelis in der Schlussminute noch das 6:1. "Wir haben umgesetzt, was wir wollten. Wir wollten draufgehen und die zu Fehlern zwingen", sagte Koch. Die Schwabbacher nahmen die Niederlage augenscheinlich gelassen. Im Vorfeld hatten sie zwar ausgegeben, gewinnen zu wollen, aber auch einfach das Spiel zu genießen. "Wir sind schon etwas niedergeschlagen", sagte Dähnel. "Aber die waren zu abgezockt."


FV Künzelsau: Süßmann, Dechant, Adam, Becker, Moscoso, Anagnostou, Reizer, Knapp, Gibbi, Scharmann, Conrad.

TSV Schwabbach: Banzhaf, Veyel, Kielmayer, Zaharanski, Steffen Wespel, Steffen Leihenseder, Patrick Wespel, Hähnlein, Lukas Leihenseder, Hoffmann.

Tore: 1:0 (7.) Daniel Scharmann, 2:0 (24.) Anton Becker, 3:0 (32.) Ioanis Anagnostou, 4:0 (37.) Njie Gibbi, 4:1 (43.) Axel Kielmayer, 5:1 (50.) Anagnostou, 6:1 (90.) Theo Sotirelis.

Schiedsrichter: Tobias Klingler.

Zuschauer: 850.


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