TSG Hoffenheim empfängt zum Auftakt den FC Bayern

Fußball  Hoffenheim startet mit viel Zuversicht in die Rückrunde, zu deren Auftakt die Bayern nach Sinsheim kommen. Anstoß ist am Freitagabend um 20.30 Uhr.

Von Florian Huber

Auf zum Steigerungslauf

Dieses Duell könnte es auch am Freitag wieder geben: Hoffenheims Kevin Vogt im Duell mit Bayern-Stürmer Robert Lewandowski.

Foto: dpa

 

Die Null, sie steht noch nicht am Mittwochmittag. Sie hängt noch nicht einmal am langen Arm des riesigen Krans. Bis Freitagabend wird das anders sein, dann wird der neue Stadionname Pre-Zero-Arena weithin sichtbar von der Außenhaut des Sinsheimer Fußballstadions leuchten.

Ob für die TSG 1899 Hoffenheim am Freitagabend gegen den FC Bayern München (20.30 Uhr/ZDF) auch die Null an der richtigen Stelle stehen wird?

Jene Null, die der Hoffenheimer Ex-Trainer und direkte Nagelsmann-Vorgänger Huub Stevens einst zum obersten Fußball-Credo erhob. Sicherheit zuerst. Bloß kein Gegentor kassieren. Also eine Herangehensweise, die so gar nicht zur Hoffenheimer Turn- und Spektakel-Gemeinschaft der vergangenen drei Nagelsmann-Jahre passt.

Der Witz mit der Null

"Einmal darf man den Witz mit der Null machen, dann ist aber auch gut", grinste Hoffenheims Geschäftsführer Peter Görlich am Mittwochmittag. Die Laune stimmt im Kraichgauclub. Nicht nur wegen des äußerst lukrativen Sponsoringdeals mit dem Neckarsulmer Entsorgungsunternehmen Pre-Zero, das dem Verein rund 4,5 Millionen Euro pro Jahr über die nächsten fünf Jahre garantiert.

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Das Hoffenheimer Fußballjahr startet mit einem Heimspiel gegen den Rekordmeister. Die Bayern verloren zuletzt zwei Mal in Sinsheim. 1:0 und 2:0 hieß es da jeweils für die TSG 1899. Die Null stand dabei an der richtigen Stelle, sozusagen. Und nun? Bangemachen gilt nicht. "Es ist schon wichtig, sich nicht vorher zu ergeben, wenn der rote Bus einfährt", sagt Julian Nagelsmann.

Gute Erinnerungen an ein 1:0 und ein 2:0

Da hilft vielen 1899-Spielern und auch dem Trainer das Bewusstsein, die Bayern schon zwei Mal besiegt zu haben. "Es ist nicht außer Acht zu lassen, wenn man schon in der Lage war, ihnen weh zu tun. Die Jungs wissen, dass es klappen kann", glaubt und hofft Nagelsmann zugleich.

Da ist noch ein anderer Aspekt. "Bayern ist am Freitag schon ein bisschen unter Druck. Wenn sie das Spiel nicht gewinnen würden, ist das eine Botschaft." Eine, die man beim Tabellenführer Borussia Dortmund gerne vernehmen würde. Die aber gleichsam auch bei der Hoffenheimer Konkurrenz um die internationalen Plätze ankäme.

Abschied Richtung RB Leipzig

Als Siebter starten die Hoffenheimer in die Rückrunde. Ein Punkt weniger als vor einem Jahr steht aktuell auf dem Konto. Sechs Unentschieden in Serie haben keine bessere Ausgangslage zugelassen. Mit dem erneuten Einzug ins internationale Geschäft will sich Julian Nagelsmann Richtung RB Leipzig verabschieden. Dafür ist ein Steigerungslauf nötig, so wie in der vergangenen Spielzeit, als es auch hieß: Das Beste kommt bei der TSG zum Schluss.

Nagelsmann setzt auf den Effekt, dass er sein Team nun durch mehr Training weiterentwickeln kann, weil der Rückrunden-Spielplan nach dem Aus im Europapokal nicht mehr 25 Partien vorsieht, sondern nur noch 17. Was besser werden muss, um unter die Top vier zu kommen? Ein bisschen mehr Glück als 2018 wünscht sich Hoffenheims Trainer. Zehn Tore nach abgefälschten Schüssen hat sein Team kassiert. "Wir haben so keines geschossen", sagt der 31-Jährige.

Nagelsmann fordert knallharte Manndeckung

Eine klare Botschaft geht an Nagelsmanns Verteidiger, die einerseits mehr eigene Torgefahr ausstrahlen sollen, andererseits die Ansage bekommen: "Ich verlange eine knallharte Manndeckung im Strafraum, das ist eine ganz einfache Hausaufgabe für die Rückrunde." Zu oft habe der Gegner im Hoffenheimer Strafraum abschließen können.

13 intensive Trainingstage liegen zum Rückrundenauftakt am Freitagabend hinter dem Team. "Die Laktatwerte sind so, wie sie sein müssen", sagt der Trainer der laufstärksten Mannschaft der Liga.