SV Heilbronn sichert sich Verbleib in Regionenliga

Fußball  Die Frauen des SV Heilbronn am Leinbach besiegten den FV Kirchhausen mit 5:0. Heilbronn war im gesamten Spiel die überlegenere Mannschaft.

Von Anna-Lena Sieber
SV Heilbronn sichert sich Verbleib in Regionenliga

Auch in den Zweikämpfen war der SV Heilbronn am Leinbach (links Sophia Lerch) dem FV Kirchhausen meist überlegen.

Foto: Andreas Veigel

Der Ball flog lange und in hohem Bogen, über die Kirchhausener Torhüterin hinweg, rein ins Tor: So begann der Torreigen des SV Heilbronn am Leinbach im Relegationsspiel um die Regionenliga. Carina Denzinger verwandelte sehenswert zum 1:0 in der 29. Minute. Vier weitere Treffer folgten. Aber: "Das erste Tor ist immer das Beste", sagte die zweite Trainerin des SV Heilbronn am Leinbach, Julia Pfundt.

Eigentlich waren sie schon so gut wie abgestiegen

Mit einem sehr souveränen 5:0 (3:0) sicherten sich die Heilbronnerinnen ihren Platz in der Regionenliga. Und das, obwohl sie schon fast raus waren. "Eigentlich hätte es vier Absteiger geben sollen. In diesem Fall wären wir sicher abgestiegen. Die Anzahl wurde dann jedoch auf drei reduziert", sagte Pfundt. "Deshalb haben wir noch einmal die Chance bekommen, hier Relegation zu spielen." Diese Chance haben die Heilbronnerinnen genutzt. Auch wenn zu Beginn kein Spielfluss aufkommen wollte. Die Partie war häufig unterbrochen. Immer wieder gab es Einwürfe.

Treffer in ein leeres Tor

Früh zeigte sich jedoch: Heilbronn war die eindeutig überlegene Mannschaft, ließ aber zu Beginn viele Chancen liegen. Was von Anfang an sehr gut funktionierte, war das Passspiel des SV. Die Bälle kamen sicher an - zumindest in der ersten Halbzeit. Vor allem die 21-jährige Ludmilla Gaab fiel immer wieder positiv auf, machte ein sehr gutes Spiel. "Ich küss dir die Füße Ludmilla", rief das Publikum ihr begeistert zu und würdigte so ihren Einsatz. Das 2:0, erzielt von Ramona Dierolf in der 41. Minute, traf ein vollkommen leeres Tor. Die Torhüterin des FC Kirchhausen war noch mit dem letzten Torversuch der Heilbronner beschäftigt. Torchancen der Kirchhausener wurden dagegen schon im Keim erstickt.

Trainerin Julia Pfundt hatte mit einem stärkere Gegner gerechnet

Trainerin Julia Pfundt war überrascht: "Wir haben uns das Relegationsspiel Kirchhausen gegen Michelbach angeschaut. Davon ausgehend hätten wir mit einem stärkeren Gegner gerechnet." Das dritte Tor Heilbronns, erzielt von Kathrin Hirsch in der 46. Minute, beendete auch gleichzeitig die ersten 45 Minuten. "In der ersten Halbzeit hat alles gepasst. Die Abwehr und auch das Mittelfeld standen gut", resümierte Pfundt.

Zwei weitere Tore in der zweiten Halbzeit

In der zweiten Halbzeit habe die Mannschaft nachgelassen. "Wir haben uns da dem Gegner angepasst, sind langsamer gelaufen, haben uns weniger konzentriert und hatten zu viele Fehlpässe", gibt sich Pfundt kritisch. "Möglicherweise war das aber auch der Hitze geschuldet." Nichtsdestotrotz gab es auch in der zweiten Halbzeit nicht nur verpasste Torchancen, sondern auch noch zwei weitere Tore für die Frauen des SV Heilbronn am Leinbach.

Sekt statt Selters

Das Vorletzte in der 58. Minute war ein Eigentor der Kirchhausener Torhüterin Paula Schoppmeier. Den Ball schon in den Händen, ließ sie ihn doch noch los - und damit ins Netz fallen. Offensiv setzte vor allem der SV Heilbronn am Leinbach die Akzente, spielte mutig nach vorne, arbeitete sich viele Chancen heraus und traf. Fünf Minuten vor dem Abpfiff wurden dann schon mal die Wasserflaschen im Kühleimer gegen Sektflaschen ausgetauscht. Doch die Frauen auf dem Platz waren noch nicht fertig. Ludmilla Gaab schoss in der 90. Minute flach und scharf von außen. Die Kirchhausener Torhüterin hatte keine Chance und so war das 5:0 für Heilbronn und damit der Verbleib in der Regionenliga in trockenen Tüchern.

Weniger trocken blieben nach dem deutlichen Sieg die Trikots der Spielerinnen. Mit Wasser, Sekt und Limo überschüttet, feierten und tanzten die Nicht-Absteiger in der Mitte des Spielfeldes. "So sehen Sieger aus", schallte es vom Frankenbacher Sportplatz.

HINTERGRUND

Fliegender Kader

Der SV Heilbronn am Leinbach hat wenig feste Spielerinnen. "Es sind nur sechs, die konstant dabei sind", sagt Julia Pfundt. Ansonsten seien viele Studentinnen im Team. "Die haben eben Prüfungsphasen, oder fahren übers Wochenende gerne mal nach Hause." Deshalb sei es auch schwierig, die Chancen des SV für die nächste Saison in der Regionenliga abzuschätzen.


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