Pfedelbach schafft Pokal-Sensation gegen Ilshofen

Fußball  Landesligist Pfedelbach wirft den Oberligisten Ilshofen mit einem 2:1 aus dem WFV-Pokal. Die Pfedelbacher hielten dem Druck der Gegner stand und wenn es gefährlich wurde. Ihr Pokal-Phänomen geht in der vierten Runde weiter.

Pfedelbach schafft Pokal-Sensation gegen Ilshofen

Tim Lück (vorne links) jubelt über die frühe Pfedelbacher Führung und legt den Grundstein für Ilshofener Enttäuschung.

Foto: Marc Schmerbeck

Marc Hofacker hat den Überblick. Auf der Terrasse der alten Halle, hoch über den Umkleidekabinen des Pfedelbacher Sportplatzes machte er wie üblich den Liveticker zum Spiel. Dazu filmt der stellvertretende Abteilungsleiter des TSV Pfedelbach, fotografiert und ist Stadionsprecher.

Gestern Abend gefiel ihm auch, was sich unter ihm auf dem Rasen abspielte. Der Landesligist TSV Pfedelbach hielt gegen den Oberligisten TSV Ilshofen im Drittrundenspiel des WFV-Pokals lange mit. "Ich bin hochzufrieden", sagte Hofacker. "Eine schöne Kulisse, zur Halbzeit ist noch alles offen. Mal sehen, wie lange uns die Kraft noch reicht." Am Ende kannte sein Jubel dann kaum Grenzen. Mit 2:1 schossen Marco Rehklau und Marco Gebert die Pfedelbacher eine Runde weiter - und Hofacker ließ "Phänomen" und "Der Bierkapitän" erklingen - die Hymnen der beiden Torschützen.

Pfedelbach mit Volley zur frühen Führung

Die Pfedelbacher waren keineswegs gewillt, die Partie gegen das zwei Klassen höher spielende Team kampflos abzugeben. Sie hielten voll dagegen. Nachdem die Defensive zum Auftakt der Landesliga noch etwas schwächelte, stand sie im Pokal stabil. Pfedelbach machte die Räume eng, Ilshofen fehlte zu Beginn über weite Strecken das Tempo. Zumal die frühe Pfedelbacher Führung gleich ein Schockmoment war. Gästekapitän Maximilian Egner ging an der Mittellinie robust in den Zweikampf, nach dem Abpraller ging es ganz schnell. Jens Schmidgall lief links durch, setzte Michael Blondowski ein und Marco Gebert schloss dessen Hereingäbe volley ins lange Eck ab. Ein durchaus sehenswerter Treffer bereits in der dritten Minute.

Langsam versuchte Ilshofen das Spiel zu kontrollieren. Einen Freistoß von Sangar Aziz (12.) lenkte Torhüter Dennis Petrowski gerade noch über die Latte. Ansonsten verhinderte die Pfedelbacher Defensive aber klare Chancen. So ließen die Gastgeber in der 26. Minute wieder aufhorchen, als Michael Blondowski knapp verfehlte.

Ilshofen schafft Ausgleich kurz vorm Pausenpfiff

Ilshofen spielte zwar geduldig, was fehlte war aber der Zug zum Tor und auch etwas die Ideen. So war es eine Einzelaktion von Lukas Lienert, der mit einem schönen Lauf seinen Treffer selbst einleitete. Im Mittelfeld wurde er nicht konsequent gestört, passte nach Außen um kurz darauf die Hereingabe zum 1:1 zu vollenden. Der Zeitpunkt war für Pfedelbach mächtig bitter. Es war die 45. Minute.

"Das ist heute wieder ganz anders von uns als zuletzt", meinte Pfedelbachs Co-Trainer Sead Halilovic. Hofacker erwartete: "Die werden nach der Pause jetzt richtig kommen. Und von der Bank können die Qualität bringen." So war es dann auch. Ilshofen machte direkt nach dem Seitenwechsel Druck. Doch Petrowski rettete gegen Flkorian Weidner (48.) und Lienert (50.).

Phänomenale Tormusik für Rehklau

Auf der anderen Seite waren Blondowski (51.) und Andreas Cebulla (56.) gefährlich. Die Pfedelbacher hielten dem Druck stand und wenn es gefährlich wurde, wie bei einem Freistoß in der 84. Minute, war Petrowski zur Stelle. So brach in den Schlussminuten auch bei Hofacker noch etwas Hektik aus. Er hatte für die Verlängerung gar keine Musik vorbereitet. Brauchte er aber dann auch nicht. Ein langer Ball reichte den Pfedelbachern zum 2:1. Marco Rehklau entwischte der Ilshofener Abwehr und schloss in der 87. Minute zum 2:1 ab. Die Tormusik hatte Hofacker dann parat.

Wie hatte Egner noch vor der Partie gesagt: "Die Pfedelbacher Tormusik ist geil, doch die wollen wir nicht hören." So gab es noch zusätzlich "Phänomen" von Helene Fischer - wie üblich bei Rehklau-Toren.

Und so geht das Pfedelbacher Pokal-Phänomen in der vierten Runde weiter. In Runde eins warf der TSV bereits den FSV Hollenbach raus.


TSV Pfedelbach: Petrowski, Schilling, Matthias Cebulla, Hilkert, Lück, Blondowski, Kaan Uzuner (18. Simon), Gebert, Andreas Cebulla (75. Rein), Schmidgall, Rehklau.

TSV Ilshofen: Wieszt, Egner, Wilske (64. Eiselt), Hahn (78. Bergheim), Brenner, Lienert, Weidner, Michael (64. Rummler), Lausenmeyer, Lindner, Aziz (64. Schelhorn).

Tore: 1:0 (3.) Marco Gebert, 1:1 (45.) Lukas Lienert, 2:1 (87.) Marco Rehklau

Schiedsrichter: Manuel Mahler.

Zuschauer: 600.


Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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