Neu-Trainer Tim Walter hat beim VfB den Spaß zurückgebracht

Fußball  Im Trainingslager des Stuttgarter Fußball-Zweitligisten in Kitzbühel fließt der Schweiß in Strömen. Tim Walter, der Neuzugang auf der Trainerbank, möchte den Spielern seine Vorstellungen vermitteln.

Von Andreas Öhlschläger

Trainer Tim Walter hat beim VfB den Spaß zurückgebracht

Tim Walter hat eine klar Vorstellung, was er den VfB-Profis vermitteln will.

Foto: dpa

Hitze. Auch in Kitzbühel. In den Tiroler Bergen gehen die Temperaturen fast so weit nach oben wie in der schwäbischen Heimat. 30 Grad und mehr. Der Schweiß fließt im Trainingslager des VfB Stuttgart in Strömen.

In dieser Woche wird hart gearbeitet. Einzig Marc Oliver Kempf (Knieprobleme), Emiliano Insua (private Gründe) und Leon Dajaku (Schulprüfung) haben am Montag gefehlt. Schon in einem Monat findet für den Bundesliga-Absteiger das erste Punktspiel in der 2. Liga statt.

Zwei Testspiele stehen im Trainingslager an

Noch am Sonntagabend nach dem Test beim TSV Ilshofen gegen eine Hohenlohe-Auswahl hatte sich der VfB-Tross auf die Reise gemacht. Während des Trainingslagers wird es zwei weitere Testpartien geben, am Mittwoch (18 Uhr) in Jenbach gegen Wacker Innsbruck und am Samstag (15.30 Uhr, Fügen) gegen die Young Boys Bern. Der Auftakt war gut. 11:0 gegen die Hohenlohe-Auswahl, das hat dem Trainer gefallen. Tim Walter ist neu, und er weiß, er hat auf einem Schleudersitz Platz genommen. Viele Vorgänger wurden schnell gefeuert. Allein in der vergangenen Katastrophensaison, waren es in Tayfun Korkut, Markus Weinzierl und Nico Willig drei Trainer.

Walter lässt sich davon nicht beeinflussen. Er hat den Neuaufbau beim VfB mit viel Selbstvertrauen angepackt. "Ich weiß, was ich kann. Und genau das werde ich einbringen. Ich schaue nach vorne, bin ein sehr positiver Mensch, strahle viel Optimismus aus. Das versuche ich, auf meine Mannschaft und auf den Verein zu übertragen."

Die schlechte Laune vom Abstieg vertreiben

Es geht nicht nur darum, dass beim VfB wieder guten Fußball gespielt wird, es geht auch darum, schnell und nachhaltig die schlechte Laune zu vertreiben. Der aus Kiel gekommene Tim Walter sieht sich auf dem richtigen Weg. "Wir haben eine gute Harmonie, die Jungs haben Spaß. Das ist wichtig, dass wir eine positive Energie reinkriegen." Denn: Kicken ist auch Kopfsache. Bei manchen Spielern besonders. Wie Daniel Didavi. Der Offensivmann muss sich wohl fühlen, um optimale Leistungen zu bringen. In den Seuchenmonaten der Saison 2018/19 war das kaum der Fall.

Tim Walter kann ungemütlich werden, wenn man nicht macht, was er vorgibt. Zu Beginn der Vorbereitung versucht er auch, seinen Profis Lust am Job zu vermitteln. Offenbar erfolgreich. "Wenn ich Didavi anschaue, der hat Freude im Gesicht. Das ist, was er braucht. Er ist einfach ein Spieler, der von der Emotion kommt."

Guter Auftritt in Ilshofen am Sonntag

Am Sonntag stand Tim Walter in der Ilshofener Sonne und war zufrieden. Der VfB hatte einen guten Auftritt hingelegt. "Es wurden wenig lange Bälle gespielt, es wurde konsequent von hinten nach vorne der Ball transportiert. Gegen den Ball waren wir sehr aktiv, wir haben nach vorne verteidigt." Der Weg zum Optimum ist noch lang, doch um es in der Surfersprache zu sagen: Tim Walter sieht eine Welle und will sie weiter reiten. "Wir müssen ein verschworener Haufen sein. Die Stimmung ist richtig gut. Aber wir müssen weiter dran arbeiten, dass wir ein Team werden. Das ist das Wichtigste. Nur dann werden die Spieler verinnerlichen, was ich fordere."

Noch ist der Kader-Umbau nicht beendet. Es wird weitere Zugänge geben, einige gehen. "Ich glaube, dass wir einen sehr guten Kader haben. Wie wir jetzt aufgestellt sind, sind wir schon ganz gut am Werk", sagt Walter.

Der sofortige Wiederaufstieg ist das Ziel. Das haben die Bosse beim VfB Stuttgart klar kommuniziert. Vom ersten Spiel weg wird Druck da sein. Und starke Konkurrenz. Es gibt also eine heiße Saison. Insofern passt es gut, dass jetzt bei 30 Grad und mehr trainiert wird, in der Hitz" von Kitz.

 

 


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