Neckarsulmer Befreiungsschlag in der Fußball-Oberliga

Fußball  Die Unterländer setzen sich gegen Schlusslicht Germania Friedrichstal nach einem 0:1-Rückstand noch mit 3:1 durch. Ouadie Barini wird beim ersten NSU-Dreier nach zuletzt sieben sieglosen Spielen zum Sieggarant.

Von Alexander Bertok

Die Erleichterung bei Spielern und Funktionären des Oberligisten Neckarsulmer Sport-Union nach dem Abpfiff war groß. Der Tabellendreizehnte beendete mit einem 3:1-Erfolg über Schlusslicht FC Germania Friedrichstal seine Negativserie von sieben Begegnungen ohne Sieg und verhinderte damit ein Abrutschen auf Rang 14. Vor lediglich 250 Zuschauern auf dem Pichterich-Kunstrasen  wurde Ouadie Barini mit zwei Toren zum Matchwinner.

Ouadie Barini nach seinem Treffer zum 3:1.
Ouadie Barini nach seinem Treffer zum 3:1. Foto: Andreas Veigel

Barini ist froh über seine beiden Treffer 

Der Stürmer hatte in den ersten acht Saisonspielen fünf Mal getroffen, in den 13 Begegnungen danach nur noch ein Mal beim 1:1 gegen Göppingen zum Start aus der Winterpause. Am Samstag glänzte Barini mit einem Doppelpack. "Persönlich bin ich natürlich glücklich über meine beiden Treffer. In erster Linie bin ich aber glücklicher über die drei Punkte, die wir in diesem Spiel unbedingt holen mussten", freute sich Barini und fügte mit ernster Mine an: "Ich habe die kritischen Stimmen, die es gegeben hat, verstummen lassen und habe versucht diesmal etwas gut zu machen. Das ist mir auch gelungen."

Patrick Roedling schießt die Gäste in Führung

In der ersten Halbzeit sah es noch nicht nach dem siebten Saisonsieg aus. Bereits nach drei Minuten wurde für die Gastgeber die erste Chance notiert, doch Barini scheiterte in aussichtsreicher Position. In der 36. Minute prüfte David Gotovac Gäste-Keeper Patrick Haumann, der den Schuss zur Ecke abwehrte. Friedrichstal überraschte mit engagiertem und körperbetontem Auftreten. Das bekam Mario Müller zu spüren, der im Mittelfeld in einem Zweikampf das Nachsehen hatte. Den folgenden Angriff schloss Patrick Roedling, der zuvor (22. Minute) mit einem Kopfball gescheitert war, zum 0:1 (39.) ab. Wenig später parierte Haumann einen Schuss von Steven Neupert.

Neckarsulm in der zweiten Halbzeit zielstrebiger

"Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht, da wir unsere Chancen nicht reingemacht haben", bilanzierte NSU-Trainer Marcel Busch. "In der zweiten Halbzeit waren wir dann zielstrebiger und vor dem Tor kaltschnäuziger." Den Anfang machte Philipp Seybold, der früh (20.) für Gebert (20., Zerrung) ins Spiel gekommen war, mit einer Flanke von rechts. Am zweiten Pfosten stoppte Steven Neupert den Ball herunter und schloss aus fünf Metern eiskalt zum 1:1 (52.) ab. Danach verpassten zwei Mal Marco Romano (54., 59.) und Müller (64.) die mögliche Neckarsulmer Führung.

Für die sorgte dann Barini. Erst tanzte er im Strafraum einen Gegner aus, um dann überlegt und zielsicher zum  2:1 abzuschließen (65.). Barini zum Zweiten dann in der 74. Minute mit dem 3:1.  Die Vorarbeit hatte der eingewechselte Serhat Ayvaz geleistet, der sich an der Torauslinie den Ball von Mert Yörükoglu erkämpfte und auf den Doppel-Torschützen ablegte.  Friedrichstal zeigte zwar eine tolle Moral, blieb in der Offensive aber eher harmlos. 

Erstmals in den Vereinsfarben blau-schwarz

"Letztendlich war es ein hochverdienter Sieg, da wir das Spiel zu mehr als zwei Drittel bestimmt haben", war NSU-Sportdirektor Marco Merz  bestens gelaunt und ergänzte augenzwinkernd: "Wir haben erstmals in blau-schwarz gespielt, in unseren Vereinsfarben, da muss man ja gewinnen." Zuvor war die NSU in dieser Saison in den Kombinationen rot-schwarz, schwarz-schwarz oder blau-weiß angetreten. Stolz auf die Mannschaft war Sieggarant Barini, da "wir uns nach dem Rückstand nicht aus der Ruhe haben bringen lassen." Auch Marcel Busch hatte in der Halbzeitpause die Ruhe bewahrt. "Ich habe in der Kabine nicht draufgehauen, da ich das Gefühl hatte, die Spieler damit noch mehr zu verunsichern. Für das Erste sind wird jetzt alle erleichtert, das macht auch den Kopf frei."

 


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