Nagelsmann hat mehr als nur einen Plan im Kopf

Fußball  Die TSG Hoffenheim möchte den Lauf der vergangenen Wochen auch im Heimspiel gegen Berlin am Sonntag fortsetzen. Auf den frühen Spieltermin um 13.30 Uhr bereitet sich die Mannschaft mit einem gemeinsamen Brunch vor.

Von Florian Huber

Nagelsmann hat mehr als nur einen Plan im Kopf

Ob die Hoffenheimer Spieler auch am Sonntag nach dem Heimspiel etwas zu feiern haben? Hier wird das 4:0 beim FC Augsburg in der vergangenen Woche bejubelt.

Foto: dpa

Wieder ein Sonntag, wieder um 13.30 Uhr. Und erneut heißt der Gegner Hertha BSC. Die Berliner waren in der Vorsaison ebenfalls am frühen Sonntagmittag zu Gast im Kraichgau, das ist nun erneut der Fall, wenn der Ball ab 13.30 Uhr (Eurosport Player) durch die Sinsheimer Arena rollt.

Sandro Wagner traf an jenem 17. September 2017 zur frühesten Uhrzeit, zu der bis dahin jemals ein Bundesligatreffer erzielt wurde. 13.36 Uhr war es. Ob sich die aktuell so treffsicheren Andrej Kramaric oder Ishak Belfodil diesen TSG-Rekord am Sonntag sichern?

Hoffenheims Ex-Stürmer Sandro Wagner wartet übrigens noch auf den ersten Treffer für seinen neuen chinesischen Club Tianjin Teda, Für Wagner ist es am Sonntag schon abends, wenn Schiedsrichter Martin Petersen die Begegnung anpfeift. So früh wie am Sonntag mussten die Nagelsmänner in dieser Spielzeit noch überhaupt nicht ran.

Keine Klaviermusik zum verlängerten Frühstück

Zur Einstimmung gibt es deshalb einen gemeinsamen Brunch, ein verlängertes Frühstück. "Ohne Pianomusik", wie Trainer Julian Nagelsmann anmerkte: "Es spielt keiner Klavier für uns."

Gelingt der dritte TSG-Sieg in Serie, dann könnte es hinterher ein Gläschen Sekt geben. "Aber nicht für mich", sagte Nagelsmann.

Dass zuletzt zehn Punkte aus vier Spielen geholt wurden, hat seine Gründe. "Wir fahren immer gut, dass wir vorher zwei, drei Optionen besprechen", hat Nagelsmann erkannt: "Ich habe eine Idee im Kopf, aber auch einen Plan B und einen Plan C entwickelt."

So lässt sich besser darauf reagieren, wenn der Gegner seine Spielweise umstellt. Besser läuft zurzeit auch das Hoffenheimer Gegenpressing. "Wir lassen den Gegner nicht so einfach zu Umschaltsituationen kommen", sagte Nagelsmann. Und zuletzt war immer auch eine Portion Spielglück dabei.

Grund für gravierende Änderungen gibt es nach dem 4:1 gegen Leverkusen und dem 4:0 in Augsburg nicht. "Der Lauf der vergangenen Wochen lässt Erinnerungen wach werden an die Aufholjagden der beiden vergangenen Jahre. Wir müssen genauso weitermachen", sagte Nagelsmann. Die Kraichgauer waren unter dem 31-Jährigen immer Steigerungsläufer. Das war 2016, 2017 und 2018 so. Mit jedem Sieg wächst die Gewissheit, dass dies auch 2019 so sein wird.

Die Hausaufgaben bestehen aus einem Sieg

Als Siebter sind die Hoffenheimer nah dran an den Rängen fünf und sechs, die zur Teilnahme an der Europa League berechtigen. "Wenn wir unsere Serie ausbauen, dann haben wir unsere Hausaufgaben gemacht", sagte Nagelsmann über die internationalen Ambitionen. Ein wichtiger Faktor dabei sollen auch die rund 27.000 Zuschauer sein. "Ich hoffe, die Zuschauer sind voll da. Dass sie auch dran glauben, dass wir wieder international spielen können", sagte Nagelsmann.

Vier Mal in Serie verloren die Berliner zuletzt in der Bundesliga. "Das Ziel ist ein Punkt, wir können nicht gleich sagen, dass wir da gewinnen werden", meinte Hertha-Trainer Pal Dardai. "Wir müssen improvisieren, da wir viele Verletzte haben."

Marko Grujic fehlt wegen einer Sprunggelenksverletzung. Außerdem fehlen den Hauptstädtern unter anderen Arne Maier, Defensivallrounder Fabian Lustenberger und der gelbgesperrte Ondrej Duda. "Sie müssen die Spielweise dem Personal anpassen", oraktelte Julian Nagelsmann am Freitag: "Ich weiß nicht, was die beiden sich ausdenken", sagte er dann noch über die Kollegen Rainer Widmayer (Co-Trainer) und Dardai.

Da hilft es immer, einen Plan B zu haben. Und einen Plan C.

 


Kommentar hinzufügen