NSU-Trainer Busch reicht gegen Ilshofen auch ein 1:0-Sieg

Fußball  Oberligist Neckarsulmer Sport-Union plant im Unterland-Hohenlohe-Derby gegen den TSV Ilshofen den nächsten Heimsieg ein. Die ersten beiden Heimpartien dieser Saison hat die Sport-Union im Pichterich-Stadion jeweils ohne Gegentor gewonnen.

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NSU-Trainer Marcel Busch reicht ein 1:0

Nico Charrier freut sich über sein Tor zur 1:0-Führung gegen den FC Nöttingen. Nach zwei Heimsiegen ohne Gegentor soll nun auch der Hohenlohe-Vertreter TSV Ilshofen auf dem Pichterich besiegt werden.

Foto: Andreas Veigel

Am vierten Spieltag ist es passiert, Oberligist Neckarsulmer Sport-Union hat erstmals in der Saison 2019/2020 verloren, unterlag vergangenen Samstag beim heimstarken SV Oberachern mit 0:1. "Das hätten wir noch etwas rausschieben können, wenn es nach mir gegangen wäre", ärgerte sich NSU-Trainer Marcel Busch über die doppelte Null.

Die Mannschaft ging nach zuvor sieben Zählern aus drei Partien zum ersten Mal ohne Punkt und ohne eigenes Tor vom Platz. "Das ist kein Weltuntergang, auch wenn unser Ziel schon war, etwas mitzunehmen", bleibt Busch betont gelassen.

Diesen Samstag (15.30 Uhr) wird im Pichterich-Stadion der Liga-14. TSV Ilshofen erwartet. Im Unterland-Hohenlohe-Derby soll in Neckarsulm nun wieder gejubelt werden - über Punkte und über Tore.

Fehlende Effektivität bei der Chancenverwertung

"In Oberachern haben wir die erste Halbzeit verpennt, in der zweiten Druck gemacht, sind auch zu Chancen gekommen und hätten in dieser Phase einen Punkt auch verdient gehabt", bilanziert Busch. Doch verdient punkten kann man nur, wenn der Ball im gegnerischen Netz zappelt. Doch damit tut sich die NSU aktuell (noch) schwer. Zu gering ist die Anzahl an aussichtsreichen Einschussmöglichkeiten und zu groß die fehlende Effektivität bei deren Verwertung. Der gordische Torknoten, er will nicht platzen.

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Auch Busch macht sich seine Gedanken, für ihn zählt jedoch "die taktische Balance zu finden, zwischen Abwehrsicherheit und dem Herausspielen von Torchancen". Primär genießt das Defensiv-Verhalten Priorität. Damit ist die NSU kein Exot, bis auf wenige Ausnahmen wird in der Oberliga mehr verteidigt als gestürmt.

Busch will lieber 1:0 gewinnen, statt 3:5 verlieren

"Uns ist nicht damit geholfen Harakiri zu spielen um dann zu viele Gegentore zu bekommen", sagt Busch. Das Motto heißt: Lieber 1:0 gewinnen als 3:5 verlieren. "Genügend Offensivspieler" habe man auf dem Papier, meint der Trainer. Er ist sich sicher, dass der Entwicklungsprozess des Teams auch zu einer höheren Quote an selbst erzielten Toren führt. Wichtig sei, "über eine defensive Kompaktheit gezielt nach vorne zu spielen". Mit dieser Taktik wurde der TSV Ilshofen in der zurückliegenden Saison 1:0 und 2:0 besiegt.

Insgesamt ist die Bilanz der Neckarsulmer gegen die Hohenloher äußerst positiv. "Irgendwann wird jede Statistik widerlegt", ist Busch kein Freund von zu vielen Zahlenspielereien. "Wir müssen nach unserer ersten Saison-Niederlage jetzt aber nicht verunsichert sein", sagt Busch. "Wir wollen Gas geben und den Platz als Sieger verlassen."

Auf Neckarsulmer Seite ist sich aber jeder bewusst, oder bekommt es vom Trainer eingebläut: "Ilshofen ist ein gefährlicher Gegner mit einem neuen Trainer, vielen Neuzugängen und daher schwer einzuschätzen." Entscheidend könnte sein, die Kreise von Ilshofens Torjäger Benjamin Kurz einzuengen. Dieser war in der vergangenen Saison lange Zeit verletzt, hat jetzt aber schon zwei Mal getroffen. Auf die gleiche Quote verweisen Maximilian Eiselt und Jonas Lausenmeyer.

Ilshofen-Trainer Michael Hoskins hat Respekt vor Neckarsulm

Die Ilshofener Bilanz stärkt der Busch"schen Defensiv-Taktik den Rücken. Bei 8:10 Toren haben die Ilshofener erst vier Punkte geholt, der Tabellenvierte NSU bei 4:2 Treffern aber bereits deren sieben.

Wie Neckarsulm, so ist auch Ilshofen im Pokal beim 1:2 in Pfedelbach an einem Landesligisten gescheitert. Im Liga-Betrieb gab es beim VfB Stuttgart II eine 3:7-Klatsche. Doch diese Rückschläge werde man laut Trainer Michael Hoskins verarbeiten. Zuletzt wurde gegen Linx 4:1 gewonnen. Vor der Partie in Neckarsulm zeigt der neue Coach Respekt. "Sie hatten einen guten Saisonstart, sind daheim noch ohne Gegentor", sagt Hoskins über den Gastgeber. "Da müssen wir uns warm anziehen. Sie stehen meist tief, können aber auch selbst die Initiative ergreifen."

Die Vorgabe auf Neckarsulmer Seite ist klar: Im dritten Heimspiel der Saison soll der dritte Heimsieg gefeiert werden. Ein 1:0 reicht da schon.

 


Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

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