NSU-Gastspiel beim gefühlten Topteam in Villingen

Fußball  Oberligist Neckarsulmer Sport-Union kämpft in Villingen gegen den Negativtrend. Zuletzt hat die Mannschaft vom Pichterich zwei Mal in Folge verloren. Nach einer längeren Mannschaftssitzung soll es nun wieder besser laufen.

NSU-Gastspiel gegen ein gefühltes Topteam

Zweimal in Serie sind Alexander Albert (vorne) und seine NSU ins Straucheln geraten und gefallen. Nun gilt es wieder aufzustehen, den Schalter umlegen und in Villingen etwas Zählbares zu holen.

Foto:: Andreas Veigel

Die Neckarsulmer Sport-Union ist spätestens nach dem 0:3 gegen den TSV Ilshofen am fünften Spieltag, der zweiten Niederlage in Folge, und dem Abrutschen auf Platz zehn in der Oberliga-Realität angekommen. Eine dritte Pleite in Folge sollte nun vermieden werden. Doch das wird schwer.

Die NSU gastiert an diesem Samstag (15.30 Uhr) in Südbaden beim FC 08 Villingen, dem Vorzeigeverein des Schwarzwald-Baar-Kreises.

"Den Schock haben wir insoweit überwunden, dass der Blick jetzt nach vorne geht", erzählt NSU-Trainer Marcel Busch. "Es gab am Montag eine längere Sitzung, in der alles angesprochen wurde. Die Mannschaft hat sich dabei selbstkritisch hinterfragt." Es gilt nun die Lehren aus den zurückliegenden Niederlagen zu ziehen.

Pech und Unvermögen im Abschluss

Sieg und Niederlage liegen in der Oberliga nahe beieinander. Das zeigte auch die Partie gegen Ilshofen. Neckarsulm begann so dominant, dass ein Fan völlig entspannt meinte: "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das 1:0 fällt." Doch ein bisschen Pech und ein wenig Unvermögen im Abschluss verhinderten dies. Was dann passieren kann, wenn die NSU-Einheit auf dem Platz nicht funktioniert, das dokumentierte ein schwacher zweiter Durchgang der Sport-Union. Nun gilt es als Team wieder aufzustehen und auf dem Platz in Villingen die richtige Antwort zu geben.

"Oberachern und Ilshofen, das waren schon zwei Gegner, gegen die wir punkten wollten", sagt Busch. "Aber wir müssen jetzt nichts dramatisieren, sondern versuchen den Schalter wieder umzulegen."

Viilingen ist stärker, als es es der 15. Platz vermuten lässt

Das aktuelle Tabellenbild der Oberliga Baden-Württemberg ist trügerisch. Vor allem was den FC 08 Villingen betrifft. Mit ihrem ersten Saisonsieg im Südbaden-Duell beim SV Linx haben sich die Gastgeber der Neckarsulmer vom letzten auf den 15. Platz verbessert. Der FC08 ist deutlich stärker, als es der aktuelle Abstiegsplatz vermuten lässt.

Die 0:3-Niederlage gegen Tabellenführer Göppingen zum Auftakt wird auf der Villinger Homepage als "völlig unnötig" kommentiert. Das 1:1 gegen den Top-Meisterschaftsfavoriten VfB Stuttgart II ließ aufhorchen. Und dann war ja da auch noch die erste Runde im DFB-Pokal, in der Südbaden-Pokalsieger Villingen gegen Fortuna Düsseldorf vor einer Sensation stand und den Bundesligisten an den Rand einer Niederlage drängte. Erst in der Verlängerung setzte sich die Fortuna mit 3:1 durch.

Neckarsulm hat gegen den FC08 drei Mal verloren und ein Mal gewonnen

"Villingen hat deutlich mehr Qualität, als es deren Tabellenplatz aussagt, gefühlt ist das eine Spitzenmannschaft", zeigt Marcel Busch Respekt vor den Gastgebern. "Das ist ein Gegner, der den Anspruch hat, sich unter den ersten Fünf zu platzieren." In den bisherigen Duellen gegen Villingen ging die NSU drei Mal als Verlierer vom Platz. Nur der letzte Vergleich am 1. Mai dieses Jahres wurde 2:1 gewonnen. Beide Treffer erzielte Ouadie Barini, der den Pichterich in diesem Sommer mit Richtung SGV Freiberg verließ. In dieser Runde hat die NSU in fünf Spielen vier Tore erzielt, eine magere Bilanz. Lediglich der Vorletzte SV Sandhausen steht mit zwei selbst erzielten Treffern schlechter da.

"Wir müssen jetzt ein anderes Gesicht zeigen", mahnt Busch an. "Wir müssen wieder kompakt auf Ballsicherung verteidigen. Wichtig ist, das die Mannschaftsteile miteinander harmonieren."

Keine Rolle spielen in den Personalplanungen der Hinrunde die Langzeitverletzten Robin Faber, Claudio Bellanave, Simon Balles und Robin Neupert. Zumindest bei Neupert gab es Hoffnung, er könne eventuell gegen Ende des Jahres wieder eingreifen. Doch eine weitere Untersuchung am angerissen Syndesmoseband brachte die Diagnose, dass er um eine Operation nicht herumkommt.

 


Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

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