Hollenbacher haben einfach Bock aufs Kicken

Fußball  Der FSV überzeugt in der Verbandsliga Württemberg im Moment mit Spielfreude. Am Sonntag geht es zum Aufsteiger TSV Heimerdingen.

Hollenbacher haben einfach Bock aufs Kicken

Es passt im Moment zwischen Mannschaft und Trainer Martin Kleinschrodt. "Jeder hat Bock", sagt er vor dem Spiel des FSV Hollenbach am Sonntag beim Aufsteiger TSV Heimerdingen.

Foto: Marc Schmerbeck

Die Führungsspieler funktionieren. Die erfahrenen Manuel Hofmann, Boris Nzuzi und Michael Kleinschrodt bilden derzeit eine ganz starke Achse beim Verbandsligisten FSV Hollenbach. Dazu kommt der rechte Außenverteidiger Dennis Hutter, der für Stabilität aber auch gefährliche Standards sorgt. Aber an den Routiniers allein liegt der gute Saisonstarts mit vier Siegen aus sechs Spielen und Rang zwei mit 13 Punkten nicht. Auch die jungen Nachrücker erledigen ihre Aufgaben meist zur Zufriedenheit des Trainerteams Martin Kleinschrodt/Jens Breuninger.

Zuversichtlich aber auch mit einem gewissen Anspruch fahren die Hollenbacher nun am Sonntag (Spielbeginn 15 Uhr) zum Aufsteiger TSV Heimerdingen. "Wenn man das Gefühl hat, dass das, woran man ein Jahr gearbeitet hat, Früchte trägt, ist es einfach schön", sagt Kleinschrodt. "Es waren vergangene Saison schon noch Zufallsprodukte. Jetzt sieht man aber eine Entwicklung." Gerade im Spielaufbau ist mehr Struktur vorhanden. "Wir geben unserem Spiel eine Marke", sagte Kleinschrodt. Er sieht aber auch noch Verbesserungspotenzial: "Im Zweikampf, im Abwehrverhalten müssen wir schon noch zulegen. Wir mussten in der Defensive aber auch umbauen. Aber auf jeden Fall steht jetzt der Grundstein. Darauf können wir noch einzelne Bausteine draufpacken."

Hollenbacher dürfen nicht nachlässig werden

Zwar nicht unbedingt draufpacken muss der FSV Hollenbach am Sonntag, aber er darf keinesfalls nachlassen und schon gar nicht nachlässig werden. Zwar ist der nächste Gegner Heimerdingen noch ohne Punkt in der Verbandsliga, doch der Aufsteiger scheint sich langsam an die neue Klasse zu gewöhnen. Gegen Calcio Leinfelden-Echterdingen setzte es erst kurz vor dem Ende mit dem 1:2 den Niederschlag. "Die haben noch nicht gewonnen und sehr viele Gegentore kassiert", sagt Kleinschrodt. "Aber es war zuletzt die Tendenz dazu da, dass sie stabiler stehen." Im 4-5-1 verteidigte Heimerdingen gegen Calcio passabel und hatte selbst einige Möglichkeiten. Starkreden möchte Kleinschrodt den Gegner aber keinesfalls. "Mit unserem Anspruch, unter den Top Fünf spielen zu wollen, müssen wir gegen die gewinnen wollen. Das wird sicher ein Abwehrbollwerk sein. Jetzt gilt es, den Jungs Maßnahmen mitzugeben, wie wir die knacken", sagt der FSV-Coach. In den ersten sechs Spielen gelang es, jede Defensive auszuhebeln. Schon 20 Tore wurden erzielt.

Beim FSV wird mit dem Toreschießen abgewechselt

"Gut ist, dass wir schwer zu berechnen sind", sagt Kleinschrodt. Damit ist Hollenbach auch sehr schwierig zu verteidigen. "Vor der Runde sind uns ein paar gute Einzelspieler weggebrochen, doch von den anderen spielt jeder Einzelne zehn Prozent besser", sagt Kleinschrodt. Trug Fabian Czaker in der vergangenen Saison noch die Hauptlast im FSV-Angriff, wird nun eben mit dem Toreschießen abgewechselt. Zur Not hilft ein Standard. "Mit diesem Selbstbewusstsein gehen wir auch ins Spiel", sagt Kleinschrodt. Aber auch mit dem Bewusstsein, dass die offensive Spielweise auch ihre Risiken birgt. Kleinschrodt: "Wir haben zu viel zugelassen. Daran müssen wir arbeiten. Bei unserer Spielweise dürfen wir keine blöden Ballverluste haben, sonst wird es gefährlich."

Trainer Martin Kleinschrodt ist zufrieden

Bisher zeigt sich der Trainer zufrieden, weil die Mannschaft seine Vorgaben umsetzt oder es zumindest versucht: "Da tritt keiner aus der Reihe, das gefällt mit. Die taktischen Dinge, wie wir zu Toren kommen, sind einstudiert. Mir gefällt, dass das, was wir letzte Saison angefangen haben, forciert wurde. Die Laufwege sind automatisiert. Außerdem sind alle heiß aufs Kicken. Jeder hat Bock."

Eine seiner Hauptaufgaben ist es jetzt, die Spieler bei Laune zu halten. Denn der Kader ist ebenso ausgeglichen wie dünn. Viele Langzeitverletzte können sich die Hollenbacher nicht leisten. Durch die positive Personalsituation versucht Kleinschrodt zu rotieren, damit jeder seine Einsatzzeiten bekommt. Aber auch das mit Maß und Ziel, zu viele Veränderungen würden auch nicht gut tut.

Am Sonntag muss er eventuell umdenken und umbauen. Denn mit Felix Gutsche (Knöchelprellung bei der zweiten Mannschaft), Sebastian hack (Magen-Darm) und Torben Götz (Mittelfußdehnung) sind alle drei Mittelstürmer fraglich. "Ich hätte aber schon eine Idee, sollten alle ausfallen", sagt Kleinschrodt. Ebenfalls etwas kürzer treten unter der Woche mussten die angeschlagenen Fabian Schuler und Marcel Karausch sowie Robin Dörner (Beruf).


Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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