Hollenbach fährt zum Verbandsliga-Spitzenspiel nach Backnang

Fußball  Erster gegen Zweiter heißt es am Samstag im Backnanger Etzwiesen-Stadion. Der FSV Hollenbach spielt am Samstag beim Verbandsliga-Tabellenführer. Beide Teams legten einen starken Saisonstart hin.

Hollenbach fährt zum Verbandsliga-Spitzenspiel nach Backnang

Len Brutzer(rechts) musste nach sieben Minuten bereits gegen den VfL Pfullingen aufs Feld. Der Hollenbacher Ersatztorhüter machte seine Sache zusammen mit der Abwehr um Manuel Hofmann gut.

Foto: Marc Schmerbeck

Der Saisonstart sorgt beim FSV Hollenbach für lachende Gesichter. Vor dem Beginn der Verbandsliga-Runde wurde eher gegrübelt. Aus im WFV-Pokal gegen den Landesligisten TSV Pfedelbach, durchwachsene Leistungen in Testspielen. Das alles ist nun vergessen.

"Vor der Runde wussten wir echt nicht, wo wir stehen", sagt der spielende Co-Trainer Manuel Hofmann. Der regionalligaerfahrene Routinier sorgt derzeit für viel Stabilität in der Defensive. "Wir hatten durch die Relegation ja fast keine Pause. Wir wussten nicht genau, wie unser Fitnesslevel ist. Deshalb haben wir nicht unbedingt erwartet, dass wir so starten."

Vier Spiele ohne Niederlage

Vier Spiele sind gespielt. Vier Mal blieb Hollenbach bei drei Siegen ungeschlagen - die selbe Bilanz haben noch der SSV Ehingen-Süd sowie der nächste Gegner, der Spitzenreiter TSG Backnang. Somit kommt es am Samstag um 14 in den Etzwiesen zum Topspiel der Verbandsliga. Erster gegen Zweiter treten dort gegeneinander an. "Das ist jetzt eine andere Hausnummer. Ein Gradmesser. Da sehen wir, wo wir wirklich stehen", sagt Hofmann. "Ich denke, das ist das stärkste Team der Liga."

FSV-Trainer Martin Kleinschrodt hatte schon früh mit dem Videostudium des Gegners begonnen. Und zwar in der Nacht von Sonntag auf Montag. Der Sohn konnte nicht schlafen, also musste auch Papa wach bleiben. Und Kleinschrodt nutzte die Zeit intensiv. "Ich bin heiß auf das Spiel. Klar ist, wir brauchen einen super Tag, um was mitzunehmen. Das Ziel ist auf jeden Fall ein Punkt. Wir sind ja im Moment gut drauf.", sagt der Coach.

Wenn es sein muss, können die Hollenbacher Höchstleistungen bringen

Und er blickt durchaus zuversichtlich auf die Partie: "Wenn wir müssen, können wir Höchstleistungen erreichen. Und da müssen wir", sagt Kleinschrodt. "Das ist der absolute Aufstiegs-Favorit. Es ist richtig gut, was die machen. Auch mit der Jugendarbeit. Das gefällt mir."

Sein großes Potenzial bewies das TSG-Team bereits am Dienstagabend im WFV-Pokalspiel gegen den Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach. Der Oberliga-Absteiger verlor zwar mit 2:4, verdiente sich mit seiner Leistung aber durchaus Respekt. "Die haben wahnsinnige Klasse", sagt Kleinschrodt. "Die haben einige erfahrene Spieler, die schon höher gespielt haben."

Herauszuheben sind da Torjäger Mario Marinic, der gegen Großaspach angeschlagen pausierte und zu dem Kleinschrodt sagt: "Das ist ei absoluter Profi im Amateurfußball." Oder Shqiprim Binakaj, der elf Jahre für Großaspach spielte und am Dienstag gegen seinen Ex-Club beide Treffer erzielte. "Die haben eine super Mischung", sagt Kleinschrodt. "Aber das haben wir auch." Gerade die erfahrenen Spieler wie Hofmann, Dennis Hutter, Boris Nzuzi und Christoph Rohmer gehen in Hollenbach derzeit voran.

"Wir freuen uns auf das Spiel, sind aber auch gewarnt. Die haben eine super Durchschlagskraft in der Offensive. Vielleicht gibt es aber auch einige Dinge, die ihnen Probleme bereiten. Aber auch die werden uns analysiert haben."

Dabei wird TSG-Coach Evangelos Sbonias aufgefallen sein, dass die Hollenbacher in den ersten Spielen in der Offensive schwer auszurechnen waren. Der Weggang von Toptorjäger Fabian Czaker wurde im Kollektiv kompensiert. In vier Spielen wurden 14 Treffer erzielt. So viele schoss auch Backnang.

Konkurrenzkampf tut den Hollenbachern gut

Wieder im Kader steht Neuzugang Felix Gutsche. Verzichten muss Kleinschrodt allerdings auf seinen Rot gesperrten Stammtorhüter Philipp Hörner. Dessen Ersatz Len Brutzer erkämpfte sich nach seiner Einwechslung beim 4:0-Sieg gegen Pfullingen das Vertrauen seiner Kameraden. Er bekam auch mehr zu tun als es den Hollenbachern recht war. "Len war super", sagte Hofmann. "Aber er hat in den vergangenen Wochen auch überragend trainiert. Umso besser, wenn man so einen Torwart noch in der Hinterhand hat."

Insgesamt meint er auch: "Wir haben einen großen Konkurrenzkampf. Das ist gut für uns." Der Hollenbacher Kader ist zwar dünn aber dafür ausgeglichen besetzt. So konnte Kleinschrodt in der englischen Woche auch etwas rotieren und beispielsweise den angeschlagenen Nzuzi gegen Pfullingen schonen.

 


Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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