Foul-Ei an Ostern für die Sport-Union

Fußball  Die Neckarsulmer Sport-Union kommt im Heimspiel gegen den Oberliga-Dritten SGV Freiberg zu einem 1:1. Verärgerung gab es wegen einer fragwürdigen Roten Karte für NSU-Verteidiger Marius Klotz.

Von Florian Huber

Foul-Ei an Ostern

Nach der Gelb-Roten-Karte und dem Elfmeterpfiff gegen Neckarsulm hatten Marius Klotz (links) und Robin Neupert Gesprächsbedarf mit Schiedsrichter Mika Forster.

Foto: Andreas Veigel

Marcel Busch war auf 180. Zeternd, schimpfend, wutschnaubend stürmte der Neckarsulmer Trainer in die Kabine, leere Plastikflaschen flogen durch die Luft. Der Auslöser des Neckarsulmer Halbzeit-Ärgers: Schiedsrichter Mika Forster.

Kurz zuvor hatte der Mann aus Oberderdingen nach einem Zweikampf von NSU-Abwehrmann Marius Klotz mit Freibergs Torjäger Marcel Sökler auf den Elfmeterpunkt gezeigt. Zudem musste der gelbvorbelastete Neckarsulmer auch noch vom Platz, Gelb-Rot. Schiedsrichter Forster sah einen Oberkörperkontakt, Marcel Sökler verspürte einen Kontakt an den Füßen, kam aber dennoch zum Abschluss.

Neckarsulms Torwart Marcel Susser parierte, dann folgte der Elfer-Pfiff. "Aus meiner Sicht war es nicht einmal ein Foul", sagte Marius Klotz. Denis Zagaria verwandelte den Strafstoßtrotzdem zum 1:1 nach 43 Minuten.

Sportdirektor Marco Merz schwärmt von Rambazamba-Fußball

1:1 statt 1:0 für Neckarsulm hieß es so zur Pause - und auch nach 94 intensiven Minuten in einem Fußballspiel voller Brüche. Die ersten 30 Minuten waren "Neckarsulmer Rauschfußball, Rambazamba", schwärmte NSU-Sportdirektor Marco Merz.

Als Veranschaulichung diente das 1:0. Marc Schneckenbergers Steilpass setzte Ouadie Barini in Szene, der Freibergs Ersatztorwart Alexander Michalik umkurvte und nach 20 Minuten traf. "Es war unser Plan, mit diesen Pässen hinter die letzte Reihe zu kommen, sagte Torschütze Barini, der gegen seinen ehemaligen Club traf. Mehr als das 1:0 wäre möglich gewesen.

Doppelte Strafe für die Neckarsulmer

Kurz nach dem Neckarsulmer Führungstreffer wurde Maximilian Gebert von Freibergs Maximilian Rohr als letzter Mann gestoppt. "Er wäre durch gewesen", sagte Ouadie Barini: "Eine klare Rote Karte." Da Mika Forster den Neckarsulmer Vorteil laufen ließ, kam Maximilian Rohr aber regelkonform nur mit Gelb davon. Ärgerlich für Neckarsulm, doch korrekt.

Dann folgte der Elferpfiff und der Freiberger 1:1-Ausgleich. Die Neckarsulmer fühlten sich doppelt bestraft beim österlichen Foul-Ei-Spiel des Schiedsrichters. Vom Schicksal und den Regularien. "Erstmal musste ich mich selbst runterbringen. Dann war ich wie die Jungs aber schnell wieder im Kampfmodus", sagte Neckarsulms Trainer Marcel Busch.

Barini lobt die Einstellung seiner Team-Kameraden

In der Halbzeitpause war es laut in der NSU-Kabine. "Wir mussten beruhigend auf die Spieler einwirken", sagte Marco Merz. Mit gekühltem Mütchen spielten die Neckarsulmer eine coole zweite Hälfte. Freiberg dominierte in Überzahl. "Mit einem Mann weniger ist es unheimlich schwierig gegen so eine spielstarke Mannschaft", sagte Ouadie Barini: "Wir haben die richtige Einstellung gezeigt, haben alles rausgehauen - auch läuferisch."

David Gotovac klärte auf der Linie einen Kopfball von Spetim Muzliukaj (58.), Denis Latifovic traf den Außenpfosten (60.), Marcel Susser parierte einen Distanzschuss von Patrick Fossi (70.). Der Freiberger sah zwei Minuten später nach einem Mittelfeldduell mit Steven Neupert die Rote Karte (72.).

Die Ursache der Härte dieser Entscheidung lässt sich wohl in den Schiedsrichterpfiffen gegen die NSU finden. Das lange Wort Konzessionsentscheidung machte die Runde unter den etwa 400 Zuschauern.

Noch sechs Spiele in dieser Saison

Unterm Strich steht ein Punkt gegen ein Spitzenteam. Im sechsten Duell mit einem Top-Drei-Team der Oberliga holten die Unterländer den ersten Punkt, den 37. der Saison. "Ich hätte gerne gesehen, wie das Spiel ohne Platzverweis läuft", sagte Marcel Busch hinterher. Sechs Punkte in den finalen sechs Begegnungen dürften für den Klassenerhalt reichen. "Unser Ziel bleibt auf jeden Fall, dass wir auch mal noch einen Großen der Liga besiegen", gibt Marcel Busch die Parole für den Saisonendspurt aus.


Neckarsulmer Sport-Union: Susser, Gotovac (85. Seybold), R. Neupert, Schmelzle, Klotz, S. Neupert, Schneckenberger (90. Müller), Gebert, Bellanave (66. M. Romano), Ayvaz (77. Albert), Barini.

Tore: 1:0 (20.) Barini, 1:1 (43.) Zagaria (FE).

Besondere Vorkommnisse: Gelb-Rot Marius Klotz (43.), Rote Karte: Patrick Fossi (Freiberg, 72.).

Schiedsrichter: Mika Forster (Oberderdingen).

 

Zuschauer: 400.


Kommentar hinzufügen