Das Team hinterm Team der TSG Hoffenheim

Fußball  Neuzugänge bei den Männern der zweiten Reihe: Das sind der neue Teammanager, Chefscout und Spielanalyst bei der TSG 1899 Hoffenheim.

Von Florian Huber
Männer der zweiten Reihe

Drei TSG-Neuzugänge (von links) bei der Vorstellungsrunde in Österreich: Maximilian Vollmar, Bastian Huber und Timo Gross.

Foto: Florian Huber

Bislang sieben sportliche Neuzugänge hat die TSG Hoffenheim diesen Sommer verpflichtet. Sie sollen Tore schießen oder verhindern. Beim Fußball-Erstligisten gibt es aber noch weitere wichtige Neue. Das ist das Trio, das zum Team hinter dem Team bei der TSG 1899 Hoffenheim gehört.

Teammanager: Maximilian Vollmar kennt sich aus mit dem Schweinwerferlicht, großer Kino-Bühne. Der 33-Jährige war bis vor einigen Jahren ein talentierter Schauspieler, wirkte unter anderem im Kinofilm "Die Welle" an der Seite von Jürgen Vogel mit. "Den Film wird es immer geben. Den werde ich meiner Tochter noch zeigen können", sagt er. Dann studierte er BWL/Sportmanagement. "Ich wollte nicht auf eine Schauspielschule gehen."

"Reibungslose Abläufe für alle Beteiligten"

Jetzt hilft Vollmar als Teammanager der TSG Hoffenheim mit, dass die Profis auf der Fußball-Bühne glänzen. Sein Ziel: "Reibungslose Abläufe für alle Beteiligten", wie es der bisherige Teammanager des 1. FC Köln ausdrückt. Absprachen mit Ärzten, Physiotherapeuten, Zeugwart, Profis. Zudem ist Vollmar für die Planungen der Auswärtsspiele verantwortlich: "Wie möchten wir anreisen, wo möchten wir schlafen?", sagt Vollmar. Das Team hinter dem Team wächst und wächst. Im Trainingslager der Hoffenheimer vor Wochen umfasste die Reisegesellschaft 56 Personen. "Es wird immer alles größer, Trainerstäbe, die medizinische Abteilung", sagt Vollmar. Eine Aufgabe entfällt für Vollmer allerdings nun. Sein Vorgänger Timmo Hardung (nun RB Leipzig) pflegte den Outlook-Kalender von Trainer Julian Nagelsmann. Alfred Schreuder hat bei Maximilian Vollmar noch keine Hilfe angefordert.

Chefscout: Seit Anfang Juli leitet Bastian Huber jene Hoffenheimer Abteilung, welche die Suche nach den Talenten von heute, morgen und übermorgen verantwortet. Er ist einer der engsten Mitarbeiter von Sportdirektor Alexander Rosen. Während andere Erstligisten zuletzt einen eigenen Kaderplaner angestellt haben, ist dafür bei der TSG Rosen zuständig. "Ich bin der Dienstleister, die Entscheidung trifft dann Alexander Rosen", sagt Huber. Der aus Passau stammende Huber war bis zuletzt Teilzeit-Lehrer, den Beamtenjob als "sicheren Hafen", wie er sagt, den gibt es nicht mehr. Der 39-jährige Vater von zwei Kindern war zuletzt unter anderem für den Bund Deutscher Fußball-Lehrer tätig, Jugendtrainer bei der Spvgg Greuther Fürth. Nun ist er Nachfolger von Michael Mutzel (Hamburger SV) und leitet eine Abteilung mit acht festangestelleten Talentsuchern.

Seine Hauptbeschäftigung? Telefonieren. Nachrichten schreiben. "Meine zwei Handys müssen häufiger aufgeladen werden wie als Lehrer", sagt Huber und lacht. Täglich kommen zig Angebote für Neuzugänge. "Ich wüsste aber keinen, den wir nicht schon eh auf dem Schirm gehabt hätten", sagt er. Gesucht werden Neuzugänge nicht nur für die Profis, sondern auch für die Nachwuchsakademie. "Wir sind überall präsent", sagt Huber. Nicht immer vor Ort, viel lässt sich auch über Video-Datenbanken wie Wyscout oder Instat realisieren. Im Trend liegt auch Datenscouting, worin die TSG einer der Marktführer ist. "Das kann helfen bei der Vorauswahl und Entscheidung", sagt Bastian Huber.?

Spielanalyst: Timo Gross ist ein interner Neuzugang, hat den Sprung aus dem Jugend-Bereich zu den Profis geschafft. Der gebürtige Karlsruher ist seit dem Jahr 2013 bei der TSG Hoffenheim. Angefangen hatte er als Praktikant. Jetzt fungiert er als Leiter Spielanalyse und Co-Trainer Analyse. Am Samstag beim DFB-Pokalspiel in Würzburg saß der 28-Jährige mit Head-Set auf dem Kopf vor dem Laptop auf der Tribüne. Das Spiel lesen, wichtige Szenen herausfiltern, analysieren. Das alles ist seine Aufgabe. Bei der Spielanalyse geht es darum, "ein Gefühl für die Mannschaft zu entwickeln, ich muss nah dran sein", sagt Timo Gross. Das gilt auch für den Trainer und dessen Spielidee.

Wie sein Vorgänger Benjamin Glück (jetzt RB Leipzig) arbeitet Gross eng mit dem neuen Cheftrainer Alfred Schreuder zusammen, sein Büro liegt direkt neben dem Trainerzimmer. Bei der Trainersuche war übrigens ein Hoffenheimer Kriterium: "Der Verein hier wählt Trainer, die auf technische Möglichkeiten wie Videos oder die große Leinwand am Spielfeldrand setzen", sagt Timo Gross.


Hübner bis 2022

Die TSG Hoffenheim hat den Vertrag mit Abwehrspieler Benjamin Hübner vorzeitig um ein Jahr bis zum Sommer 2022 verlängert. "Benni ist einer der Führungsspieler in unserem Team", sagt Sportdirektor Alexander Rosen. Hoffenheim steht unterdessen angeblich vor der Verpflichtung von Mittelfeldspieler Diadie Samassékou (23) von RB Salzburg. Der Mann aus Mali soll mehr als zwölf Millionen Euro kosten − und wäre damit der teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte. 


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