Bei Hollenbach ist in der Defensive Improvisation gefragt

Fußball  Der Fußball-Verbandsligist FSV Hollenbach bekommt es mit dem nächsten Aufsteiger zu tun. Am Samstag gegen den SV Fellbach zeigt sich, wie das Team den Rückschlag gegen Heimerdingen weggesteckt hat.

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Defensive Improvisation ist bei Hollenbach gefragt

Nach dem Rückschlag in Heimerdingen soll es für die Hollenbacher um Jonas Limbach (Mitte) wieder nach vorne gehen.

Foto: Marc Schmerbeck

Martin Kleinschrodt nimmt es mit einer großen Portion Galgenhumor. Vor dem Heimspiel am Samstag um 15.30 Uhr gegen den SV Fellbach fallen beim FSV Hollenbach mit Manuel Hofmann (Patellasehnen-Entzündung) und Arne Schülke (Bänderriss) zwei Innenverteidiger aus. Beide bildeten zu Beginn der Saison die Abwehr-Zentralverriegelung.

"Das ist das Problem des dünnen Kaders", sagt Kleinschrodt. "Aber es wird auch jetzt ein Mittelfeldspieler hinten drinstehen. Arne und Hoffi sind ja eigentlich auch keine Innenverteidiger." Schülke spielte in der Vergangenheit normalerweise im defensiven Mittelfeld, Hofmann ist eigentlich Linksverteidiger.

Verschiedene Möglichkeiten

So ist eben weiter Improvisationstalent nötig. Möglich wäre es, Michael Kleinschrodt zurückzuziehen. Er ist momentan aber der treffsicherste Hollenbacher und würde in der Offensive fehlen. Denkbar ist, dass der lange verletzte Philipp Volkert ins Team rückt. Ihm fehlt aber die Verbandsliga-Erfahrung. Vor dieser Saison kam er vom Bezirksligisten SV Wachbach. Noch hat das Hollenbacher Trainerteam aber auch etwas Zeit, an der Aufstellung zu tüfteln.

Doch egal, wer am Samstag in der Hollenbacher Innenverteidigung steht: "Wir wollen die daheim schlagen. Wir müssen alles geben", sagt Kleinschrodt. Heimsiege gegen einen Aufsteiger müssen das Anspruchsdenken der Hollenbacher sein. "Wir müssen dazu aber 100 Prozent Leistung bringen und dürfen die erste Viertelstunde nicht verschlafen", sagt Manager Karl-Heinz Sprügel.

Das ist den Hollenbachern in Heimerdingen passiert. Das Spitzenteam strahlte gegen das bis dato punktlose Schlusslicht keinerlei Dominanz aus und ließ Heimerdingen durch zu viele (Nach-)Lässigkeiten ins Spiel kommen und früh mit 2:0 in Führung gehen. Spaßfußball alleine reicht eben nicht.

In manchen Situationen fehlt die Erfahrung

"Die erste Halbzeit ist genauso gelaufen, wie wir es nicht wollten", sagt Kleinschrodt. "Wir wussten, dass die die Räume eng machen. Und nach dem zweiten Tor haben die gar nichts mehr für den Spielaufbau gemacht. Wir müssen daraus die Lehren ziehen. Ich dachte, wir sind schon weiter. Es war aber keiner auf dem Feld, der das Ding leitet. Das ist einfach Erfahrungssache." Und es sind eben Dinge, die einem so jungen Team wie dem Hollenbacher immer wieder passieren kann.

"Wir waren das einfach nicht gewohnt, dass eine Mannschaft so tief steht. Bisher haben unsere Gegner immer mitgespielt", sagt Kleinschrodt. "Wir haben das aufgearbeitet." Ganz nüchtern, ganz sachlich. "Was soll ich da jetzt auf die Truppe draufhauen? Die haben allen gegeben, nie aufgegeben. Aber sie haben es halt in der ersten Halbzeit verpennt und wir haben zu viele falsche Entscheidungen getroffen", sagt Kleinschrodt.

Nun geht es gegen einen ähnlichen Gegner. Allerdings schätzt Kleinschrodt die Fellbacher etwas spielstärker ein als Heimerdingen. Der TSV hatte sich nach dem Null-Punkte-Start und damit verlorenem Selbstbewusstsein rein aufs Verteidigen und Kontern verlegt. "Namentlich haben die nicht die Überspieler", sagt Kleinschrodt. Er rechnet mit einem kompakten Team, dessen Qualität die mannschaftliche Geschlossenheit ist.

"Die müssen sich erst noch an das Tempo gewöhnen", sagt Kleinschrodt. Bisher gewannen die Fellbacher von sechs Verbandsliga-Spielen nur eines - und zwar gegen den TSV Heimerdingen. Beide Teams stiegen aus der Landesliga 1 auf. Fellbach als Meister, Heimerdingen über die Relegation. Das Unentschieden gelang gegen den Oberliga-Absteiger 1. FC Normannia Gmünd.

 


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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