Alexander Rosens Freude wird getrübt

Kommentar  Das 2:1 in München sorgt beim Hoffenheimer Sportdirektor für Genugtuung. Eine Schlagzeile der Vorwoche brachte ihn auf dei Palme.

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Alexander Rosen hatte eine Botschaft an den Mann zu bringen. Natürlich war der Sportdirektor glücklich. Stolz. Ein Sieg für Hoffenheim in München. Das sei "außergewöhnlich", sagte der 40-Jährige. Aber die pure Freude war nicht herauszuhören. Die vergangene Woche hatte Spuren hinterlassen bei Rosen. Die "Bild"-Zeitung hatte sich Anfang der Woche als Orakel betätigt und getitelt, dass Alfred Schreuder als erster Trainer der Liga fliegen werde.

"Was machen wir hier alle miteinander in diesem Geschäft? Irgendein Schmierfink haut etwas raus. Plötzlich multipliziert es sich - und plötzlich muss sich ein Bundesligist rechtfertigen, dass der Trainer wackelt. Ich kapiere es nicht. Da hat nie jemand nachgefragt. Und auf einmal steht das dann da. Wenn das die Berichterstattung 2019 ist, frage ich mich, ob ich richtig bin", stellte Rosen in einer emotionalen Rede klar.

Großer Umbruch im Verein

Der Mann aus Bayern betonte erneut, dass man sich in einer Umbruchphase befinde. Er verwies auf die fehlenden Top-Stürmer Andrej Kramaric (könnte gegen Schalke 04 in zwei Wochen erstmals wieder zum Kader gehören) und Ishak Belfodil. "Dann spielen wir gegen fünf der sieben Europapokal-Teilnehmer, drei davon auswärts", sagte Rosen. Ein neues Team, neuer Trainer. Trainerdiskussion? "Völliger Schwachsinn!" rief Ersatzkapitän Benjamin Hübner.

Das 2:1 war eine Antwort auf die Trainerfrage 

Das 2:1 in München war irgendwie auch eine Antwort auf die Trainerfrage. Die TSG hat mit acht Punkten nach sieben Spielen sogar einen Punkt mehr geholt als in der Vorsaison. Hoffenheims Problem nach den Schlagzeilen des Boulevards brachte Alexander Rosen auf den Punkt: "Wenn ich nix sage, dann verselbständigt sich das. Wenn ich etwas sage, dann wird es trotzdem geschrieben. Wollen wir da mitmachen? Also ich nicht." 

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Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik. 

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