Abschied von "KD" mit Überraschungs-Sieg garniert

Fußball  Oberligist Neckarsulmer Sport-Union besiegt den Titelaspiranten VfB Stuttgart II mit 2:1. Tore von Riccardo Stadler und Pasqual Pander sowie als Rückhalt ein starker Schlussmann Marcel Susser.

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Jubel nach dem Treffer zum 2:1: Paqual Pander (rechts) lässt sich von seinen Mitspielern feiern. Foto: Andreas Veigel

Das hatten die wenigsten unter den knapp 800 Zuschauern erwartet, Oberligist Neckarsulmer Sport-Union besiegte den Titelaspiranten VfB Stuttgart II mit 2:1 und garnierten damit den Abschied von Spartenleiter Klaus-Dieter zur Linden, der nach dem Spiel offiziell geehrt wurde. "Für dich", rief Spieler David Gotovac "KD" nach Abpfiff zu, der die Fußball-Abteilung 25 Jahre lang im Ehrenamt geführt hatte. "Besser hätte mich die Mannschaft nicht verabschieden können", freute sich zur Linden über die drei Punkte. 

"Das haben die Jungs richtig gut gemacht", lobte NSU-Trainer Marcel Busch die Mannschaft, die seine taktischen Vorgaben über 90 Minuten diszipliniert umsetzten. "Alle haben brutal viel gearbeitet und sich in jeden Schuss geworfen. Der VfB wird das anders sehen, aber wir haben nicht unverdient gewonnen, hatten aber auch das nötige Spielglück." Und einen starken Torhüter Marcel Susser, der seine Mannschaft in der ersten Halbzeit mit einer starken Leistung in der Partie hielt. "Der war heute richtig gut, was zuletzt nicht immer der Fall war", meinte dann auch Marcel Busch. Zur Linden hob die Einstellung aller Akteure hervor und sagte: "super gekämpft, super verteidigt, die wenigen Chancen genützt und letztlich das Optimale herausgeholt."    

Zweite Mannschaft des VfB Stuttgart mit viel Ballbesitz 

Es war ein Spiel, wie es von den Ballbesitz-Anteilen nicht anders zu erwarten war. Die VfB-Zweite bestimmte von Beginn an das Geschehen, zeigte wer auf dem Pichterich der Favorit und wer der Underdog ist. Doch die Neckarsulmer machten das Beste daraus, gefielen im Defensiv-Verbund mit viel Laufarbeit, standen gut gestaffelt und machten die Räume eng. Chancen für den VfB Stuttgart II, der ohne Spieler aus dem Profi-Kader angereist war, konnten die Platzherren indes nicht verhindern. Und so entwickelte sich zunächst ein Spiel Torhüter Marcel Susser gegen den VfB.

Der NSU-Keeper rettete bei Abschlüssen von Nick Bätzner (6. und 22. Minute), Lukas Kiefer (18.), David Tomic (24.), war in zwei Situationen eher am Ball wie der einköpfbereite Marcel Sökler (17.) sowie der heranstürmende Kiefer (28.). Susser stand immer richtig. Wie es geht, zeigte Riccaro Stadler bei seiner Startelf-Premiere, der nach einem Pass in die Tiefe von Serhat Ayvaz den ersten strukturierten Konter der Neckarsulmer in der 25. Minute zum 1:0 abschloss. Der VfB war geschockt.

Unglückliches Eigentor von Tobias Fausel 

Nur zwei Minuten später erkämpfte sich Maxi Gebert an der Stuttgarter Tor-Ausline den Ball, zog nach innen und schoss, Stuttgarts Schlussmann Sebastian Hornung lenkte den Ball über die Latte. In der Folgezeit passierte nicht mehr viel, bis zur 44. Minute. Ein eigentlich geklärten Pass in den Neckarsulmer Fünfmeterraum lenkte Tobias Fausel ins eigene Tor. Susser stand auf dem falschen Fuß und musste mit ansehen wie der Ball an ihm vorbei kullerte.

Nach der Pause änderte sich wenig. Die Zweitliga-Reserve aus der Landes-Hauptstadt hatte weiter mehr Ballbesitz und das Geschehen spielte sich überwiegend in der Neckarsulmer Hälfte ab. Allerdings kam der VfB zu deutlich weniger aussichtsreichen Möglichkeiten. Die erste in der zweiten Halbzeit wurde in der 71. Minute notiert, ein Freistoß von Tomic landete im Außennetz. Drei Minuten später war es erneut Tomic, der mit einem Abschluss Susser prüfte. 

Torschütze Psqual Pander (Mitte) jubelt mit Mert Öztürk(links). Foto: Andreas Veigel

Aber auch die NSU tauchte das ein oder andere Mal im gegnerischen Strafraum auf. In der 81. Minute war es dann Pasqual Pander, der die Überraschung perfekt machte und einen Konter zum umjubelnden 2:1 abschloss. Ein Sieg gegen den VfB Stuttgart II, ein Geschenk für Klaus-Dieter zur Linden, der froh war, "dass ein dummes Eigentor nicht bestraft wurde".


Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

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