1899 Hoffenheim: Alleiniger Rekordhalter Kramaric

Fußball  Beim 1:1 in Bielefeld erzielt der Hoffenheimer Stürmer bereits sein 19. Saisontor. Bleibt der Stürmer den Kraichgauern auch für die nächste Saisoner erhalten?

Email

Glückwunsch: Robert Skov (links) gratuliert seinem Hoffenheimer Teamkollegen Andrej Kramaric, der gerade seinen 19. Saisontreffer erzielt hat.

Foto: dpa

Noch hat sich Vedad Ibisevic nicht bei Andrej Kramaric gemeldet. Doch das wird der Bosnier ganz sicher noch tun. Der ehemalige Torjäger der TSG Hoffenheim wird Kramaric gratulieren, weil er weiß, wie wichtig auch individuelle Tor-Bestmarken für Fußballer sind.

Der Bosnier Ibisevic hätte 2008/09 ganz sicher mehr als jene 18 Tore geschossen, die er damals allein in der Hinrunde erzielte. Dann riss sein Kreuzband - und mit ihm der Lauf des damaligen Aufsteigers als Tabellenführers. Hoffenheim ohne Ibisevic wurde auf Rang sieben durchgereicht. So wichtig wie früher Ibisevic ist heutzutage Kramaric fürs Hoffenheimer Spiel.

Kramaric ist seit fünfeinhalb Jahren der prägende Hoffenheimer Spieler

Kramaric war damals ein junger Kerl, ein talentierter Nachwuchsfußballer in Kroatien. Hoffenheim und die Bundesliga weit weg. "An so einen Rekord habe ich nie gedacht", sagt Kramaric, der nun fünfeinhalb Jahre im Kraichgauclub die prägende Figur ist.

Mit seinem 19. Saisontor beim 1:1 in Bielefeld hat sich Andrej Kramaric im Hoffenheimer Rekordbuch den Eintrag für die meisten Tore in einer Saison gesichert. Als Rekordtorschütze des Bundesligaclubs steht er längst drin. "Ich bin stolz darauf", sagt Kramaric über die neueste Bestmarke und versäumte es nicht, umgehend seinen Dank an "meine Kollegen, den Sportdirektor und den ganzen Verein" zu formulieren. Er hat schon schwierigere, wichtigere Tore erzielt als in jener fünften Minute am Samstag auf der Bielefelder Alm zum 1:0.

Der Stürmer ist kein Mann für Treueschwüre

Kramaric hätte noch ein zweites Tor erzielen können. Die Chance aufs 20. Saisontor bietet sich so am nächsten Samstag, wenn Hertha BSC im letzten Saisonspiel in Sinsheim gastiert. Ob es sein Abschiedsspiel wird?

Es ehrt den Kroaten, dass er nicht den Eindruck erwecken will, auch in der nächsten Saison auf jeden Fall noch das Trikot der TSG Hoffenheim zu tragen. Kramaric ist kein Typ für Treueschwüre, die kurze Zeit später nichts wert sind. Am ZDF-Mikrofon ließ Andrej Kramaric am Samstag seine persönliche Zukunft offen. Wie zuletzt immer. Bleibt er noch bis 2022? Dann endet sein Vertrag. Verlängert er ihn? Oder ist er im Sommer schon weg?

Trainer Sebastian Hoeneß glaubt an einen Verbleib von Kramaric

Klar scheint: Vor der EM entscheidet sich nichts, auch weil danach erst der corona-gelähmte Transfermarkt an Fahrt aufnehmen wird. Das Turnier ist für den 29-Jährigen ja auch eine Reise in die eigene Vergangenheit. In London wartet in der Vorrunde die Partie gegen England, die Neuauflage des WM-Halbfinales von 2018. Kramaric spielte einst für Leicester City, er setzte sich nicht durch in der Premier League. Ob er das ändern möchte? Oder reizt Italien, die Serie A, in der viele kroatische Spitzenspieler schon ihr Können gezeigt haben.

TSG-Trainer Sebastian Hoeneß hat jüngst Optimismus versprüht als es um die Zukunft seines Topspielers ging. "Ich glaube daran, dass er auch nächste Saison noch für uns spielt." Glaube, Hoffnung, Überzeugung. Das alles war bei den Hoffenheimern am Samstag zu erkennen. "Wir haben klar dokumentiert, dass wir nix auslaufen lassen", sagte Sebastian Hoeneß nach dem Fight bei den abstiegsbedrohten Bielefelder Arminen.

Torwart Philipp Pentke rettet mit dem Po

Neben Kramaric stand dabei Torwart Philipp Pentke besonders im Fokus, der den verletzten Oliver Baumann ersetzte. "Als Torwart wünscht man sich ja immer zu Null zu spielen. Ich denke, es war ein ordentliches Spiel", sagte der 36-Jährige über das Spiel und seine persönliche Leistung. Andreas Voglsammer traf für Bielefeld per Freistoß zum 1:1 "Ich habe meinen Teil dazu beigetragen", sagte er über das Remis. Korrekterweise war es sogar sein Hinterteil, das den TSG-Punktgewinn rettete. Denn Andreas Voglsammer scheiterte freistehend aus kurzer Distanz nach 48 Minuten am Po des Hoffenheimer Keepers.

Verletzungspech bei den Innenverteidigern

Es scheint ein Fluch auf den Hoffenheimer Innenverteidigern in dieser Spielzeit zu liegen. Immer wieder schlägt das Verletzungspech auf dieser Position zu. Benjamin Hübner und Ermin Bikakcic fehlen schon die gesamte Saison, in der quasi jeder der neun Innenverteidiger schon mal verletzt fehlte. In Bielefeld erwischte es erneut Kevin Akpoguma an der Rückseite des linken Oberschenkels, nach 66 Minuten musste er raus. Dabei hatte Akpoguma zuletzt gegen Schalke beim 4:2 sein erstes Bundesligator erzielt.


Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik.

Kommentar hinzufügen