1:1 - gerechtes Unentschieden im Spitzenspiel

Fußball  Knapp 1400 Fans im Pichterich-Stadion sehen eine abwechslungsreiche Landesliga-Partie zwischen Türkspor Neckarsulm und den Spfr. Schwäbisch Hall sowie einen umjubelten Freistoß-Treffer von Kreshnik Lushtaku.

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Nach 90 spannenden Minuten hat sich an der Spitze der Landesliga nichts verändert. Zwar hat der Tabellenführer Türkspor Neckarsulm nach zuvor neun Siegen seine weiße Weste verloren, doch mit dem 1:1 gegen den Zweitplatzierten Spfr Schwäbisch Hall ist der Vorsprung von drei Punkten gleich geblieben.

Nach einer verhaltenen ersten Halbzeit wurde die Partie nach dem Pausentee auch spielerisch ein wirkliches Spitzenspiel mit vielen Emotionen, in dem die knapp 1400 Zuschauer im Pichterich-Stadion voll auf ihre Kosten kamen. "Die ersten 45 Minuten waren relativ ausgeglichen. Danach sind wir besser aus der Kabine herausgekommen und müssen das 1:0 machen", sagte Schwäbisch Halls Trainer Thorsten Schift in seiner Analyse. Doch es waren die Platzherren, die in Führung gingen. Hall jubelte wenig später über den Ausgleich. "Am Ende hätten beide Teams das Spiel noch gewinnen können. Von daher ist es ein gerechtes Ergebnis", sagte Schift.

Haller mit spielerisch starker Truppe

Dieser Ansicht war auch Kushtrim Lushtaku. "Es war ein Spiel, das keinen Verlierer verdient gehabt hätte", sagte der Spielertrainer von Türkspor Neckarsulm. "Respekt an den Gegner. Schwäbisch Hall hat eine super und spielerisch starke Truppe, aber wir haben gezeigt, dass wir zurecht da oben stehen."

Im ersten Durchgang gab es nur wenige Höhepunkt zu notieren. Je ein Kopfball für Türkspor durch Fabian Czaker und Marvin Reitz sowie ein gefährlicher Schuss des Haller Daniel Martin waren die spektakulärsten Szenen. "In der ersten Halbzeit war es ein zerfahrenes Spiel ohne erkennbares System. Beide Abwehrreihen haben da nichts zugelassen", sagte auch Lushtaku.

Handspiel nicht gepfiffen

Dafür ging nach dem Seitenwechsel die Post ab, mit guten Phasen und reichlich Chancen für beide Mannschaften. Nicht leicht hatte es Schiedsrichter Jannik Baumann bei je zwei umstrittenen Situationen in den Strafräumen. Wobei Türkspor Glück hatte, dass ein Handspiel von Reitz nicht gepfiffen wurde. Auf der anderen Seite hätte ein Foul an Türkspor-Stürmer Sadik Yilmaz mit einem Elfmeter geahndet werden müssen. Dennoch wurde der Unparteiische von beiden Trainern nach einer mitunter hitzigen, aber fairen Partie ausdrücklich gelobt.

In der 75. Minute war es ein Traumtor, das die Neckarsulmer Spieler wie Zuschauer ausgelassen jubeln ließ. Kreshnik Lushtaku zirkelte einen Freistoß unhaltbar für Halls Keeper Nico Purtscher in den Winkel. Doch sieben Minuten später setzte sich Philipp Minder über rechts durch, stürmte Richtung Strafraum und spielte am herauslaufenden Torhüter Dominik Samija vorbei, quer auf Günter Schmidt, der locker zum 1:1 ins verwaiste Tor einschob. Danach wogte die Partie hin und her. Näher am Sieg waren aber die Neckarsulmer, für die Bahadir Özkan in der Nachspielzeit an der Latte scheiterte.

Abstand bleibt gleich

"Wir wollten den Abstand nicht größer werden lassen, von daher kann ich mit dem Unentschieden ganz gut leben", sagte Thorsten Schift, der in Volkan Demir und Ali Gutda Gökdemir auf zwei Leistungsträger verzichten musste. Auch Kushtrim Lushtaku war zufrieden und meinte: "Unser Ziel war es, Hall nicht nach Punkten aufschließen zu lassen, das haben wir geschafft."

Türkspor Neckarsulm: Samija, Güzel, Reitz (90. Özen), Ha. Velic, Videc, Erdem (58. Yilmaz), Özkan, Kümen, Berisha, Kr. Lusthaku (79. E. Velic), Czaker. (70. Ku. Lushtaku).

Spfr Schwäbisch Hall: Purtscher, Brenner, Winker, Martin, Baumann (83. Koch), Vural, Minder, Uygun, Großberndt (46. Toptik), Vuletic, Schmidt.

Tore: 1:0 Kr. Lushtaku (75.), 1:1 Schmidt (82.).

Schiedsrichter: Jannik Baumann.

Zuschauer: 1400.


Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

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