11:0-Schützenfest des VfB Stuttgart in Ilshofen

Ilshofen  Der Zweitligist VfB Stuttgart geizt im ersten Testspiel vor der neuen Saison nicht mit Toren und gewinnt gegen den überforderten TSV Ilshofen 11:0.

Von Andreas Öhlschläger
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VfB Stuttgart Ilshofen
Foto: Andreas Öhlschläger

So viele neue Gesichter. Als der Mannschaftsbus des VfB Stuttgart neben dem Sportheim des TSV Ilshofen geparkt hat, steigen Kerle in VfB-Klamotten aus, die von den Fans erstmal identifiziert werden müssen. In den Profikader aufgerückte Jugendspieler sind dabei, etliche Zugänge, aber immerhin auch ein altbekannter Meisterheld von 2007, Mario Gomez. Er wird am Bus als Einziger bejubelt.

Der Ruhm des Mittelstürmers ist ein bisschen verblasst, wie auch der des VfB. Doch in Ilshofen, beim ersten Testspiel des in die 2. Liga abgestiegenen Traditionsclubs, ist es halt leichter, ein ganz bekanntes Gesicht nach einem Autogramm zu fragen, als die Neuen, die sich im VfB-Dress noch einen Namen machen müssen, Atakan Karazor zum Beispiel, aus Kiel gekommen, oder Philipp Klement, der nach Stuttgart gewechselte Topscorer des SC Paderborn.

Mit ihnen soll es besser werden, sollen die Fans wieder Spaß haben. Noch aber schmerzt der Abschied aus der Bundesliga. Da ist viel Frust zu spüren. Als David Kopacz aus zwei Metern Torentfernung den Pfosten trifft, ist das Geschimpfe auf der Tribüne groß. "Die können doch nix." Und: "Deshalb sind sie abgestiegen." Kopacz war am Absturz in die 2. Liga gewiss nicht schuld. Aber die schwäbische Bruddlerseele kennt kein Pardon mit den Profis im VfB-Dress. Schon beim Gang zum Aufwärmen haben die Fans am Rand mächtig gelästert. "Da können wir jetzt stoppen, wie lange der Gomez bis zum Platz braucht." - "Einen Sekundenzeiger brauchst du dafür nicht."

Gomez schießt erstes Tor gegen die Hohenlohe-Auswahl

Immerhin ist es dann Ex-Nationalstürmer Mario Gomez, der in der 5. Minute fürs Stuttgarter 1:0 gegen die Hohenlohe-Auswahl sorgt. Sein Angriffspartner Leon Dajaku erhöht fünf Minuten vor der Pause auf 2:0. Schnell folgt das 3:0 durch Gomez. Ein Eigentor von Ralf Kettemann nach Hereingabe von Philipp Klement bringt das 4:0. In der letzten Aktion sorgt David Kopacz fürs 5:0. Im Schlussspurt der ersten Halbzeit lässt es der VfB krachen.

Doch auch nach dem Seitenwechsel geht es schnell. Beim VfB sind nun neun neue Spieler auf dem Feld. Und der aus Regensburg gekommene Stürmer Hamadi Al Ghaddioui erzielt vor 3000 Zuschauern gleich das 6:0 (48.) und 7:0 (56.). Ein toller Schuss von Erik Thommy bringt das 8:0 (63.). Die Hohenlohe-Auswahl ist in der Hitze des Sonntagnachmittags zunehmend überfordert, schafft es in der zweiten Halbzeit nicht mal mehr, für Entlastung zu sorgen. Das 9:0 geht aufs Konto von Daniel Didavi, das 10:0 (82.) schießt wieder Al Ghaddioui. Mit einem Didavi-Elfmeter zum 11:0 ist Schluss.

Trainer ist sehr zufrieden mit dem ersten Testauftritt des VfB

Im VfB-Tor steht in der ersten Halbzeit Jens Grahl, nach der Pause ist es dann der gerade erst vom 1. FC Nürnberg geholte Fabian Bredlow. Die potenzielle Nummer eins fehlt noch. Der Hoffenheimer Gregor Kobel wird offenbar den Platz von Ron-Robert Zieler einnehmen, der nach Hannover gewechselt ist. Der 21-Jährige soll bereits den Medizincheck absolviert haben und zunächst als Leihspieler zum VfB kommen. Noch ist aber mit dem badischen Nachbarn TSG nicht alles geklärt. 

Sportdirektor Sven Mislintat kann in Ilshofen jedenfalls keinen Vollzug bestätigen. Ganz entspannt steht er vor der Kabinentüre, trinkt einen Kaffee und muss überhaupt nicht hektisch telefonieren. Mislintat signalisiert: Das wird. Wenn nicht mit Plan A, dann mit Plan B oder C. Zuvor hat Marvin Schwäbe von Bröndby IF als Favorit für die Zieler-Nachfolge gegolten. Allerdings sollen die Ablöseforderungen der Dänen zu hoch gewesen sein. Jetzt scheint Kobel zu kommen. Auch Markus Schubert von Dynamo Dresden ist beim VfB schon als neue Nummer eins gehandelt worden.

Die, die da sind, haben erstmal für gute Stimmung gesorgt. Tim Walter, der neue Trainer, hat sich "sehr zufrieden" gezeigt mit dem ersten Testauftritt seiner Mannschaft. Ein "munteres Spiel von unserer Seite" hat Walter gesehen. "Hart trainiert" habe man an den vier vorangegangenen Tagen. Jetzt das 11:0 mit vielen Offensivaktionen. "Da wurde vieles schon umgesetzt von dem, was ich sehen will." Im Trainingslager in Kitzbühel wird von diesem Montag an weiter Gas gegeben. Walter weiß, dass es nach der Katastrophensaison 2018/19 um viel geht. "Unser Ziel ist es, die Fans glücklich zu machen."

 

 


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