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Andreas Dups wird beim 1:3 des VfB Eppingen im Stich gelassen

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Der Torhüter des VfB Eppingen glänzt in Mühlhausen über 90 Minuten, seine Mannschafrtskollegen allerdings nur in der ersten Halbzeit.

An ihm lag es nicht: Andreas Dups bewahrte den VfB Eppingen nach der Pause vor Schlimmerem. 
Foto: Archiv/Krüger
An ihm lag es nicht: Andreas Dups bewahrte den VfB Eppingen nach der Pause vor Schlimmerem. Foto: Archiv/Krüger  Foto: Krüger, Klaus

Andreas Dups war am Samstagnachmittag restlos bedient. Der Torhüter des VfB Eppingen war grantig ob der Leistung seines Teams - und diesmal war er auch gar nicht gut auf seine Vorderleute zu sprechen. "Das ist zu viel, Mensch. Einfach viel zu viel", schimpfte der 30-Jährige, als er nach Abpfiff kurz mit ihm bekannten Spielern des Gegners in Kontakt war, die ihn nicht wirklich beruhigen konnten.

Mehr wollte Andreas Dups an diesem Tag gar nicht sagen. "Nehmt es mir bitte nicht übel, heute ist es vielleicht besser so", sagte er später nach einer Dusche höflich zu wartenden Journalisten. Sprach es. Und fuhr davon. Dups ärgerte so vieles. Wieder einmal in dieser Verbandsliga-Saison hatte der VfB Eppingen die große Chance vertan, gegen ein Team von oben zu gewinnen, verlor erneut. Wie schon gegen Zuzenhausen. Wie gegen den VfR Mannheim. Wie gegen den 1. FC Bruchsal vor zwei Wochen. Diesmal 1:3 beim 1. FC Mühlhausen. Es hätte alles so viel anders ausgehen können. In die eine wie in die andere Richtung.

Lauf- und spielfreudig, engagiert und variantenreich

Da war an dem Nachmittag diese erste Hälfte, in der Eppingen beinahe alles richtig machte, in jedem Fall gut drin war, Spiel und Gegner beherrschte. "Die Eppinger hatten gefühlt überall einen richtig guten Spirit", konstatierte Mühlhausens Trainer Christian Thome. Lauf- und spielfreudig insgesamt, diszipliniert und kompakt in der Defensive, engagiert und variantenreich in der Offensive. Die Folge: Das 1:0 durch Jan-Hendric Hoyer (12. Minute). Die einmal mehr einzige Spitze der Gäste hatte leichtes Spiel, drückte die Kopfballvorlage von Edrissa Nyassi nach einem Eckball frei am langen Pfosten über die Linie.

Völlig verdient bereits zu diesem frühen Zeitpunkt. Und der VfB hatte definitiv Bock auf mehr - was auch Andreas Dups auf der anderen Seite des Feldes wohlwollend registriert haben dürfte. Doch ausgerechnet der Vorlagengeber des 1:0 und Dreifachtorschütze der Vorwoche, Edrissa Nyassi, ließ zwei ganz dicke Chancen aus. Zwei Mal stand er nach feinen Kombinationen frei vor dem Tor - er scheiterte aber sowohl in der 23. als auch in der 31. Minute am herauseilenden Kai Mutschall im Tor der Gastgeber, die bis dahin sieben ihrer acht Spiele gewonnen hatten.

Edrissa Nyassi hätte das Spiel entscheiden können

"Ja, ich hätte das Spiel heute entscheiden können", musste auch Nyassi hinterher gestehen. Der Mittelfeldspieler mit den flinken, langen Beinen hätte sich und seine Mitspieler glücklich machen können.

Auch Dups. Der Eppinger Torhüter war in der ersten Halbzeit einmal geschlagen: Tim Buchheister hatte ihn bereits umkurvt, doch Innenverteidiger Riza Güzel half mit einer unfassbaren Grätsche aus - erwischte den Ball rechtzeitig vor Überqueren der Linie (36.). Es war der Zeitpunkt, als das Spiel des VfB erste zarte Risse bekam, nicht mehr ganz so souverän wirkte. Trotzdem: "Es war unsere beste erste Hälfte bisher", meinte Trainer Christian Schweinfurth.

In den zweiten 45 Minuten fand der VfB nicht mehr statt

Die zweite Halbzeit fiel in die entgegengesetzte Kategorie. Zum Leidwesen von Dups. Mühlhausen stellte um. "Wir haben versucht, die Räume, in denen die Eppinger stark waren, besser zu besetzen", sagte Thome. Das zeigte Wirkung: Die Gäste fanden nicht mehr statt. Der VfB lief nur noch hinterher und hatte nach der Pause tatsächlich gar keine Torchance mehr. Christian Schweinfurth fand: "Wir sind ja gefühlt gar nicht mehr in die gegnerische Hälfte gekommen."

Nicht nur gefühlt. Nach dem schnellen 1:1 durch Buchheister infolge einer Ecke, als die VfB Defensive schlief, rollte ein Angriff nach dem anderen aufs Tor von Dups, der mehrfach ganz stark parierte. Aber auch ein Andreas Dups kann nicht alles halten, nach gut einer Stunde hatte Philipp Neuberger das Spiel mit dem 2:1 gedreht (64.) - später (81.) machte er den Deckel drauf. Der VfB war mit 3:1 noch gut bedient.

Trainer Schweinfurth: Da kriege ich die Vollkrise

20 Gegentreffer in zehn Spielen: "Da kriege ich die Vollkrise", meinte Schweinfurth, der mit Mühlbach zuvor fünf Jahre nacheinander die beste Defensive gestellt hatte. Eine Krise hatte auch der im Stich gelassene Dups bekommen. Verständlich, wie Güzel fand. "Wir sind es ihm schuldig, aber auch uns allen, mal zu null zu spielen", sagte er.

VfB Eppingen: Dups - Sautter, Güzel, B. Elshanaj, Fitze - Durmus - Rudenko, E. Elshanaj (46. Schweizer), Ayvaz (78. Jeremic), Nyassi (78. Krasinski) - Hoyer. Tore: 0:1 (12.) Hoyer, 1:1 (52.) Buchheister, 2:1 (64.) Neuberger, 3:1 (81.) Neuberger. Schiedsrichter: Fabian Menzel. Zuschauer: 200.

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