Rassistische Beleidigungen nach vergebenen Elfmetern in England

Euro 2020  Nach rassistischen Beleidigungen gegen die beim Elfmeterschießen im EM-Finale erfolglosen Profis hat der britische Premierminister Boris Johnson zu mehr Respekt gemahnt. Zuvor hatte sich der englische Fußballverband erschüttert gezeigt. Die Londoner Polizei kündigt Ermittlungen an.

Von dpa
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Nach seinem verschossenen Elfmeter wird Englands Bukayo Saka (Mitte) von seinen Mitspielern getröstet. Foto: dpa

„Dieses England-Team verdient es, als Helden verehrt und nicht rassistisch beschimpft zu werden“, twitterte Regierungschef Johnson am Montagmorgen. „Die Verantwortlichen für diese entsetzlichen Beschimpfungen sollten sich schämen.“

Der für Medien, Kultur und Sport zuständige britische Minister, Oliver Dowden, drohte den Betreibern sozialer Medien mit empfindlichen Strafen, sollten sie nicht stärker gegen rassistische Beleidigungen auf ihren Plattformen vorgehen. „Unser neues Gesetz zur Sicherheit im Internet wird sie zur Rechenschaft ziehen mit Strafen von bis zu zehn Prozent des globalen Gewinns“, so Dowden auf Twitter.

Bukayo Saka (19) vom FC Arsenal hatte im verlorenen Finale gegen Italien den letzten Elfmeter vergeben. Zuvor hatten bereits Marcus Rashford (23) von Manchester United und Jadon Sancho (21) verschossen. Nur die ersten beiden Schützen Englands trafen ihre Versuche. Italien gewann das Elfmeterschießen 3:2.

 

Verband FA fordert harte Strafen

Vor Johnson hatte sich schon der englische Fußballverband über den Rassismus online erschüttert gezeigt. „Wir könnten nicht deutlicher machen, dass jeder, der hinter solch widerlichem Verhalten steckt, als Anhänger unseres Teams nicht willkommen ist. Wir werden tun, was wir können, um die betroffenen Spieler zu unterstützen und drängen zugleich auf die härtest möglichen Strafen für jeden, der verantwortlich ist“, schrieb die FA weiter.

Die Londoner Polizei twitterte: „Dieser Missbrauch ist absolut nicht akzeptabel, wird nicht toleriert und untersucht werden.“ Nach Angaben der US-Nachrichtenagentur AP ermittelt die Londoner Polizei wegen „beleidigender und rassistischer“ Nachrichten in den sozialen Netzwerken.

Sancho und Rashford waren von Trainer Gareth Southgate erst kurz vor dem Ende der Verlängerung eingewechselt worden. Daran gab es auch von TV-Experten aus Deutschland Kritik. Die Nationalmannschaft Englands war vor jedem Spiel bei der EM auf ein Knie gegangen, um gegen Rassismus und Diskriminierung zu protestieren.

 


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