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A-Junioren-Handballer des TSV Weinsberg holen baden-württembergische Meisterschaft

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Der TSV-Nachwuchs sichert sich durch einen 33:22-Sieg gegen den TV Plochingen vor 300 Zuschauern in der Weibertreuhalle die baden-württembergische Meisterschaft.

Angeführt vom starken Keeper Nicolas Koch (links) gewannen die Weinsberger A-Junioren als erstes Team aus dem Bezirk Heilbronn-Franken die baden-württembergische Meisterschaft.
Angeführt vom starken Keeper Nicolas Koch (links) gewannen die Weinsberger A-Junioren als erstes Team aus dem Bezirk Heilbronn-Franken die baden-württembergische Meisterschaft.  Foto: Seidel, Ralf

Erst als der Trainer zugestimmt und sein Handy in Sicherheit gebracht hatte, gossen die Spieler das Meisterschafts-Weizenbier über seinen Kopf. "Ich freue mich richtig für die Jungs", sagte ein begossener Edin Hadzimuhamedovic. Seine Jungs - die A-Junioren des TSV Weinsberg - haben Historisches geschafft.

Als erstes Team aus dem Bezirk Heilbronn-Franken haben sie am Samstag durch einen 33:22 (17:9)-Sieg im letzten Saisonspiel die baden-württembergische Meisterschaft gewonnen. 300 Zuschauer in der Weibertreuhalle feierten lautstark mit.


12:0-Lauf ebnet den Weg zum Titel

"Wie während der ganzen Saison waren unsere starke Abwehr und unser überragender Torhüter die entscheidenden Faktoren", sagte Hadzimuhamedovic. In der Tat begann sein Team nervös, lag nach fünf Minuten mit 2:4 zurück. Dann verhinderte Keeper Nicolas Koch mit seiner ersten Parade in einer Eins-gegen-Eins-Situation das 2:5 (6. Minute) und fortan klappte alles.

Satte 16 Minuten blieben die Weinsberger ohne Gegentor, machten mit einem 12:0-Lauf aus dem 2:4 ein 14:4 (20.). Koch parierte in den ersten 30 Minuten zehn Bälle. "Wenn der Torhüter den ersten Ball hält, pusht das die Mannschaft natürlich. Das geht aber nur mit einer überragenden Abwehr vor mir", sagte der 18-Jährige.

Vorne halfen die leicht aussehenden Treffer von Top-Spieler Alen Hadzimuhamedovic. Der Trainer-Sohn demonstrierte im linken Rückraum seine Klasse und war mit seinen präzisen Abschlüssen Garant für die sogenannten einfachen Tore aus der Distanz. Bereits zur Pause war die Partie beim Stand von 17:9 vorentschieden, die zweite Hälfte eher ein Schaulaufen des starken TSV-Nachwuchs.

Historischer Erfolg hat viele Väter

"Das ist das Ergebnis von viel harter Arbeit in den vergangenen Jahren", sagte ein stolzer Abteilungsleiter Marco Horst. Trainer Hadzimuhamedovic, der "seine Jungs" von kleinauf betreut hat und nächste Saison die erste Mannschaft übernehmen wird, betonte: "Es gibt viele Väter des Erfolgs. Ohne das Engagement der Jugendtrainer und vor allem der Eltern, wäre dieser Titel als Krönung nicht möglich gewesen."

In den Vorjahren hatten die Weinsberger zwei Mal knapp den Titel des württembergischen Meisters verpasst. Vielleicht war deshalb auf den Sieger-T-Shirts nur vom württembergischen Meister 2023/24 zu lesen? "Wir werden das noch korrigieren", versprach Hadzimuhamedovic. Seinen Spielern war es ohnehin egal. "Wir haben uns in der Saison enorm weiterentwickelt, kassieren mit Abstand die wenigsten Gegentore", erklärte Koch den Triumph.

Kleiner Schatten über den Titel-Feierlichkeiten

Frisch mit Weizenbier geduscht: Edin Hadzimuhamedovic (rechts) begleitete das Team durch sämtliche Altersklassen.
Frisch mit Weizenbier geduscht: Edin Hadzimuhamedovic (rechts) begleitete das Team durch sämtliche Altersklassen.  Foto: Seidel, Ralf

Zehn Minuten vor dem Ende durfte der Mann des Tages unter großem Applaus für Malte Uhl vom Feld, sein Trainer umarmte ihn lange. Sein Sohn Alen kam nur noch für Siebenmeter aufs Feld. "Wir waren richtig heiß auf das Spiel, wollten unbedingt gewinnen", sagte zwölfmalige Torschütze hinterher. Nachdem Verbandsvertreter Michael Roll den Sieger-Wimpel übergeben hatte, begannen die Titel-Feierlichkeiten, kombiniert mit dem Geburtstag von Abwehr-Chef Sebastian Mühlegg.

An einem perfekten Tag fiel lediglich negativ auf, dass auf der Tribüne kein einziger Spieler der ersten Mannschaft zu finden war.

TSV Weinsberg: Koch, Uhl - Jauchstetter, Rieser (4), Szöllösi (1), Mühlegg (4), Hadzimuhamedovic (12/2), Bayer (3), Steinle, J. Pröllochs (4), Weber (3), N. Pröllochs, Haaf, Paulsen (2).

Erfolgreichste Werfer des TV Plochingen: Finley Peters (6), Tristan Gehring (6).

Schiedsrichter: Yannick Bauer/Maik Wörner.

Siebenmeter: TSV Weinsberg: 2/3; TV Plochingen: 3/4.

Zeitstrafen: 1/1.

Zuschauer: 300.

 


Keine Zeit zum Feiern

Direkt nach Spielende fuhren Edin Hadzimuhamedovic und sein Sohn Alen nach Magdeburg. Dort stand für den 17-Jährigen das zweite wichtige Spiel des Wochenendes auf dem Programm. In der Meisterrunde der A-Jugend-Bundesliga gewann er mit den A-Junioren der SG BBM Bietigheim mit 32:30 beim SC Magdeburg. Theoretisch könnte der bosnische Jugend-Nationalspieler, der acht Treffer zum Sieg beisteuerte, nach dem baden-württembergischen Titel sogar noch die deutsche A-Jugend-Meisterschaft holen.

 
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