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Lena Wolf und die Kochertürner Abwehrmaschine

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27:24-Erfolg der HSG beim Derby in Nordheim

Von Klaus Apitz
Elena SeizFoto: Archiv/Veigel
Elena SeizFoto: Archiv/Veigel

Die HSG Kochertürn/Stein ist in der Nordstaffel der Württembergliga die Mannschaft der Stunde. Zur Weihnachtszeit nach einer Niederlagenserie noch in Abstiegsgefahr, sind die Frauen mit sechs Siegen im neuen Jahr nun im Rennen um den zweiten Platz. Am Freitagabend setzten sie sich im Unterland-Derby beim bisherigen Tabellenzweiten TSV Nordheim mit 27:24 (13:14) durch.

Gästespielerin Kim Hagner freute sich nach der spannenden und kampfbetonten Partie, das "Gesetz der Serie" fortgesetzt zu haben, denn auch das sechste direkte Duell ging an die HSG. Danach sah es vor mehr als 600 Zuschauern in der ausverkauften Nordheimer Sporthalle aber zunächst nicht aus. Denn die Heimtruppe machte mit Elisa Brummeissl und Alkje Ziegler viel Druck, legte ein 4:1, 7:4 und 9:6 vor. Doch dann kam gegen die aggressiv und offensiv verteidigenden Kochertürnerinnen Sand ins Getriebe.

Zähes Ringen Schnell stand es 10:10, und danach wurde es ein halbstündiges zähes Ringen um den entscheidenden Vorteil. Nordheim ging mit einem 14:13 in die Pause, dann lag die HSG nach einem Treffer von Sandra Staiger beim 17:16 erstmals vorn. Nach 45 Minuten und einem Tor der stark aufspielenden, wendigen Elena Seiz stand es gar 21:19 für die HSG. Nordheim wehrte sich zwar mit Macht, doch als Stephanie Dähnel acht Minuten vor Schluss auf 25:22 erhöhte, war das Spiel endgültig gekippt.

"Wir haben das Spiel über die Abwehr gewonnen", lautete das Fazit von Carolin Reber. Wieder einmal. Denn Kochertürns Trainer Steffen Laux hat es in den vergangenen Jahren hinbekommen, den Defensivblock zu einer wie eine Maschine arbeitenden Einheit zu formen. Da passt ein Rädchen ins andere, werden die gegnerischen Angreiferinnen unaufhörlich attackiert und so zu Fehlern verleitet. "Diese Abwehr war für uns schwer zu überwinden", sagte Nordheims junger Trainer Oliver Hees.

Knackpunkt war in den letzten 20 Minuten aber, dass sein Team fünf Topchancen versiebte. Fünfmal hatten Nordheimer Angreiferinnen freie Wurfbahn, viermal scheiterten sie an Kochertürns Torfrau Lena Wolf. Einmal flog der Ball am Kasten vorbei. "Am Ende waren wir im Kopf nicht mehr frisch genug", kommentierte Hees diese Fehlwürfe. Wolf also war die Matchwinnerin, während auf der Gegenseite die eingesetzten Tina Weinstok und Nicole Rottmann kaum einen Ball erwischten. "Ab der 35., 40. Minute war es mau", meinte Hees, "sie hatten beide nicht ihren Tag."

Chancen intakt Wobei es an der Gesamtleistung der Nordheimerinnen nichts zu mäkeln gibt, denn sie versuchten es bis zuletzt, Einsatz und Moral stimmten. Und die Chancen auf Tabellenplatz zwei, der zur Aufstiegsrelegation berechtigt, bleiben intakt. Auf HSG-Seite dagegen verschwenden sie an die mögliche Relegation, zumindest offiziell, keinen Gedanken. Auch nach mehrmaligem Nachhaken bleibt es bei der einen Aussage: "Wir schauen von Spiel zu Spiel", sagt Carolin Reber. Und die neben ihr stehenden Wolf, Mezger und Hagner nicken.

TSV Nordheim: Weinstok, Rottmann − Gaudernack (3), Swantje Ziegler, Mayer (4), Baumann (1), Popken (2/2), Brummeissl (6/2), Frank (1), Blatt, Raymond, Alkje Ziegler (7), Korthals.

HSG Kochertürm/Stein: Wolf, Bauer − Schill (1), Staiger (4), Hagner (1), Mezger (2), Kuhn (3/2), Hoffmann (10/3), Kreh, Dähnel (1), Reber (2), Seiz (3), Brendle, Schulz.

Schiedsrichter: König (Flein), Roll (Heilbronn). Zuschauer: 600.

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