Der letzte Heimsieg vor dem Umbruch
RV gewinnt in der Klasse M* bei der 3. Auflage des Ilsfelder Voltigierturniers − 500 Athleten am Start

"Beim Voltigieren müsste man eigentlich eher von einem Heimnachteil sprechen", sagt Karin Mainusch vor ihrem Start beim dritten Ilsfelder Voltigierturnier schmunzelnd. Die 21-Jährige ist eine der neun Voltigierer, die sich am vergangenen Wochenende auf dem Rücken von Wallach Salvatore in der Klasse M* überlegen zum Ilsfelder Heimsieg turnten.
Großer Andrang Doch nicht nur sportlich mussten die Lokalmatadoren einiges leisten. Bis kurz vor ihrem eigenen Start waren sie mit Bewirten, Ergebnisse schreiben und Moderieren beschäftigt − schließlich war der Andrang groß. 580 Athleten hatten sich in sechs Leistungs- und vier Breitensportklassen für das Turnier angemeldet.
Seit drei Jahren gehören Ausbilderin Petra Rometsch und ihre Voltigierer dem RV Ilsfeld an. Nach einem Streit mit Großbottwar fand man damals in Ilsfeld eine neue Heimat. Seitdem ist die Nachfrage groß. 25 Kinder stehen auf der Warteliste. Um Nachwuchs müsse man sich keine Sorgen machen, sagt Rometsch. Allerdings fehle es an Ausbildern. Auch ein zweites Pferd besitzt Ilsfeld nicht. Und das ist neben guten Sportlern beim Votigieren entscheidend. "Vom Pferd hängt der Erfolg zu 60 Prozent ab", sagt Kristina Breitwieser.
Seit ungefähr elf Jahren voltigiert sie. "Ich wollte schon immer Reiten. Ein eigenes Pferd war aber leider zu teuer. Da war das Voltigieren eine gute Lösung." Das sei bei den Meisten so, weiß Petra Rometsch: "Für Mädchen ist es doch das Schönste, etwas mit Pferden zu machen." Deshalb sind es oft die Mädchen, die Interesse am Voltigieren zeigen. Doch mit Michael Walker steht auch ein Junge in den Reihen der Ilsfelder. "Er genießt es schon, Hahn im Korb zu sein. Er gibt oft mal den Ton an", sagen Karin Mainusch und Kristina Breitwieser mit einem Zwinkern.
Ins Ausland Alle drei werden dem RV bald nicht mehr oder nur noch eingeschränkt zur Verfügung stehen. Mainusch hat wegen ihres Studiums in Tübingen kaum noch Zeit, nach Ilsfeld zu kommen. Breitwieser und Walker zieht es für mehrere Monate ins Ausland. "Da kann man schon von einem Umbruch sprechen", sagt Mainusch. Umso mehr freuen sich die Ilsfelder auf den letzten gemeinsamen Höhepunkt: den Deutschland-Pokal in Zweibrücken vom 23. bis 25. Oktober.
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