Andreas Stober: Drei Punkte und ein Vesperbrot von der Mama
Heimat So sind sie, die Mütter. Sobald der Sohn mal wieder in der Nähe ist, wird er verpflegt und versorgt.

Heimat So sind sie, die Mütter. Sobald der Sohn mal wieder in der Nähe ist, wird er verpflegt und versorgt. Andreas Stober weiß, wie das ist. Am Sonntag trat der Trainer des Fußball-Landesligisten ASV/DJK Eppelheim beim TSV Kürnbach an − nach dem Spiel bekam er von seiner Mama ein Vesperbrot zugesteckt. "Das ist für die Heimfahrt", sagte Stober mit einem Lächeln im Gesicht.
Mutter Renate (80) wohnt in Eppingen, Sohn Andreas (53) in Brühl. Der Sportplatz ist immer wieder mal ein Treffpunkt für die beiden. Der Sohnemann kennt sich aus im Kraichgau. In jüngeren Jahren hat er für den VfL Mühlbach und den VfB Eppingen gekickt, ehe es ihn aus beruflichen, sportlichen und privaten Gründen fortzog. Als Trainer kommt er gerne zurück in den Fußballkreis Sinsheim, zumal er dort erfolgreich ist − auch in dieser Saison. Beim SV Rohrbach landete er mit dem ASV einen 3:1-Sieg, beim VfB Eppingen eroberte er ein 1:1. Nun kam am Sonntag das aufregende 3:2 in Kürnbach hinzu.
"Es war ein sehr wichtiger Sieg für uns", sagt Stober, gibt aber zu: "Es war ein hässliches Spiel. Von den Bedingungen war es sehr grenzwertig." Vor allem in der ersten Halbzeit tat sich seine Mannschaft schwer und geriet durch Marius Steinmetz nicht unverdient in Rückstand. Als dann noch Lukas Essig das 2:0 für Kürnbach erzielte, sah es gar nicht gut aus für den ASV. Der aber schlug zurück − auch dank Patrick Fetzer, den man in Eppelheim nur "Bomber" nennt. "In der zweiten Halbzeit haben wir endlich Druck gemacht. In der ersten Halbzeit haben wir uns zu sehr dem Gegner angepasst. Wir haben sehr viel mit Langholz operiert, was gar nicht unsere Art ist, und uns einlullen lassen", so Stober.
Durch das 3:2 hat der ASV jetzt 24 Punkte auf dem Konto − und sechs Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Dieses Polster benötigt er. Am nächsten Wochenende kommt der FC Zuzenhausen, dann hat der ASV spielfrei. Stober ist zuversichtlich: "Ich glaube, wir haben eine gute Stabilität in der Mannschaft. Wir werden nicht absteigen. Und trotzdem hab’ ich noch kein Angebot für kommende Saison. Bis jetzt hat kein einziger Verein angefragt", sagt der Coach, der am Ende der Runde in Eppelheim aufhört. Stober ist offen für alles: "Ob A-Klasse oder Landesliga ist mir wurscht. Ich brauche den Fußball. Meine Frau reicht, glaub’ ich, die Scheidung ein, wenn ich nichts mehr im Fußball mache."
Vielleicht findet sich ja im Kreis Sinsheim ein Club. Mama Renate würde es freuen.
Schlachtfest-Schlappe Es gab Zeiten, da hatte die SG Kirchardt bei ihren Schlachtfest-Spielen Schwein und gewann. Am Sonntag allerdings, beim Schlachtfest 2015, hatte die Sportgemeinschaft alles andere als Glück. Mit 1:6 (1:3) verlor der A-Ligist sein Heimspiel gegen den TSV Michelfeld II.
Man könnte jetzt sagen, die SG sei veranstaltungsgetreu abgeschlachtet worden. Ganz so war es jedoch nicht. "Natürlich war Michelfeld besser. Das ist ein anderes Kaliber. Die sind der Meisterschaftsfavorit schlechthin", sagt Abteilungsleiterin Anja Mathis, ergänzt aber: "Es gab ein, zwei unglückliche Schiedsrichter-Situationen."
Unglückliche Schiedsrichter-Situation Nummer eins: Vor dem Foulelfmeter, der zum 1:1-Ausgleich durch Johannes Rudenko führte, hatte TSV-Keeper Ben Bolich SG-Angreifer Marco Hooge umgerannt − was Referee Uwe Hamel (Nordheim) mit Strafstoß und Gelber Karte ahndetete. "Ich bin auch kein Freund der Dreifachbestrafung. Aber es hätte Rot geben müssen, so ist nun mal die Regel", erklärt Anja Mathis und meint: "Dann wäre der TSV Michelfeld nur noch zu zehnt gewesen."
Unglückliche Schiedsrichter-Situation Nummer zwei: Vor der Pause zeigte der Schiedsrichter eine Minute Nachspielzeit an. Letztlich, so Mathis, habe der Schiri jedoch drei Minuten angehängt. "Und in diesen Minuten haben wir zwei Gegentore kassiert."
Kassiert ist kassiert, passiert ist passiert. Die SG muss gegen andere Teams ihre Punkte holen − beispielsweise am kommenden Sonntag, wenn der FC Eschelbronn im Kettendwald gastiert. Was eigentlich die Trainersuche macht? Nichts Neues. Die Sportgemeinschaft hat noch immer keinen Nachfolger für Peter Pitz gefunden, von dem man sich nach der Saison trennen wird. "Es ist sehr schwierig, jemanden zu finden. Es sind kaum Trainer auf dem Markt, andere Vereine haben ähnliche Probleme", sagt Anja Mathis. Gleichzeitig fasst sich die Abteilungsleiterin auch an die eigene Nase: "Wir sind keine attraktive Adresse mehr. Wir haben Fehler gemacht in der Vergangenheit. Dafür zahlen wir jetzt."
Immerhin: Gespräche mit potenziellen Kandidaten gab es und finden weiterhin statt. Ob aber wirklich ein Spielertrainer die SG betreuen wird? "Es wäre sicherlich wünschenswert gewesen. Und wir hätten zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen", erklärt Mathis, betont aber: "Es muss nicht zwingend ein Spielertrainer sein. Wir sind jetzt mit zwei Leuten in Verhandlungen, die Trainer sind." Eric Schmidt
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare