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Auch Silber schmeckt süß

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Max Hanselmann und Serafin Schefold werden in Stuttgart Zweier-Vizeweltmeister

Von unserem Redakteur Marc Schmerbeck
Bissig: Max Hanselmann (links) und Serafin Schefold vom RV Öhringen sicherten sich bei der Hallenrad-WM in Stuttgart den zweiten Platz im Zweier.Fotos: Marc Schmerbeck
Bissig: Max Hanselmann (links) und Serafin Schefold vom RV Öhringen sicherten sich bei der Hallenrad-WM in Stuttgart den zweiten Platz im Zweier.Fotos: Marc Schmerbeck

Am Ende schmeckte auch Silber prima. Max Hanselmann und Serafin Schefold bissen kräftig zu. Irgendwie gehört es ja auch dazu, eine Medaille auf ihre Bissfestigkeit zu prüfen. Es ist ja auch ein nettes Bild fürs eigene Fotoalbum. Die Medaille hielt stand. Spuren waren danach keine am Edelmetall zu sehen. Für Schefold/Hanselmann hatte es einen süßen Geschmack.

Souverän Der zweite Platz bei der Hallenrad-Weltmeisterschaft in der Stuttgarter Porsche Arena war für den Kunstrad-Zweier des RV Öhringen keine Überraschung. Er war das realistische Ziel. Und Schefold/Hanselmann erreichten es − souverän. Fast schon abgeklärt. Und das bei ihrer ersten WM-Teilnahme − vor 6000 Zuschauern am Samstagabend. So eine Kulisse gibt es im Kunstradsport nur ganz selten. Schefold/Hanselmann ließen sich dadurch nicht aus dem Konzept bringen. Die alten und neuen Weltmeister Andre und Benedikt Bugner allerdings auch nicht. Sie spulten ihre Kür ganz sicher ab und ließen sich zum vierten Mal Gold um den Hals hängen.

Glücklich waren damit beide deutschen Paare.

Die Überraschung war dann auf Rang drei zu finden: Marcel Schnetzer und Jana Latzer aus Österreich, die im Finale der besten Vier Hin Bon Ip und Pok Man Yu aus Hongkong hinter sich ließen.

Am Morgen noch hatten die beiden deutschen Zweier etwas gewackelt. Beide mussten zwei Mal vom Rad. 142,39 Punkte für Bugner/Bugner und 136,42 für Hanselmann/Schefold war die Konsequenz daraus. So schlecht war die Punktzahl des Öhringer Zweiers die ganze Saison über nicht gewesen. Es waren trotzdem zehn Zähler mehr wie die drittplatzierten Chinesen. Die Verhältnisse für das abendliche Finale waren klar abgesteckt.

Österreich (124,06) und China (121,70) legten vor. Danach war klar, dass schon ganz schön viel passieren musste, damit die ersten beiden Plätze nicht wie erwartet an Deutschland gehen.

Und dann kam der Wackler. Gleich zu Beginn ihrer Kür stießen Schefold/Hanselmann mit den Rädern aneinander und stiegen ab. "Man denkt über den Absteiger nicht groß nach", meinte Hanselmann. "Man fährt einfach weiter, fokussiert sich auf die nächsten Übungen."

"Das war wieder so ein kleiner Fehler", meinte Trainer Jürgen Wieland. "Aber sie hatten alles andere im Griff. Das hat acht Punkte gekostet. Aber wir sind mit der Leistung total zufrieden. Die beiden sind erst 19 und 20 und jetzt bei ihrer ersten WM-Teilnahme gleich Vizeweltmeister." Solide 145,50 fuhr der Öhringer Zweier heraus. Kein allzu großer Druck für Bugner/Bugner, die ganz sicher zu 161,24 Punkten fuhren. "Sea und Max haben ganz gut vorgelegt. Das ist ein Ansporn für uns, das zu toppen. Man freut sich auch ein bisschen mehr, wenn der Wettkampf knapper ist."

In der Vergangenheit waren ihre Titelgewinne eine noch deutlichere Angelegenheit.

"Hammer. Einfach geil", meinte Serafin Schefold. Er unterstrich damit, dass es eine gewonnene Silbermedaille und kein verlorenes Gold war. "Wir haben alles erreicht, was wir erreichen wollten", sagte Schefold. "Das war der Höhepunkt einer guten Saison. Und auch die Medaille ist wunderschön."

Nächste Ziele Daran, dass sie auch nächstes Jahr wieder zur Weltmeisterschaft fahren wollen, ließen Schefold/Hanselmann keinen Zweifel. "Unser Fokus liegt dann nicht mehr auf der Quali, sondern darauf, näher an die Bugners heranzukommen."

Dafür wurden schon in dieser Saison neue Übungen trainiert, die nächste Saison ins Programm eingebaut werden sollen. "Mit dem Erfolg können wir nun ganz ruhig aufs nächste Jahr blicken", meinte Trainer Wieland. "Wir müssen ja neue Ziele haben. Die Weltmeisterschafts-Qualifikation haben wir erreicht, den zweiten Platz auch. Was bleibt jetzt noch offen?"

Ihre letzten beiden Drei-Jahres-Pläne haben Schefold/Hanselmann immer mit dem vorgegebenen Ziel abgeschlossen. Erst wurden sie Junioren-Europameister, jetzt Vizeweltmeister.

Die geballten Hände signalisieren es: Serafin Schefold (unten) und Max Hanselmann waren mit ihrer Final-Kür zufrieden. Es reichte zum erhofften zweiten Platz.
Die geballten Hände signalisieren es: Serafin Schefold (unten) und Max Hanselmann waren mit ihrer Final-Kür zufrieden. Es reichte zum erhofften zweiten Platz.
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