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Entscheidungen in der Schlussphase

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Die Verbandsligisten Schwäbisch Hall und Neckarsulm feiern Siege

Die Sportfreunde Schwäbisch Hall hatten Mühe mit den kampfstarken Albstadtern. Serdal Kocak (links) hatte das zwischenzeitliche 2:0 erzielt.Foto: Schmerbeck
Die Sportfreunde Schwäbisch Hall hatten Mühe mit den kampfstarken Albstadtern. Serdal Kocak (links) hatte das zwischenzeitliche 2:0 erzielt.Foto: Schmerbeck

Verbandsligist Neckarsulmer Sport-Union hat im letzten Spiel des Jahres nach kuriosem Spielverlauf sein kleines Fußballwunder erlebt. Bis zwei Minuten vor dem Abpfiff führten die Gäste vom TSV Berg mit 2:1, am Ende jubelte jedoch die Sport-Union über einen 3:2-Sieg − und einen mehr als gelungenen Jahresabschluss. Die Sportfreunde Schwäbisch Hall haben dagegen noch ein nachholspiel gegen Nagold ausstehen. Am Samstag besiegten sie Albstadt mit 3:1 und stehen nun auf Rang sechs der Verbandsliga − einen Platz hinter Neckarsulm. Das Klassement wird vom FSV 08 Bissingen angeführt.

Schwäbisch Hall "Wir hatten in der ersten Halbzeit einige gute Aktionen nach vorne", sagte Halls Trainer Thorsten Schift. "In der zweiten Halbzeit haben wir den Faden dann etwas verloren. Wenn wir Pech haben, kassieren wir das 2:2. So aber haben wir das 3:1 gemacht." Serhat Ayvaz besorgte in der 13. Minute die Sportfreunde-Führung. Serdal Kocak legte in der 38. Minute zur 2:0-Pausenführung nach.

Nach dem Seitenwechsel kam Albstadt besser auf und verkürzte durch Pietro Fiorenza (55.). Für Hall war nun Zittern bis zum Schluss angesagt, denn erst in der 90. Minute gelang Stefan Beez die Entscheidung. "Ich denke, unter dem Strich war es verdient", meinte Halls Kapitän Matthias Haag. "Es war eine gute Mannschaftsleistung. In Überzahl hätten wir den Ball aber besser laufen lassen müssen." In der letzten Viertelstunde hatten die Sportfreunde einen Mann mehr auf dem Platz, denn Fiorenza hatte die Gelb-Rote Karte gesehen.

Neckarsulm Während sich auf dem Rasen und den Rängen Jubelszenen puren Glücks abspielten, saß NSU-Trainer Thorsten Damm mit ausgestreckten Füßen auf seinem Trainerstuhl. Der Übungsleiter war in sich gesunken, leer, gezeichnet von einer intensiven Vorrunde. "Das Kompliment, das ich meiner Mannschaft heute zolle, kann nicht groß genug sein", sagte der Coach, noch immer mental komplett ausgepumpt. "Ich freue mich wahnsinnig für die Jungs, dass sie sich heute für eine tolle Moral belohnt haben."

Dass der Unparteiische Wolfram Bosch aus Lonsee einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte, und die Begegnung mit drei fragwürdigen Elfmeterentscheidungen in Durchgang zwei maßgeblich beeinflusste, war mehr als eine Randnotiz. In der 56. Minute begann die Elfmeter-Show von Neckarsulm. Nach einem harmlosen Zweikampf vor dem Neckarsulmer Strafraum entschied der Unparteiische zum Entsetzen der Heimmannschaft auf Elfmeter für den TSV Berg − 1:0 durch Christoph Dzierzawa. In der 64. Minute bekam Neckarsulm einen Handelfmeter geschenkt: 1:1 durch Ramazan Kandazoglu. In der 81. Minute dann der dritte fragwürdige Elfer: Christoph Dzierzwa war das völlig wurst, er drosch das Leder zur Berger 2:1-Führung in die Maschen. "Ehrlich gesagt hatte ich nach dem 1:2 ein wenig vor dem Schiedsrichter kapituliert und begonnen, eine Niederlage zu akzeptieren", gab Thorsten Damm Einblick in sein Seelenleben.

Doch seine Spieler dachten nicht daran, sich mit dem 1:2 zu arrangieren. Nein, sie zeigten eine unglaubliche Mentalität, die in der 88. Minute belohnt wurde: Kandazoglu drosch die Kugel aus 20 Metern zum 2:2 ins linke untere Eck. Steffen Elseg machte den NSU-Tag mit dem 3:2 in der Nachspielzeit perfekt. mars/red

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