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Verein für Unterzahl

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Fußball - VfB Eppingen erkämpft sich mit einem Mann weniger ein 1:1 gegen den FC Spöck

Von unserem Redakteur Eric Schmidt

Hier verfehlt Stefan Beierle den Ball noch. In der 86. Minute aber, nach einer Flanke von Jan-Philipp Kubasta, erzielt der Angreifer des VfB Eppingen mit einem spektakulären Seitfallzieher den 1:1-Ausgleich gegen den FC Spöck.Foto: Klaus Krüger
Hier verfehlt Stefan Beierle den Ball noch. In der 86. Minute aber, nach einer Flanke von Jan-Philipp Kubasta, erzielt der Angreifer des VfB Eppingen mit einem spektakulären Seitfallzieher den 1:1-Ausgleich gegen den FC Spöck.Foto: Klaus Krüger

Fußball - Am Ende gab es sogar Applaus. Als die Spieler des VfB Eppingen den Rasen des Hugo-Koch-Stadions verließen und in den Kabinengang traten, klatschten die Fans auf dem Clubhaus-Balkon Beifall. "Bravo"-Rufe ertönten von der Empore, jemand schrie: "Beim nächsten Mal klappt’s, Jungs!"

Auch wenn der VfB wieder nicht gewann, auch wenn er immer noch auf seinen ersten Sieg in der Fußball-Verbandsliga Nordbaden wartet: Das 1:1 (0:0)-Unentschieden gestern Abend gegen den FC Spöck fand Anerkennung beim Volk. Wieder hatte der Aufsteiger mit 0:1 zurückgelegen. Wieder hatte er sich in Unterzahl zurückgekämpft und wie schon in Schwetzingen spät den Ausgleich erzielt. Dieses Mal war es Torjäger Stefan Beierle, der mit einem spektakulären Seitfallzieher vier Minuten vor dem Abpfiff zum viel umjubelten 1:1 traf.

Kampfspiel "Letztlich ist das Unentschieden gerecht. Spöck ging in den ersten 20 Minuten richtig drauf. Man hat gemerkt, dass die unbedingt wollten", sagte Kapitän Oliver Söder. "Das Unentschieden ist okay. Wir haben ordentlich gespielt, alles versucht und alles gegeben, haben aber im Spiel nach vorne dann doch zu viele Ballverluste gehabt", sagte Trainer Marco Unser und gab zu: "Es wäre mehr drin gewesen."

Ja, das wäre es. Bevor der VfB durch einen Konter des FC Spöck mit 0:1 in Rückstand geriet (70.), hätte er selbst in Führung liegen können. In einem zähen Kampfspiel ohne große Höhepunkte waren es die Kraichgauer, die die seriösesten Chancen hatten. Viel fehlte nicht, und der Mittwochabend wäre zu einer Stefan-Beierle-Gala geworden. Kurz vor der Pause spritzte der 31-Jährige in eine Rückgabe des Spöcker Moritz Leppert und lief allein aufs Tor zu, scheiterte aber an Keeper Houssam Nezhari. Nach dem Seitenwechsel verpasste Beierle hauchdünn eine scharfe Hereingabe von Alexander Rudenko (53.), wenig später traf er nach dem schönsten Angriff des ganzen Spiels mit einem Heber nur den Pfosten (62.). "Den ersten Ball muss ich machen. Bei der zweiten Chance habe ich den Ball zu spät gesehen", erklärte Beierle.

So richtig in die Klemme kam der VfB, als er nach dem 0:1 durch Nico Ruppenstein auch noch eine unnötige Gelb-Rote Karte für Christian Schweinfurth kassierte (79.). Doch wie schon am Samstag in Schwetzingen, als er mit zwei Mann weniger auf dem Platz zum 1:1-Ausgleich kam, warf der VfB alles nach vorne und wurde belohnt.

Der VfB als VfU − als Verein für Unterzahl? "Fast könnte man meinen, wir brauchen das. Bisher haben wir nur in Unterzahl Tore geschossen", sagte Oliver Söder mit einem Grinsen im Gesicht. Mal schauen, ob die Eppinger ihr nächstes Spiel in Neckarelz als Elf beenden − oder wieder nur als Zehn oder Neun.

VfB Eppingen: Hauber − Yaramaz, M. Söder, Kubasta, Barth − Schweinfurth, Stetter (64. Landes) − Rudenko, Kirchner (46. Kuhmann), O. Söder (75. Mairhofer) − Beierle.

FC Spöck: Nezhari − Griesinger, Stober, Shynkevich, Lang − Kerb (43. Leppert), Sickinger, Araya, Zehender (75. Reiners) − Ruppenstein, Seidel (81. Lüdcke).

Tore: 0:1 (70.) Ruppenstein, 1:1 (86.) Beierle.

Besondere Vorkommnisse: Gelb-Rote Karte für Schweinfurth (79.)

Schiedsrichter: Mathias Fahrer (Bretten); Zuschauer: 200.

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