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Plaggemeyer in Doppelfunktion

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Vorsitzender des SV Sülzbach ist derzeit Interimstrainer der Verbandsligafrauen

Von Daniel Bilaniuk
Derzeit Vorsitzender und Trainer in Personalunion: Sülzbachs Walter Plaggemeyer. Rechts Co-Trainerin Manuela Epp .Foto: Alexander Bertok
Derzeit Vorsitzender und Trainer in Personalunion: Sülzbachs Walter Plaggemeyer. Rechts Co-Trainerin Manuela Epp .Foto: Alexander Bertok

Sag niemals nie, antwortet der Vorsitzende des SV SülzbachWalter Plaggemeyer auf die Frage, ob er denn auch in der nächsten Saison bei den Verbandsligafrauen seines Vereins auf der Trainerbank sitzen wird. Nach der wenig harmonisch verlaufenen Trennung von Uwe Zehetner Anfang April hat der 64-jährige Ex-Profi Plaggemeyer (unter anderem Werder Bremen, Kickers Offenbach) das Traineramt in Sülzbach übernommen.

"Die Trennung von Uwe war letztlich nicht mehr zu vermeiden. Über mehrere Wochen hinweg ist es immer wieder zu Ungereimtheiten gekommen, so dass das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft letztlich einfach nicht mehr gepasst hat", äußert sich Plaggemeyer zur Trainerentlassung, die ihn zum Interimstrainer gemacht hat. "Ich habe mit den Mädels gesprochen und dann haben wir schnell gemerkt, dass die Konstellation zum jetzigen Zeitpunkt passen würde", sagt Plaggemeyer, macht aber deutlich, dass dies eigentlich nicht als Lösung für die Zukunft gedacht ist. "Ich sehe mich jetzt erstmal als Trainer bis zum Saisonende."

Abgeschlagen Mit großer Freude hat der Vereinsvorsitzende in den vergangenen Wochen registriert, dass er in den zwei Trainingseinheiten unter der Woche viele Spielerinnen um sich versammeln kann. "Da sind immer 20 Mädels da, und das finde ich bei unserer derzeitigen Tabellensituation schon bemerkenswert." Die Sülzbacherinnen stehen in der Verbandsliga mit lediglich einem Punkt aus 17 Spielen abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz. Der Abstieg in die Landesliga am Saisonende ist praktisch besiegelt, die Hoffnung auf das Wunder Klassenerhalt bezeichnet auch Walter Plaggemeyer als "mehr als utopisch". Dennoch sieht der ehemalige Bundesligaprofi durchaus Potenzial in seiner jungen Truppe: "Die Mannschaft hat in den letzten zwei Spielen defensiv einen sehr guten Job gemacht, lediglich bei den gegnerischen Standardsituationen haben wir das eine oder andere Mal schlecht ausgesehen". Das sei aber nicht weiter verwunderlich, schließlich sei seine Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von knapp über 20 Jahren noch am Anfang der Entwicklung.

Als Ausrede für den aktuellen Tabellenstand will Plaggemeyer das aber nicht gelten lassen. "Die zahlreichen Niederlagen, die wir bisher kassiert haben, nur auf die Jugend und Unerfahrenheit zu schieben, ist mir zu einfach." Der Generationen-Umbruch, der in Sülzbach in den vergangenen Jahren stattgefunden hat, sei für ihn nach wie vor richtig. Sorge um die Zukunft des Frauenfußballs macht sich der Vorsitzende des Vereins jedenfalls nicht.

Motiviert "Die Mädels sind alle topmotiviert und bereit dazuzulernen", freut sich Plaggemeyer, der in seinem Hauptberuf als Lehrer im Sommer in den Ruhestand geht. An die nächste Saison und einen möglichen sofortigen Wiederaufstieg denkt Plaggemeyer noch nicht. Oberste Priorität hat jetzt erst einmal die Suche nach seinem Nachfolger auf der Trainerbank. Für diesen Posten habe er bereits jemanden im Auge, verrät Walter Plaggemeyer, "in den nächsten Wochen werde ich Kontakt aufnehmen", kündigt er an, zuversichtlich, schon bald einen neuen Verantwortlichen für das FrauenVerbandsligateam präsentieren zu können.

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