Unterland-Filiale SGV Freiberg
Oberligist kämpft um den Klassenerhalt − Zahlreiche Jugendspieler aus dem Raum Heilbronn

Die Städte Heilbronn und Freiberg liegen knapp 30 Kilometer voneinander entfernt. Während im Unterland die Neckarsulmer Sport-Union in der Verbandsliga um die Meisterschaft kämpft und die Aramäer Heilbronn sowie der SV Schluchtern den Bezirk in der Landesliga vertreten, spielt der Enz-Murr-Vertreter SGV Freiberg in der Oberliga Baden-Württemberg. Der Verein der 16.000-Seelen-Gemeinde ist seit Jahren ein lohnendes Ziel für Fußballer aus dem Landkreis Heilbronn, vor allem im Nachwuchsbereich.
Zuletzt zog es aber auch Funktionäre und Trainer zu dem Verein im Landkreis Ludwigsburg. Seit August 2015 ist Dieter Gerstung − der auch schon beim TSV Duttenberg, Friedrichshaller SV und dem FC Union Heilbronn als Funktionär in der Verantwortung stand − sportlicher Leiter des Oberligisten. Seit der Winterpause leitet Onur Celik offiziell die Scouting-Abteilung. Der 37-Jährige ging einst unter anderem für den VfR Heilbronn auf Torejagd.
Torwarttrainer
Zuletzt zog es Jörg Czeilinger als Torwartrainer nach Freiberg. Der Neuenstädter war vergangene Saison Co-Trainer beim Bezirksligisten Friedrichshaller SV. Mit Viktor Enns und Waldemar Frank sind zwei Unterländer seit Jahresbeginn Übungsleiter der SGV-Oberliga-A-Junioren. Serkan Kocer wechselte über den Jahreswechsel ebenfalls zum SGV. Der Ex-A-Jugendtrainer der SGM Leingarten ist im C-Juniorenbereich tätig. Mit Torhüter Simon Wagner steht aktuell ein Heilbronner im Kader der ersten Mannschaft. "Wir haben zudem viele Jugendspieler aus dem Raum Heilbronn in unseren Nachwuchsteams. Bei den C- B- und A-Junioren sind es jeweils vier, fünf oder sechs Jungs", erzählt Gerstung.
Auch der Heilbronner Ex-Profi Marijo Maric war in Freiberg tätig. Erst als U19-Trainer, Anfang 2015 wurde er Sportdirektor, um dann ab Juli 2015 den Cheftrainerposten zu übernehmen. Im September vergangenen Jahres trennten sich dann die Wege von Maric und dem abstiegsbedrohten Oberligisten. Jahre zuvor hatten die aktuellen Schluchterner Trainer Torsten Schlegel und Alexander Hofer für den bisher größten Erfolg der Freiberger Nachwuchsarbeit gesorgt. Das Duo stieg mit der U17 2011 in die B-Junioren-Bundesliga auf. Mit vier Spielern aus dem Heilbronner Raum. Ein Jahr zuvor waren sieben Unterländer in ihrem Kader vermerkt.
Viel zu tun in der fußballfreien Zeit hatte Dieter Gerstung. Die erste Mannschaft wurde für den Kampf um den Klassenerhalt verstärk. Von den Stuttgarter Kickers kam Marcel Ivanusa und von den Spfr Schwäbisch Hall Serdal Kocak. Christian Heinrich wird vom Drittligisten Sonnenhof Großaspach ausgeliehen.
Neu im Freiberger Kader ist auch Thomas Gentner, der nach Stationen beim VfB Stuttgart, Stuttgarter Kickers, Eintracht Frankfurt II und zuletzt als Spielführer der TuS Koblenz der Defensive mehr Stabilität verleihen soll. Gentner ist ein Bruder von VfB-Spielführer Christian Gentner. Als Heimkehrer vom VfL Bochum wurde der 19-jährige Savino Marotta begrüßt.
"In der Oberliga können bis zu sechs Vereine absteigen", sagt Gerstung, dessen Team in der 18er-Staffel auf Platz 16 überwintert. "Wir dürfen uns in der Rückrunde nicht mehr viel erlauben. Sollten wir absteigen, ist das den Fehlern geschuldet, die in der Vorrunde und in der Vergangenheit gemacht wurden." Gerstung sieht seine Truppe nach sechs Abgängen, darunter Sebahattin Öztürk nach Neckarsulm, und fünf Neuzugängen für die zweite Saisonhälfte jedoch gut gerüstet.
30 Punkte als Ziel
"Um gesichert zu sein, muss man am Ende 45 bis 48 Zähler auf dem Konto haben. Das heißt, wir müssen in 16 Spielen 30 Punkte holen", sagt Gerstung. Nicht zu kompensieren war im Sommer der Weggang des ehemaligen FC-Heilbronn-Spielers Hakan Kutlu, der sich einem Drittligisten in der Türkei angeschlossen hat.
"Es war zudem wenig förderlich, dass uns im Sommer einen Tag vor Trainingsstart Trainer Ramon Gehrmann verließ und die U19 des Karlsruher SC übernommen hat", erzählt Gerstung. Der aktuelle Trainer heißt Markus Wenninger, der zuvor die U19 coachte. Der 43-Jährige war bereits 2004 bis 2011 Trainer der ersten Mannschaft.
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