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FC will beim Klassiker die Weichen zum Erfolgskurs neu stellen

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Die Kurssuche hat beim FC Wangen erst angefangen. Nach der Niederlage beim VfL Nagold soll wieder Boden gut gemacht werden – zunächst gegen den VfB Friedrichshafen am Samstag, 14:30 auf dem Kunstrasen am Waltersbühl. Bei tausend verteilten Schüler-Freikarten erwartet der FC eine überdies gute Kulisse zum Oberschwaben-Klassiker. Pikanterie am Rande: VfB Trainer Ewald Schmid und FC-Trainer Herbert Breher waren 1994-98 gemeinsam beim FC tätig.


Von FC Wangen-Pressesprecher Michael Scheidler


Knapper Personalstand engte die Möglichkeiten im Training ein, einige Hoffnungen ruhen auf den Studenten, so sie fit nach Wangen kommen. „Wir kommen schon ein bisschen auf dem Zahnfleisch daher“, räumte Herbert Breher unter der Woche ein. Drei Studenten (Mähr, Hengge, Schad), zwei Angeschlagene (Karrer, Giraud) bedeuteten neben weiteren Ausfällen im Gesamtkader fast schon Einzeltraining. Fast boshaft könnte man sagen, so kommen die Trainer etwas leichter mit allen mal ins Gespräch, was sicher auch kein Nachteil sein dürfte.

Aber Spaß ohne, die Sorgen sind groß genug. Wenn allerdings (wie letzte Saison unter Beweis gestellt) zwei Dinge beim FC stimmen, hat Herbert Breher am Samstag seinen „Wunschkader“ dennoch zusammen. Zunächst ist das der unerschütterliche Optimismus, „dass wir das irgendwie hin bekommen“ und gerade die Moral der Mannschaft.


Es bleibt die Kurssuche für die letzten Spiele und besonders das Derby gegen den 'Hafen'. Die Chance sich wieder ein wenig abzusetzen und wenigstens Platz neun zu halten, will sich der FC nicht entgehen lassen. Dazu braucht es aber einige individuelle Steigerungen gegenüber den Vorwochen. Mannschaftlich stimmte das Bild gegen Bissingen und in Nagold – nur konnte die Mannschaft die individuellen Fehler in Nagold nicht ausbügeln. Erstes Zwischenziel ist daher, ohne Gegentreffer zu bleiben. Solches hatte sich der FC zuvor schon mehrfach erfolglos vor genommen. Gegen den VfB wird es entscheidend sein, hinten nichts anbrennen zu lassen.

Ziel zwei bleibt die logische Folge: vorne die Chancen besser zu nutzen – das Manko in Nagold und gegen Bissingen. Da Philipp Boenke wieder dabei ist, hat Herbert Breher in der Offensive wieder mehr Möglichkeiten, der VfB-Abwehr zu zusetzen.


VfB sucht sich noch

Auch der VfB Friedrichshafen ist noch auf der Suche. Trainer Ewald Schmid äußerte nur bedingte Zufriedenheit, stellte dabei die zum Teil mangelnde Erfahrung seiner Mannschaft als einen Grund für die bislang eher wechselhaften Geschicke nach dem Aufstieg heraus. Dass die Mannschaft tollen Fußball spielt, wurde auch von „FC-Spionen“ immer wieder betont. Nicht wenige Experten im Verbandsliga-Land sind sich sicher, dass der VfB diese Saison noch eine Rolle in der Liga spielen wird – weiter oben als momentan in der Tabelle zu finden.

Aufs Derby befragt, blieb Schmid zurückhaltend. Die Tagesform entscheide und letztlich die größere Treffsicherheit. Mit Oliver Wittich und Ingo Backert fallen zwei wichtige, erfahrene Spieler wohl wegen Verletzungen aus. Gleichwohl dessen ungeachtet werde der VfB alles versuchen, in Wangen einen Sieg zu holen. Das verspricht der gleichen Idee auf Wangener Seite ein munteres Derby.


Event-Zwang

Die zuletzt heftigst entbrannte Debatte um den Super-Sonntag der DFL (ohne Rücksicht auf untere Ligen) wird sicher am Samstag noch im Kleinen einen Beitrag dazu erfahren. Denn ums Derby hat sich der FC etwas einfallen lassen, um die Attraktivität zu steigern – ein Zwang schon fast im Amateurbereich, potentielle Zuschauer zu locken.

Um über das normale hinaus noch ein paar Leute auf den Sportplatz zu bringen, muss ein Event veranstaltet werden“, stellte FC-Geschäftsführer Peter Ailinger fest.

Am Samstag ist dies der Schülertag, zu dem der FC rund 1000 Freikarten an den Wangener Schulen verteilt hat. Dazu gesellt sich in der Pause ein Zielschießen mit zahlreichen Preisen. Der FC-Jugendsponsor mentos unterstützt das „Eisstock-Schießen mit einem Ball“ dabei tatkräftig. Die Teilnehmer an der Pauseneinlage werden ausgelost.


Fanzelt umgebaut

Schon vor einer Woche wurde das Fanzelt vom Stadion auf den Kunstrasen transponiert. Ein zehn Mann starkes Einsatzkommando war fünf Stunden zu Gange, das mobile 'FC-Heim' ab -und wieder auf zu bauen.

Auch das gehört zu den Anstrengungen, die Spiele den FC mit der dritten Halbzeit samt Presserunde und Fachsimpelei zusätzlichen Reiz zu verleihen und zu zeigen, dass Wohnzimmersessel-Fußball eigentlich öd ist.


Das Restprogramm des FC:

22.11. - 14:30: FC – 1.FC Donzdorf

1.12. - 11:00: FV Ravensburg – FC

6.12. - 14:00: FC – TSF Ditzingen

Die Chance, das Jahr 2008 erfolgreicher zu beschließen als 2007 will sich der FC nicht entgehen lassen. Am Samstag gegen den VfB Friedrichshafen sollen dem Kurs zurück in die Erfolgsspur die ersten Weichen gestellt werden.


Voraussichtlicher Kader:

Tor: Schmähl, Doubek

Abwehr: Joser, Hennge, Mähr, Eninger, Knapp

Mittelfeld: Karrer, Raaf, Schad, Giraud, Schuwerk

Angriff:

Nikolaidis, Boenke, Galbusera

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