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Überraschung knapp verpasst

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TSG Öhringen unterliegt im WFV-Pokal-Achtelfinale dem Oberligisten SSV Reutlingen unglücklich mit 1:2

Von unserem Redakteur Marc Schmerbeck
Gut gespielt und nicht belohnt: Der Öhringer Alexander Overcenko (Mitte) scheitert am Reutlinger Torhüter Marcel Knauß.Foto: Marc Schmerbeck
Gut gespielt und nicht belohnt: Der Öhringer Alexander Overcenko (Mitte) scheitert am Reutlinger Torhüter Marcel Knauß.Foto: Marc Schmerbeck

Die Öhringer wussten nach dem Spiel selbst nicht so richtig, wie sie reagieren sollten. Sollten sie nun enttäuscht über die Niederlage oder stolz auf die eigene Leistung sein. Am Ende war es nach dem 1:2 im WFV-Pokal-Achtelfinale eine Mischung aus beidem. Auf jeden Fall hat der Landesliga-Aufsteiger Werbung in eigener Sache betrieben. Die Zuschauer jedenfalls feierten die Gastgeber. Und es waren gestern immerhin 900 Schaulustige ins Otto-Meister-Stadion gekommen. "Ich bin nach einer Niederlage noch nie so beklatscht worden", sagte TSG-Trainer Marius Müller. "Es war eine super Stimmung. Schade, dass es nicht zu mehr gereicht hat." Und mehr war durchaus drin. Der Landesliga-Tabellenführer war gegen den Oberligisten keineswegs das schlechtere Team. Öhringen hatte die besseren Offensivaktionen. "Wir haben alles richtig gemacht, nur haben wir uns nicht belohnt", meinte der sportliche Leiter Jürgen Birkert.

Glückwünsche Reutlingens Trainer Jochen Class beglückwünschte die Gastgeber zu ihrer "hervorragenden Leistung". "Ich muss mich fast schon entschuldigen, dass wir gewonnen haben", meinte er. Bezeichnend war da der Siegtreffer eine Minute vor dem Ende. Es war keine herausgespielte Reutlinger Chance. Es war eine verunglückte Flanke von Tom Patrick Schiffel die sich glücklich ins lange Eck senkte. "Es war unser drittes Spiel in sechs Tagen. Da war es klar, dass es ein Willensspiel wird. Die Partien bei den Stuttgarter Kickers II und in Hollenbach haben uns viel Kraft gekostet", sagte Class. Ein Zwei-Klassen-Unterschied war zu keinem Zeitpunkt zu sehen. Reutlingen gab lediglich in den ersten Minuten den Ton an. Dann fiel mit der ersten Öhringer Chance das 1:0 durch Manuel Martinez − acht Minuten waren erst gespielt. Bitter dann der Ausgleich in der 26. Minute. TSG-Torhüter Ruben Götz wurde beim Klärungsversuch einen Meter vor der Torlinie von einem Reutlinger angegangen, konnte den Ball dadurch nicht mehr kontrolliert klären und Timo Bäuerle staubte zum 1:1 ab. Schiedsrichter Pascal Müller hatte die Aktion aber als fairen Zweikampf bewertet − warum auch immer. Götz hatte in dieser Situation keine Chance, sich gegen den Reutlinger zu wehren. "Er hat davon auch einen blauen Fleck am Oberarm", sagte Müller.

Die Öhringer ließen sich dadurch aber nicht aus dem Konzept bringen. Und durch zwei Chancen von Alexander Overcenko (30./40.) und einer von Markus Herkert (42.) hätte durchaus noch vor der Pause das 2:1 fallen können. Der SSV war lediglich durch einen zu hohen Fernschuss von Marc Golinski auffällig.

Auch nach der Pause schaffte es der Oberligist nicht, den Landesligisten in große Verlegenheit zu bringen. Reutlingen spielte in einem Tempo weiter. Es gab keine Tempo-Verschärfungen, keine zwingenen Offensivaktionen − lediglich drei Fernschüsse in den letzten zehn Minuten. Zwei parierte Götz, bei der verunglückten Flanke konnte er nicht mehr eingreifen.

Nicht belohnt Die Öhringer müssen sich nur den Vorwurf gefallen lassen, sich dazwischen nicht belohnt zu haben. Die Möglichkeiten waren da. So scheiterte Martinez (60.) von der Ecke des Fünfmeterraumes. Eine Minute später setzte er Overcenko ein, der den Ball nicht richtig kontrollieren konnte, gestört wurde und dann den Ball nicht am Torhüter vorbei brachte. In der 68. Minute erneutes Pech für die Gastgeber. Herkert wurde von Maximilian Rohr zu Fall gebracht, dessen Standbein bei der Aktion noch im Strafraum stand. Herkerts Fußspitze war knapp vor der Linie − es gab nur Freistoß.

In der 79. Minute traf dann Nicolai Schiffmann den Ball nicht richtig und in der 87. Minute klärte Rohr bei einer Chance von Martinez kurz vor der Torlinie. Der Öhringer Siegtreffer lag in der Luft, dann folgte ein Konter und die verunglückte Flanke von Schiffel. "Wir hatten die zwingenderen Chancen, haben das Spiel aber nicht entschieden", meinte Müller. "Reutlingen hat gerade eben das nötige Glück. Ein Lob an meine Mannschaft. Wir haben uns teuer verkauft und das Spiel genossen." Vor allem er, der in der A-Jugend eineinhalb Jahre für den SSV gespielt hat.

TSG Öhringen: Götz, Kartela, Pscheidl, Hofmann (60. Schiffmann), Overcenko (78. Kevin Alankus), Schieferdecker (85. Müller), Jordan, Müller, Baumann, Herkert, Martinez. SSV Reutlingen: Knauß, Schiffel, Eiberger (15. Kuengienda) , Lübke, Mayer, Golinski, Schachtschneider, Seemann (90. Chatzimalousis), Rohr, Yahkem (73. Ubabuike), Bäuerle. Tore: 1:0 (8.) Manuel Martinez, 1:1 (26.) Timo Bäuerle, 1:2 (89.) Tom Patrick Schiffel.

Schiedsrichter: Pascal Müller (Löchgau).

Zuschauer: 900.

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