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Im Sommer ist für Walter Kolb beim Tura Schluss − Übergangsphase als Doppelgespann

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Nach fast 30 Jahren wird für Walter Kolb beim Fußball-Landesligisten Tura Untermünkheim

Nach fast 30 Jahren wird für Walter Kolb beim Fußball-Landesligisten Tura Untermünkheim in diesem Sommer endgültig Schluss sein. Gemeinsam mit Jochen Müller will der scheidende Abteilungsleiter in der Rückrunde aber noch als eine Art Doppelgespann agieren, um den Nachfolger in die Tätigkeit einzuführen. Dann ist Kolbs Ära, in der er Untermünkhiem nachhaltig prägte und bis in die Verbandsliga führte, jedoch beendet.

"Ich wollte eigentlich schon länger aufhören, habe mich aber immer wieder überreden lassen", sagt Kolb schmunzelnd. Den Schluss-Strich jetzt zu ziehen, habe mehrere Gründe gehabt, der entscheidende sei aber das Alter gewesen. Der Finanzbeamte erklärt: "Der Aufwand ist einfach zu groß. In den 30 Jahren habe ich vielleicht bei fünf Spielen gefehlt. Meine Urlaube habe ich oft nach dem Fußball-Terminkalender gerichtete und sehr viel Freizeit geopfert. Jetzt ist auch mal die Familie dran."

Weiter erreichbar

Trotzdem werde es natürlich schwierig, ab dem Sommer komplett abzuschalten. Für den gebürtigen Berliner Jochen Müller wird er auch dann noch erreichbar sein. Doch Kolb stellt klar: "Die Entscheidungen müssen dann die treffen, die nachkommen. Ich werde mich nicht mehr einmischen." Dass es für Untermünkheim in Zukunft leicht werden wird, glaub Walter Kolb aber nicht: "Ich habe meine Bedenken. Das direkte Umfeld passt in Untermünkheim, aber die große finanzielle Unterstützung fehlt. Da ist das Konzept, verstärkt auf die Jugend zu setzten, richtig. Allerdings müssen da eben auch gute Spieler vorhanden sein. Vielleicht wäre die Bezirksliga die bessere Spielklasse für Untermünkheim. Es ist schwierig zu sagen, wie es weitergeht."

Auf seine Zeit beim Tura schaut er jedenfalls zufrieden zurück. "Im Nachhinein sieht man nur die schönen Zeiten und das ist auch gut so. Wenn ich an den Tura denken werde, dann mit einem Lächeln", sagt Kolb. Obwohl er schon manche schlaflose Nacht hatte und sich in den Jahren immer wieder ärgern musste. "Aber das gehört dazu, wir trennen uns vollkommen im Guten", sagt er. Mit Jochen Müller stehe ein engagierter Nachfolger zur Verfügung. Wenngleich sich der 53-Jährige die Kontakte, die Kolb besitzt, natürlich erst aufbauen müsse. Müller wohnt seit einigen Jahren in Braunsbach-Döttingen und wirkte bisher als Co-Trainer beim Tura II mit.

Ob Walter Kolb dem Fußball komplett den Rücken kehren wird, oder eventuell eine andere Aufgabe anstrebt? "Höchstwahrscheinlich ist für mich wirklich Schluss", sagt er schmunzelnd. Angebote habe es zwar gegeben, aber er wolle ja auch kürzer treten: "Zu meiner Frau sage ich schon lange, dass ich aufhören werde. Und wenn man das schon zehn Jahre lang verspricht, sollte man es vielleicht auch mal machen. Auch wenn sie mir es mittlerweile ohnehin nicht mehr so richtig glauben will." dok

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