Wenn Spione die Flucht ergreifen

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Fußball - TSV Amicitia Viernheim ist enttäuscht über den Ausgang des Saisonfinales in Dossenheim − Glückwünsche von Roman Haas

Von unserem Redakteur Eric Schmidt

Glückwunsch: Roman Haas gratuliert Marco Unser.Fotos: Alexander Bertok
Glückwunsch: Roman Haas gratuliert Marco Unser.Fotos: Alexander Bertok

Fußball - Wo die Spione des TSV Amicitia Viernheim standen, war dann doch noch gut zu erkennen. Kaum hatte Simon Mairhofer das 3:0 für den VfB Eppingen erzielt, tat sich in der Zuschauermenge auf der Gegenseite ein großes Loch auf. Ein Viernheimer nach dem anderen verließ das Dossenheimer Jahn-Stadion und machte sich auf den Nachhauseweg − es hatte etwas von Flucht und Exodus. "Sage Viernheim, alles ist vorbei", sangen die Fans des VfB dem TSV ein Abschiedsständchen und riefen: "Auf Wiedersehen!"

Es war bitter für den TSV. Tatenlos musste die beste Rückrundenmannschaft der Landesliga Rhein-Neckar am Samstagabend mit ansehen, wie der VfB Eppingen am letzten Spieltag doch noch vorbeizog, wie er locker-leicht mit 3:1 beim FC Dossenheim triumphierte. 14 von 16 Rückrundenspielen hatten die Südhessen gewonnen, seit 22 Spielen waren sie ungeschlagen. Doch trotz ihrer furiosen Aufholjagd wurden sie hinter dem VfB nur Zweiter.

Gratulation "Glückwunsch an den VfB. Er ist verdient Meister geworden. Die Eppinger waren die konstanteste Mannschaft in dieser Saison. Das müssen wir anerkennen", erklärte TSV-Verteidiger Roman Haas und gab zu: "Wir waren in der Hinrunde einfach nicht gut genug." Haas gratulierte nach dem Abpfiff VfB-Trainer Marco Unser zur Meisterschaft, fiel ihm um den Hals.

Der TSV versucht nun in der Relegation sein Glück. Der VfB hingegen ist froh, dass ihm das Nachsitzen im zweiten Bildungsweg dieses Mal erspart bleibt. Seine Erinnerungen an die Play-off-Runde sind nicht die besten. 2010 scheiterte er in der ersten Runde am 1. FC Birkenfeld (1:3), 2011 zog er gegen den FV Mosbach (0:2) den Kürzeren.

"Gott sei Dank müssen wir nicht in die Relegation. Ich hätte keine zwei Wochen mehr durchgehalten. Mir tut alles weh", sagt Stefan Beierle. "Jetzt kann ich’s ja sagen: Ich traue Viernheim in der Relegation eher einen Sieg zu als uns. Wir mussten Woche für Woche gewinnen, das ging an die Substanz", erklärt Marco Unser. Auch ihm ist klar: Hätte seine Elf die Meisterschaft verspielt, wäre sie als Verlierer in die Relegation. Bei Viernheim ist das anders: "Viernheim hat einen Lauf. Sie können es schaffen", so Unser.

Viernheim tut sein Bestes, steht aber vor schwierigen Aufgaben. In der ersten Relegationsrunde am Montag, 3. Juni, muss die Amicitia gegen den Drittletzten der Verbandsliga ran, der vielleicht der FC Zuzenhausen sein wird. Sollte sie sich durchsetzen, wäre im Aufstiegsfinale zur Verbandsliga entweder die Spvgg Neckarelz II oder der Vizemeister der Landesliga Mittelbaden der Gegner.

Einschätzung Roman Haas weiß: "Wir können uns für unseren Lauf nichts kaufen. In der vergangenen Saison waren wir die viertbeste Rückrunden-Mannschaft der Verbandsliga und sind trotzdem abgestiegen, weil wir in der Relegation gegen die SG HD-Kirchheim verloren haben." Die Relegation sei keine Zusatzveranstaltung, in der es darum gehe, Spaß zu haben. "Aber vielleicht haben wir ja dieses Mal mehr Glück. Und dann sehen wir den VfB Eppingen wieder."

Lange Gesichter: Der TSV Amicitia Viernheim muss in die Relegation.
Lange Gesichter: Der TSV Amicitia Viernheim muss in die Relegation.
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