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SV Ehrstädt: Heimsieg gegen die Legionellen

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Fußballspiele sind schon aus den kuriosesten Gründen ausgefallen. Ungewöhnlich war die Spielabsage, die es vor zweieinhalb Wochen in der Kreisklasse B1 Sinsheim gab.

Bakterien ade

Fußballspiele sind schon aus den kuriosesten Gründen ausgefallen. Wegen Maulwurfhügeln vor dem Strafraum (siehe TSV Waldangelloch). Wegen Flutlichtpannen nach dem Anpfiff. Wegen Orientierungsschwierigkeiten des Schiedsrichters, der Eschelbronn mit Eschelbach verwechselte. Ungewöhnlich auch die Spielabsage, die es vor zweieinhalb Wochen in der Kreisklasse B1 Sinsheim gab. Wegen Legionellen in der Dusche fiel die Partie zwischen dem SV Ehrstädt und dem FC Weiler ins Wasser.

Das Problem hat sich inzwischen erledigt. Gegen die Legionellen, diese gefährlichen Stäbchenbakterien, hat der SV Ehrstädt einen souveränen Heimsieg gefeiert. Am Sonntag griff der SVE erstmals seit vier Wochen wieder zu Hause an und zog sich beim 0:1 gegen den FC Berwangen achtbar aus der Affäre. Hinterher war alles so wie immer − es konnte geduscht werden. "Es ist alles wieder in Ordnung. Man hat die Duschköpfe ausgetauscht und die Pumpe ausgewechselt. Sonst war nichts. Das war keine große Sache", sagt Ingo Vogt, der SVE-Vorsitzende, und betont, dass niemand zu Schaden gekommen ist beim Legionellenvorfall: "Das Ganze ist bei einer Routineuntersuchung der Stadt aufgefallen."

Wie es sportlich weitergeht? Ein paar Instandsetzungsmaßnahmen wären auch in der Mannschaft nicht schlecht. Als Tabellenletzter im Unterhaus hechelt der SV Ehrstädt dem Feld mit sechs Punkten Rückstand hinterher, 102 Gegentore hat er inzwischen kassiert − so viele wie kein anderes Team im Kreis. Vogt ist guter Dinge, dass es nächste Saison besser läuft. Mit dem Trainergespann Ralf Hecker/Kai Mack, das auch in schwierigen Zeiten zum Verein stand, wurde der Vertrag verlängert, der SVE soll wieder in ruhigere Fahrwasser kommen. "Es gab einige Querelen im Verein. Aber das war vor meiner Zeit. Jetzt können wir auch finanziell ein tolles Ergebnis aufweisen", sagt Ingo Vogt und ergänzt: "Wir müssen schauen, dass wir unsere Jugendlichen einbauen. Und vielleicht gibt es noch den einen oder anderen Neuzugang."

Legionäre sind immer noch besser als Legionellen.

Erste Niederlage

Erinnern Sie sich? Es ist gar nicht so lange her, da hat die Kraichgau Stimme den TSV Dühren mit dem FC Bayern München verglichen. "Die Bayern des Kraichgaus", titelte unsere Zeitung in der Ausgabe vom 7. März. Weil der TSV in der Fußball-Kreisklasse A Sinsheim ähnlich erfolgreich war wie der große FCB in der Bundesliga. Weil er nur noch gewann oder Unentschieden spielte. Und nun das. Am vergangenen Wochenende, dem Wochenende der ersten Bayern-Niederlage, verlor auch der TSV zum ersten Mal in dieser Saison. Wie die Bayern auswärts. Wie die Bayern mit 0:1. Und wie die Bayern durch ein Gegentor in der ersten Halbzeit.

Spielertrainer Marc Welker hält nicht viel vom Bayern-Dühren-Vergleich. Zu seinem Leidwesen hört er ihn seit Sonntag noch öfter als sonst. "Ich bin oft auf die Parallelen angesprochen worden", sagt der TSV-Coach. Immerhin: Im Unterschied zu Bayern-Coach Pep Guardiola hatte Welker nicht wie wild rotiert. Der TSV Dühren hatte bei der 0:1-Niederlage gegen den TSV Eichtersheim die bestmögliche Elf am Start − und die hatte einfach einen schlechten Tag.

Mag sein, dass der TSV Dühren spielerisch überlegen war. Mag sein, dass er die größeren Spielanteile hatte. Viel zustande brachte er nicht. Der TSV Eichtersheim überrumpelte den Spitzenreiter mit einem Konter, den Simon Sautner zum Goldenen Tor verwertete (36.). Der Sieg der Eichtersheimer, er war verdient. "Der Gegner hat das Beste aus seinen Möglichkeiten gemacht und die richtige Einstellung gehabt. Wir nicht. Ich habe mich maßlos geärgert über unsere Leistung", gibt Marc Welker zu und meint: "Es war klar, dass wir irgendwann mal wieder verlieren. Gegen eine Mannschaft auf Augenhöhe wäre es mir aber lieber gewesen."

Ein Beinbruch ist die erste Schlappe nach 21 Spielen ohne Niederlage nicht. Mit 51 Punkten ist der TSV nach wie vor einsame Spitze in der A-Liga, der Sicherheitsabstand zur Konkurrenz ist groß − sehr groß. Der erste Verfolger ist der SV Tiefenbach mit 40 Zählern, dann folgt der FV Elsenz als Tabellendritter mit 39 Punkten. Und vielleicht hat ja alles sein Gutes. "Eigentlich bin ich froh, dass unsere Serie der Unbesiegbarkeit zu Ende ist", sagt Welker. "Wir waren der unbeliebteste Verein im Kreis. Jeder wollte der Erste sein, der gegen uns gewinnt, und da hat mancher übers Ziel hinausgeschossen in punkto Einsatz, Härte und Provokationen."

Als nächsten Gegner hat der TSV den Tabellensiebten SV Hilsbach vor der Brust. Marc Welker ist überzeugt: "Wir werden unsere Lehren aus der Niederlage in Eichtersheim ziehen. Ich freue mich auf das Spiel gegen Hilsbach." Eric Schmidt

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