Costa Rica zieht s nach Nordbaden

Nordbaden wird mittelamerikanisch: Die Nationalelf Costa Ricas quartiert sich während der Fußball-WM in Walldorf ein. Wir haben eine mündliche Zusage , sagt Peter Hofmann, der Präsident der TSG Hoffenheim

Von Christian Kunz und Uwe Jentzsch

Der Musikverein Sandhausen ist eine Kapelle für jede Tonart. Das Badnerlied haben die Trompeter und Klarinettisten ebenso in ihrem Repertoire wie den Florentiner Marsch und die Nationalhymen der Niederlande und von Frankreich, die sie bei den Jugendländerspielen im Hardtwaldstadion intonierten. Nun kann sich der Verein darauf vorbereiten, auch lateinamerikanische Rhythmen zu trainieren.

Seit gestern Mittag steht fest: Die Fußball-Nationalelf Costa Ricas wird sich während der Fußball-WM 2006 in Nordbaden einquartieren. Einen Tag nach ihre Stippvisite in Walldorf und Sandhausen gaben Trainer Alexandre Guimares und Orlando Moreira Araya, der Vizepräsident der Federacion Costariccense de Futbal, ihr Okay. Die Zusage ist mündlich. Ich habe ja gesagt, dass wir gute Chancen haben , freute sich Peter Hofmann, der Präsident der TSG Hoffenheim, über die Standortbestimmung des deutschen Gruppengegners.

Läuft alles nach Plan, so wird der fünffmalige Mittelamerikameister im Holiday Inn in Walldorf residieren. Trainingsmöglichkeiten gibt es in Sandhausen und in Walldorf, wo ein Rasen- und zwei Kunstrasenplätze zur Verfügung stehen. Die Vorfreude ist groß. Für den SV Sandhausen ist das eine Riesensache. Ich denke, wir, der Ort und die ganze Region rücken in den Blickpunkt. Costa Rica bestreitet immerhin das Eröffnungsspiel gegen Deutschland , sagt Bernd Fiedelak, der Spielausschussvorsitzende des SVS. Das ist wunderbar , findet auch Hofmann.

Dennoch: Überall eitel Sonnenschein herrscht nicht - zumindest beim Kooperationspartner FC Astoria Walldorf. Ich bin stinksauer. Ich kann zu der Sache gar nichts sagen. Ich bin ja nicht mal eingeladen worden, als die Delegation aus Costa Rica am Montag hier zu Gast war. Es war überhaupt niemand von uns dabei , ärgert sich FCA-Vorsitzender Willi Kempf und fühlt sich übergangen. Konsequenzen schließt er nicht aus: Costa Rica kann kommen. Aber dann bin ich vielleicht kein Vorsitzender mehr. Und das kann bereits morgen der Fall sein. (esc)