"Auf dem Sportplatz ist es mir zu kalt"

Fussball - OttoFrey über die SG Kirchardt, Hansi Flick und sein Karriereende als Trainer

"Auf dem Sportplatz ist es mir zu kalt"

"Es ist schon ein paar Jährle her, dass ich bei der SG Kirchardt im Clubhaus war."

Otto Frey

Fussball - Seine Mannschaften nannte man gerne die "Frey-Beuter": Otto Frey war Trainer der SG Kirchardt und des VfB Eppingen, mit den A-Junioren des VfR Heilbronn wurde er 1996 deutscher Pokalsieger. Inzwischen hat er sich - zumindest im Kraichgau und im Unterland - rar gemacht. "Aber es geht mir gut", sagt der 57-Jährige in einem Gespräch mit Eric Schmidt.

Was machen Sie eigentlich, Herr Frey?

Otto Frey: Beruflich bin ich immer noch als Taxi-Unternehmer in Heidelberg tätig.

Und sportlich?

Frey: Bin ich beim SV Sandhausen. Als stellvertretender Jugendleiter. Ich versuche das Management im Jugendbereich bei unserem Drittligisten voranzuführen - als eine Art Jugendkoordinator.

Sie sind kein Trainer mehr?

Frey: Auf dem Sportplatz ist es mir inzwischen zu kalt, um als Trainer frierend da rumzustehen. Irgendwann muss man einen Schlussstrich ziehen und sagen: Das war's. Ich hab' das jahrzehntelang gemacht und war bis Sommer letztes Jahr Trainer bei den A-Junioren in Sandhausen. Wenn die Motivation fehlt, muss man etwas Anderes machen.

Und es fehlt Ihnen nichts?

Frey: Nein. Ich bin doch noch dabei. Ich bin jeden Tag an der frischen Luft, gehe jeden Tag raus. Man muss ja von den A-Junioren bis zu den Bambini überall präsent sein. Respekt, was in Sandhausen aufgebaut wird, nachdem man die letzten Jahre etwas verschlafen hat. Wir spielen mit unseren Jugendmannschaften derzeit nur Verbandsliga. Aber wir sind auf einem guten Weg. Mit der A-Jugend sind wir Tabellenführer, mit der C-Jugend auch. Wir wollen in die Oberliga. Das ist unser Ziel. Wir wollen die Jugendlichen besser ausbilden, um sie eventuell in unsere Drittliga-Mannschaft zu bringen.

Können Sie sich noch an Ihre Zeit bei der SG Kirchardt erinnern?

Frey: Sehr gut sogar. Das sind sehr positive Erinnerungen. Es hat viel Spaß gemacht, in diesem Verein arbeiten zu dürfen. Ich habe die SG im ersten Jahr vor dem Abstieg aus der Landesliga gerettet, im zweiten Jahr hatten wir in der Rückrunde einen schlechten Start. Und da muss sich ein Trainer Gedanken machen. Deshalb habe ich gesagt: Es hat keinen Zweck. Ich konnte nichts mehr bewegen, also haben wir uns getrennt. Trotzdem haben wir immer noch sehr guten Kontakt.

Zu wem beispielsweise?

Frey: Wie heißt der nochmal, der so viel macht bei der SG?

Sie meinen Bernhard Kuhn?

Frey: Genau. Zu ihm habe ich noch einen sehr guten Kontakt. Und zu unserer Lady, die früher auch Fußball gespielt hat - die Anja Mathis. Als die SG Kirchardt im Herbst 2009 bei unserer "Zweiten" in Sandhausen gespielt hat, haben wir uns ein bisschen ausgetauscht. Achim Müller, der ehemalige Vorsitzende, war auch dabei, anschließend haben wir noch etwas getrunken. Und wenn unsere "Zweite" in Kirchardt spielt, möchte ich mit. Ich war schon lange nicht mehr im Clubhaus in Kirchardt. Das ist schon ein paar Jährle her. Die Zeit vergeht so schnell.

Zwischendurch waren Sie auch Jugendtrainer in Hoffenheim...

Frey: Das waren eineinhalb Jahre. Das erste halbe Jahr habe ich die B-Junioren betreut, die Saison darauf bin ich mit der A-Jugend von der Verbands- in die Oberliga aufgestiegen.

In "Hoffe" sind Sie eher gegangen worden, oder?

Frey: Das hat mir schon weh getan. Das ist schade, wenn man die Mannschaft ohne Niederlage hochbringt und dann entlassen wird. Ich habe öfter mal dem Hansi Flick, der damals Trainer war, die Meinung gesagt. Ich habe gesagt: "Guckt euch mal die Leute an, die bei uns in der Jugend spielen." Das haben sie nie gemacht. Hansi Flick hat halt seine Lieblinge gehabt. Man wollte mich dann nach Walldorf verfrachten, dass ich dort den Aufbau mache. Aber einfach so irgendwo hingeschickt werden, das wollte ich dann auch nicht. So haben sich die Wege getrennt, aber das ist nicht schlimm. So ist das im Fußball-Geschäft.

Wenn Sie zurückdenken: Was war Ihr schönstes Erlebnis?

Frey: Der VfR Heilbronn, ganz klar, als wir mit der A-Jugend deutscher Pokalsieger geworden sind. Das war so schön, das bleibt immer hängen. Die Zeitungscollage, die wir damals gemacht haben, ist bei mir zu Hause in einem Ordner. Den lese ich immer wieder durch.