Sinsheim hat Glück mit seinen Schiris
Die Zahl der Unparteiischen nimmt in ganz Baden zu, doch der Fußballkreis ist einsame Spitze

"Zumindest geht es nicht rückwärts, doch zufriedenstellend ist die Situation trotzdem nicht", weist der neue Schiedsrichterobmann Jürgen Krüger auf die größte Personengruppe, die über 45-Jährigen, hin. Aktive Schiedsrichter, Beobachter sowie Verbands- und Kreismitarbeiter machen die Zahl 1535 aus - 19 mehr als im Jahr 2003. Insgesamt wurden 150 neue Referees ausgebildet, ein Dutzend Schiedsrichter kamen aus anderen Verbänden hinzu.
Bei den Austritten lag die Kategorie "Kein Interesse" mit 68 Unparteiischen am Höchsten. 18 wurden "von Amts wegen" gestrichen. Wegen Vorfällen bei Spielleitungen sagten sechs Personen der schwarzen Zunft ade.
Bei den Aufschlüsselungen verzeichnen fünf Vereinigungen Zuwächse: die meisten Sinsheim mit 20 Schiedsrichtern. Pluszahlen melden auch Bruchsal, Buchen, Mosbach und Tauberbischofsheim gemeldet, während Mannheim um neun Personen abnahm. Abwärts geht der Trend zudem in Heidelberg, Karlsruhe und Pforzheim.
Die größte Vereinigung stellt Karlsruhe mit 272 Unparteiischen vor Mannheim mit 258. Die Schiedsrichter der restlichen Kreise: Pforzheim (163), Heidelberg (162), Bruchsal (150), Sinsheim (146), Buchen (137), Mosbach (132) und Tauberbischofsheim mit 111 Referees. Bei den Schiedsrichtern unter 18 Jahren führt Karlsruhe (43) vor Buchen (31) und Heidelberg (29). Während Mannheim und Pforzheim immerhin an zweiter beziehungsweise dritter Stelle stehen, befinden sich beide bei den U18-Leuten mit 14 und 13 Mann ganz hinten. Nur Tauberbischofsheim (sieben) hat noch weniger Nachwuchs.
Die größten altersbegrenzten Gruppen liegen zwischen 18 und 35 Jahren (443) sowie über 45 Jahre (509). Vergleicht man diese Zahlen in den einzelnen Kreisen, so gehen Karlsruhes Schiedsrichter schweren Zeiten entgegen. Von den 272 Referees sind 105 über 45 Jahre, aber nur 56 zwischen 18 und 35 (etwas ausgleichend sicherlich die 43 unter 18). In Mannheim ist das Verhältnis zum Beispiel 80:67 zu Gunsten der jüngeren Generation und auch Sinsheim (63:30) konnte sich ein gutes Fundament zulegen.
Pluszahlen zu Gunsten des Nachwuchses schreiben bei diesen beiden Alterskategorien auch noch Bruchsal und Buchen, während Heidelberg, Mosbach und Pforzheim neben den Karlsruher im Minus stehen. Am problematischsten ist die Alterspyramide in Tauberbischofsheim: Während 56 über 45 Jahre sind, gibt es darunter nur noch 53 Schiedsrichter, davon sieben mit U 18, 21 zwischen 18 und 35 sowie 25 zwischen 36 und 45 Jahre.
"Das Zahlenwerk müssen wir genau analysieren, um gezielt in den Vereinigungen vorgehen zu können", erklärt Jürgen Krüger, der sich wie sein Vorgänger Heinz Morlock von den Clubs im Stich gelassen fühlt: "Bei den Neulingslehrgängen stehen wir oft alleine auf weiter Flur, ohne Vereinsunterstützung. Nach dem Motto Hilf dir selbst verzeichnen wir die meisten Zugänge durch persönliche Werbung."
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