Endstation Steinbruch
Nach dem 0:5 beim FC Weiler begräbt der TSV Ittlingen seine Aufstiegsambitionen

Fussbach - Daniel Slawinsky hatte genug von diesem Spiel. Wütend holte der Torwart des TSV Ittlingen den Ball aus dem Netz und drosch ihn in hohem Bogen fort. Weit, weit weg flog die Kugel − erst über den seitlichen Fangzaun hinweg, dann runter auf das Gelände einer Firma, wo sich ein ehemaliger Steinbruch befindet.
Nein, es war nicht der Tag des TSV. Mit 0:5 (0:2) verlor die Mannschaft von Spielertrainer Andreas Sitzler gestern Nachmittag den Kraichgau-Schlager beim FC Weiler. Statt Boden gut zu machen in der Fußball-Kreisklasse B1 Sinsheim rutschten die "Käfer" auf den sechsten Platz ab. Neun Punkte beträgt nun der Rückstand auf Rang zwei. Ob das noch reicht für die angestrebte Aufstiegsrelegation?
Realismus "Für mich ist der Käs" jetzt gegessen", sagte Vorsitzender Manfred Schenk. Auch Andreas Sitzler machte sich nichts vor: "Wenn man 0:5 verliert, wäre es verwegen, von oben zu träumen", erklärte der Coach. "Wir müssen erst einmal unsere Hausaufgaben machen und wieder als Mannschaft auftreten."
Dies war dem TSV Ittlingen nur in der Anfangsphase gelungen. Er machte eine Viertelstunde lang Druck und hielt gut mit. Nach und nach offenbarte das Team aber Schnitzer im Spielaufbau und in der Abwehr. Der FCW nutzte dies − und schlug bei frühsommerlichen Temperaturen eiskalt zu. In der 16. Minute erzielte der 39 Jahre alte Haudegen Sascha Wörns mit einem strammen 14-Meter-Schuss aus halblinker Position das sehenswerte 1:0. Wenig später traf Patrick Ebel im Stile eines Schlawiners zum 2:0 (24.). Ebel hatte dabei nicht nur Daniel Slawinsky, sondern auch die TSV-Verteidiger Harry Schott und Pascal Hechele düpiert.
"Schade war, dass Tiago Sousa nach 17 Minuten mit einer Schulterverletzung vom Platz musste. Er ist wichtig für die Mannschaft", erklärte Andreas Sitzler und gab zu: "Nach dem 0:3 sind wir auseinander gebrochen." Wie eine Spitzenmannschaft machte der FC Weiler den 14. Saisonsieg perfekt. Aus 19 Metern zog Dominik Ebel zum 3:0 (54.) ab, in der 74. Minute nutzte Boris Mayer eine Flanke Patrick Ebel, um zum 4:0 (73.) einzuköpfen. Für das 5:0 (85.) sorgte dann der dritte Ebel im Team, Marco Ebel.
"Wir haben nicht nur gute Phasen gehabt. Aber wir haben zum richtigen Zeit die Nadelstiche gesetzt und sehr effektiv gespielt", freute sich FCW-Trainer Bernd Weiser. Das Paradies "Kreisklasse A" ist für ihn und das Team nun greifbar nah − während die Steinbruch-Schützen des TSV Ittlingen Sisyphus-Arbeit verrichten müssen. "Dieses Spiel müssen wir erst einmal verdauen", erklärte Andreas Sitzler.
FC Weiler: Schenk − Dokuzkardes (81. Karolus), Sackmann, Korn − Schulz (69. Klinger), Yildirim, Mayer, Hildenbrand − D. Ebel, P. Ebel (76. M. Ebel) − Wörns.
TSV Ittlingen: Slawinsky − Hechele (46. Möbius), Sitzler, P. Oliveira − Schott, Dworschak, Rott, A. Oliveira, Sousa (17. Pereira), Rehse − Bohl.
Tore: 1:0 (16.) Wörns, 2:0 (24.) P. Ebel, 3:0 (54.) D. Ebel, 4:0 (73.) Mayer, 5:0 (85.) M. Ebel.
Schiedsrichter: Faruk Karaman (Heilbronn); Zuschauer: 90.



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