30 Jahre Ballbesitz

Eppinger Pokalhelden trafen sich im Hugo-Koch-Stadion

Von Eric Schmidt

<p>Mannschaftlich geschlossen: Die Pokalhelden des VfB Eppingen stießen 30 Jahre nach ihrem Triumph gegen den HSV wieder an. (Foto: Klaus Krüger)</p>

Mannschaftlich geschlossen: Die Pokalhelden des VfB Eppingen stießen 30 Jahre nach ihrem Triumph gegen den HSV wieder an. (Foto: Klaus Krüger)

 

Den Spielball hat Raimund Lietzau heute noch. Der ehemalige Verteidiger mit dem Spitznamen "Hammer" hat sich die berühmte Fußball-Kugel gleich nach dem 2:1-Triumph gegen den HSV unter den Nagel gerissen. Seitdem liegt der Ball zu Hause im Büro. "Ich kann ihn jeden Tag sehen. Es ist ein schönes Erinnerungsstück", sagt Lietzau, der mittlerweile 55 Jahre alt ist, und freut sich über den längsten Ball-Besitz seiner Karriere.

Es war ein Rückpass in die Vergangenheit: 30 Jahre nach dem "Wunder von Eppingen" trafen sich die "HSV-Killer" und "Kraichgau-Bomber" am Ort ihrer Heldentaten. Und einmal mehr bewiesen sie mannschaftliche Geschlossenheit. Ob Gerd Störzer, der Torschütze, ob Volker Gebhard, der Torwart, ob Arthur Wirth, Klaus Kaltwasser, Rudi Welz, Rainer Götter, Ewald Pahr, Jürgen Schieck oder Erwin Rupp - sie alle folgten der Einladung des VfB. Für den ehemaligen Trainer keine Überraschung: "Diese Truppe war schon damals etwas ganz Besonderes. So eine Mannschaft hatte ich nie mehr. Das Gefüge hat einfach gestimmt", erklärte Harald Meichelbeck. "Wir hatten eine wunderbare Kameradschaft. Das sieht man auch daran, dass wir uns heute noch jedes Jahr im Oktober treffen", bestätigte Gebhard.

Klar, dass auch am Samstag nochmals in den Rückspiegel der Geschichte geschaut wurde; wie Gerd Störzer zwei Tore erzielte und hinterher seinen ZDF-Sportstudio-Auftritt hatte; wie Raimund Lietzau wenige Stunden nach dem Spiel bei einem Theaterabend auf der Bühne stand und die Rolle des Liebhabers ausfüllte; wie Volker Gebhard vor dem Pokalfight gesagt hatte: "Wenn ich fünf Tore bekomme, dann muss ich gut gehalten haben"; wie der HSV nach dem Match fluchtartig Eppingen verließ; und wie das 2:1 auch heute noch als "Mutter aller Pokalsensationen" gilt. Keine Frage: "Wir haben Geschichte geschrieben", meinte Ehrenvorsitzender Hugo Koch am Samstagabend. "Diese Mannschaft war einmalig", bekräftigte Günter Friedrich, der damalige Spielausschussvorsitzende.

Info:

Auch im Fernsehen ist das "Wunder von Eppingen" ein Thema. Heute Abend, von 18.15 bis 18.45 Uhr, geht der SWR in seiner Sendung "Sport am Montag in BW" auf das DFB-Pokal-Spiel vom 26. Oktober 1974 ein. Studiogäste bei Michael Antwerpes sind Torschütze Gerd Störzer und Libero Jürgen Schieck.

<p>Mannschaftlich geschlossen: Die Pokalhelden des VfB Eppingen stießen 30 Jahre nach ihrem Triumph gegen den HSV wieder an. (Foto: Klaus Krüger)</p>

Mannschaftlich geschlossen: Die Pokalhelden des VfB Eppingen stießen 30 Jahre nach ihrem Triumph gegen den HSV wieder an. (Foto: Klaus Krüger)