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Fürfelder Festspiele

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Fussball - Traditionself des VfB Stuttgart gewinnt vor 700 Schaulustigen mit 10:4 gegen das Allstarteam des TSV

Von Eric Schmidt
Gern gesehene Gäste: Die Traditionsmannschaft des VfB Stuttgart sorgt beim Promikick gegen das Allstarteam aus Fürfeld für gute Laune.Fotos: Klaus Krüger
Gern gesehene Gäste: Die Traditionsmannschaft des VfB Stuttgart sorgt beim Promikick gegen das Allstarteam aus Fürfeld für gute Laune.Fotos: Klaus Krüger

Fussball - Bernd Förster hat nichts verlernt. Als die Sicht frei ist und niemand mehr im Weg steht, zieht der ehemalige Fußball-Nationalspieler einfach ab. Wie eine ferngesteuerte Cruisemissile zischt der Ball in Richtung Tor und schlägt mit voller Wucht ein - zum 8:1 für die Traditionself des VfB Stuttgart. Ein Tor geschossen, ein paar Treffer vorbereitet: „Ich denke, heute kann ausnahmsweise sogar mein Bruder nicht über meine Leistung meckern“, sagt der 53-Jährige. Karlheinz Förster, der als Trainer im Seitenaus sitzt, nickt grinsend: „Doch, doch. Ich bin zufrieden.“

Glückwünsche

Angriffslustige Außenseiter: Martin Handel (weißes Trikot) hat im Spiel gegen den VfB Stuttgart die nächste große Chance für das Fürfelder Allstarteam.
Angriffslustige Außenseiter: Martin Handel (weißes Trikot) hat im Spiel gegen den VfB Stuttgart die nächste große Chance für das Fürfelder Allstarteam.
100 Jahre alt ist der TSV Fürfeld geworden, und anlässlich des Jubiläums lässt es sogar die Traditionsmannschaft des VfB Stuttgart krachen. Mit 10:4 (5:1) gewinnt der VfB vor 700 Schaulustigen das große Festspiel gegen ein Fürfelder Allstarteam. Ja, sie machen immer noch ernst, die ehemaligen Profis, ja, sie kommen gerne zu solchen Kicks aufs Land. Guido Buchwald, der Weltmeister von 1990, ist genauso mit von der Partie wie Maurizio Gaudino, Karl Allgöwer, Werner Habiger, Jürgen Hartmann, Andreas Buck, „Buffy“ Ettmayer und Jörg Wolff. Sogar Andreas Burkhardt, der ehemalige Bodyguard von Gerhard Mayer-Vorfelder, schaut in Fürfeld vorbei. Fürfeld, das kennt man beim VfB, auch wegen Klaus Handel, dem langjährigen Ortsvorsteher. „Der Klaus war ein netter Bursch. Leider ist er viel zu früh gestorben“, sagt „Buffy“ Ettmayer.

Klar, sie sind nicht mehr die Jüngsten, die Ex-Profis. Manche haben graue Haare, manche neue Hüftgelenke, doch sportlich alt aussehen, das tun sie nicht. Dribbeln und tricksen können sie noch, und mit der Zeit gehen sie auch. Die Abwehr spielt ganz modern mit Viererkette, hin und wieder kommt das Kommando „Pressing“ von der Trainerbank. „Früher unter Jürgen Sundermann haben wir auch gepresst. Nur hieß es damals anders. ,Vorne draufgehen' haben wir gesagt“, sagt Karlheinz Förster.

Spaß

Gefragter Mann: Buffy Ettmayer (rechts) gibt den Fans Autogramme.
Gefragter Mann: Buffy Ettmayer (rechts) gibt den Fans Autogramme.
Seine Elf hat leichtes Spiel. Nach acht Minuten erzielt Michael Bochtler das 1:0, dann trifft Andreas Buck per Hacke zum 2:0 (21.). Später tragen sich Bernd Förster, Jörg Wolff und Guido Buchwald in die Torschützenliste ein. Doch auch das Fürfelder Allstarteam von Trainer Klaus Zimmermann ist gut in Schuss. Heiko Neuweiler verkürzt auf 1:4, in der zweiten Halbzeit treffen Heiko Mann, Siegfried „Turbo“ Zey und Bastian Handel ins Schwarze. Und wenn der starke Christoph Weber im VfB-Tor nicht gewesen wäre, hätten auch mehr Fürfelder Tore fallen können. „Der Weber hat bestimmt mal höherklassig gespielt“, grinst Rainer Billmann und meint: „Das war eine schöne Sache.“ Das sieht auch Werner Borth, der TSV-Vorsitzende, so. 700 Zuschauer seien Rekordbesuch. „So ein Event gibt Motivation für die nächsten Jahre. Das hat Spaß gemacht.“

Guter Rückhalt: TSV-Torwart Tobias Reischle klärt gegen Andreas Buck.
Guter Rückhalt: TSV-Torwart Tobias Reischle klärt gegen Andreas Buck.
Es ist vor allem „Buffy“ Ettmayer, der für gute Laune sorgt. Der 62-Jährige wechselt sich in der 61. Minute selber ein. „Ich muss mich nicht warmmachen, Trainer. Ich bin heiß“, sagt er, bevor er auf den Platz trottet. Der VfB spielt nun mit zwölf Mann - ein klarer Regelverstoß, der vom Schiedsrichter erst nach drei Minuten bemerkt wird.

Ob das Freundschaftsspiel nun annulliert werden muss? Und ein Wiederholungsspiel angesetzt wird? Der TSV Fürfeld hätte nichts dagegen. „Wir würden uns freuen. Dann aber kriegt der VfB keine Gage mehr“, sagt Werner Borth.

Allstarteam TSV Fürfeld: Tobias Reischle, Erwin Kadlubksi, Oliver Dressler, Tobias Mayer, Uwe Häberer, Heiko Neuweiler, Marcel Mayer, Bernd Laumann, Horst Sterl, Martin Handel, Bastian Handel. In der zweiten Halbzeit werden eingewechselt: Guido Straub, Jürgen Bertlef, Siegfried Zey, Rainer Billmann, Michael Kupitz, Heiko Mann, Michael Weber, Dieter Sandula.

Traditionsmannschaft VfB Stuttgart: Christoph Weber, Jürgen Hartmann (65. Buffy Ettmayer), Roland Mall, Michael Bochtler, Werner Habiger, Bernd Förster, Guido Buchwald, Maurizio Gaudino (46./Günther Fromm), Karl Allgöwer, Andreas Buck (72. Peter Reichert), Jörg Wolff.

Tore: 0:1 (8.) Bochtler, 0:2 (21.) Buck, 0:3 (26.) Buck, 1:3 (32.) Neuweiler, 1:4 (38.) Buchwald, 1:5 (44.) Wolff, 1:6 (50.) Wolff, 1:7 (58.) Buck, 1:8 (68.) Förster, 2:8 (69.) Mann, 2:9 (76.) Wolff, 2:10 (81.) Bochtler, 3:10 (85.) Zey, 4:10 (90.) B. Handel.

Bes. Vork.: Nach der Selbsteinwechslung von Buffy Ettmayer spielt der VfB drei Minuten mit zwölf Mann.

Schiedsrichter: Jürgen Weber (Kirchhausen); Zuschauer: 700.

  
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