Der erste Gradmesser

Fussball - Oft ist die Favoritenrolle ungeliebt. Gerade in Pokalspielen. So nimmt Kurt Sprügel, Abteilungsleiter des Verbandsligisten FSV Hollenbach, die Bürde seines Teams vor der ersten Runde des WFV-Pokals eben so hin.

Von Marc Schmerbeck

Der erste Gradmesser
Mal wieder ein Derby zwischen der TSG Öhringen und der TSG Bretzfeld. Vor zwei Jahren bekämpften sich der Bretzfelder Markus Schilling (rechts) und der Öhringer Goran Dosenovic. Wer behält heute im WFV-Pokal die Oberhand?Foto: Archiv/Schmerbeck

Fussball - Oft ist die Favoritenrolle ungeliebt. Gerade in Pokalspielen. So nimmt Kurt Sprügel, Abteilungsleiter des Verbandsligisten FSV Hollenbach, die Bürde seines Teams vor der ersten Runde des WFV-Pokals eben so hin.

Hollenbach ist Favorit

„Das lässt sich als Verbandsligist nicht vermeiden“, sagt er. Bei der TSG Backnang tritt seine Mannschaft an diesem Samstag um 17 Uhr an. „Seit wir aus der Landesliga raus sind, weiß ich von den Backnangern nicht mehr viel. Da hat sich einiges getan“, sagt Sprügel. Zum Beispiel gab es einen Trainerwechsel. Alfonso Garcia führt bei der TSG jetzt die Regie. Er hatte vergangenen Saison den FSV Bissingen in der Verbandsliga nach vorne geführt. Wenige Spieltage vor Saisonende kam es aber zur Trennung. „Wir müssen nach uns schauen“, sagt Sprügel. „Wir müssen unser Spiel durchziehen. Wir wollen schon gewinnen.“

Dabei haben die Hollenbacher gleich einige Ausfälle zu beklagen. Dominik Streicher, Philip Wolf und Mario Greco sind angeschlagen und werden geschont. Mit Gabor Geller (FC Tatabanya/Ungarn) und Steffen Lauser (AC Horsens/Dänemark) sind zudem zwei Neuzugänge noch nicht spielberechtigt. Sprügel: „Das ist nicht ganz optimal. Aber wir erwarten, dass zu Rundenbeginn alle Mann an Bord sind.“ Intensiv arbeitet der neue Trainer Manfred Stephan mit seinem Team. „Er macht genau das, was wir von ihm erwartet haben“, sagt Sprügel. „Er trainiert viel im taktischen Bereich.“ Jetzt wollen die Hollenbacher ihr erstes Pflichtspiel erfolgreich gestalten. Und gegen einen Landesligisten steht der Verbandsligist dabei ganz klar in der Pflicht.

Derby zum Start

TSG trifft TSG. Oder: Bretzfeld empfängt Öhringen. „Im Pokal gibt es kein Taktieren“, sagt Rainer Trefz, Vorsitzender des Fördervereins der TSG Bretzfeld. „Wir wollen auf jeden Fall gewinnen und noch einige Spiele im Wettbewerb haben.“ Anpfiff ist ebenfalls am Samstag um 17 Uhr. Immer noch ärgert ihn der kurzfristige Abgang von Thomas Binder. Der Abwehrspieler ist nach Künzelsau gewechselt. „Ich bin persönlich enttäuscht, weil er signalisierte, beim Klassenerhalt weiter bei uns zu spielen.“ Die Öhringer bezeichnet Trefz für seine Truppe als „Neuland“. „Die können aus einer großen Masse an Spielern auswählen“, sagt der Bretzfelder Fördervereinsvorsitzende. Das ist bei seiner Mannschaft nicht so. „Unser Problem ist die mangelnde Breite des Kaders“. sagt Trefz. „Aber Trainer Kai Endreß hat eine gute Vorbereitung mit den Jungs gemacht.“ Für den Aufsteiger Öhringen wird es der erste Pflichtspiel-Auftritt in der neuen Rolle werden. Die Mannschaft von Trainer Jochen Sailer kann das Derby gleich als ersten Gradmesser vor der bevorstehenden Runde nutzen. Schließlich haben die Bretzfelder vergangene Saison den Klassenerhalt geschafft. Und genau diesen werden auch die Öhringer in ihrer ersten Saison anstreben. Und im Pokal können nun die ersten Fingerzeige über die wahre Leistungsstärke des Teams gewonnen werden.

Leichtes Spiel für Künzelsau

Gut kennt der FV Künzelsau den VfB Neckarrems. Beinahe zu gut. „Bei denen haben wir deutlich verloren“, sagt der Künzelsauer Vorsitzende Hans-Peter Frank. „Das ist fußballerisch eine richtig gute Mannschaft. Nicht umsonst sind sie aufgestiegen.“ Der Landesliga-Meister ist heute um 17 Uhr beim Beinahe-Absteiger zu Gast. Allerdings nicht im Stadion. Dieses ist gesperrt, da die Tartanbahn erneuert wird. Gespielt wird auf dem neuen Rasenplatz dahinter. „Das ist vorsichtig gesagt, eines unserer leichteren Spiele“, sagt Frank. Seine Mannschaft kann ganz locker in die Partie gehen. Die Künzelsauer haben nichts zu verlieren. Allerdings müssen sie auf die verletzten Thomas Bompis, Sebastian Fuchs und Steffen Kurz verzichten. Thomas Bompis und Dragan Djurdjevic sind zudem im Urlaub. „Deshalb wird es ganz schwer für uns, sagt Frank. „Neckarrems ist ganz klar Favorit.“ Er sehe die Begegnung als Vorbereitungsspiel unter Wettkampfbedingungen.