Die Philosophie von 1899 Hoffenheim

Sinsheim - Heimatliebe – für Dietmar Hopp mehr als ein Wort. Der 68-Jährige steht zu seiner Heimat – ohne Scheu, als Provinzler abgestempelt zu werden. In Heidelberg geboren, in Karlsruhe studiert, in Walldorf einen Weltkonzern aufgebaut. Alle seine Erfolge hat Hopp in der Region gefeiert. Auch die sportlichen. Den vorerst letzten mit 1899 Hoffenheim. Der Aufstieg in die Bundesliga als unvergessliche Erinnerung.

Heute wird die Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim offiziell eröffnet. Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen.

Von Stefanie Wahl
Email
Rhein-Neckar-Arena wird fertiggestellt
Sinsheim -  Heimatliebe – für Dietmar Hopp mehr als ein Wort. Der 68-Jährige steht zu seiner Heimat – ohne Scheu, als Provinzler abgestempelt zu werden. In Heidelberg geboren, in Karlsruhe studiert, in Walldorf einen Weltkonzern aufgebaut. Alle seine Erfolge hat Hopp in der Region gefeiert. Auch die sportlichen. Den vorerst letzten mit 1899 Hoffenheim. Der Aufstieg in die Bundesliga als unvergessliche Erinnerung.

Die Region hat Dietmar Hopp sehr viel gegeben, er gibt ihr mindestens so viel zurück. Ohne Tamtam. Hopp ist kein Dampfplauderer. Er hat dafür gesorgt, dass die neue Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim gebaut – und an diesem Samstag eröffnet wird. Für den Sport hat der sympathisch zurückhaltende Mann Millionenbeträge ausgegeben. Auch für das neue Stadion, das er ein „Schmuckkästchen“ nennt.

Geschenk

Der Geschäftsführer Jochen A. Rotthaus sagt: „Es ist ein Geschenk des Himmels.“ Fußball ist nur bedingt planbar, und doch genießen sie im Verein, dass in kürzester Zeit die Basis geschaffen haben, international zu spielen. Alle wissen: Hopp verliert nicht gerne. Wenn es denn schon sein muss, kartet er nicht nach. Ausflüchte gibt es nicht.

Es wird Fehlerquellen in und um die Arena geben. Das ist kein Desaster, denn es zeigt, dass sie auch in Hoffenheim nicht perfekt sind. Im Team hat sie geschuftet – und versucht, Schnitzer zu vermeiden. Sie haben mit Fachleuten gesprochen, Experten engagiert, den offenen Austausch gesucht und kooperiert, statt vor sich hinzukramen.

Schmaler Grat

Das ist Hoffenheim. In einer Neidgesellschaft zu bestehen, ist nicht immer ein Vergnügen. Wissend, wie schwierig und schmal der Grat zwischen Provinz und Prunk ist. Was zählt, ist, authentisch zu bleiben. Dietmar Hopp gelingt es. Auch die anderen im Club versuchen, diese Philosophie zu leben. Die Verantwortlichen sind darauf bedacht, nicht großkotzig zu wirken. Sie spucken keine großen Töne, sie bevorzugen die leisen. Nur auf dem Rasen sollen die Profis Selbstbewusstsein zeigen – ohne in anderen Bereichen untertänig daher zu kommen.

„Wir glauben für uns, dass wir eines der schönsten Stadien gebaut haben“, sagt Jochen A. Rotthaus. „Die Lage ist schon sehr speziell, diese Sichtbarkeit hat außer der Münchener Allianz-Arena kein Stadion in Deutschland.“ Sie genießen die guten Zeiten. Ahnend, dass auch schlechte Tage kommen können.

Dietmar Hopp hat ihnen die Möglichkeit geboten, unternehmerisch tätig zu werden. Er schenkt Vertrauen. Und er gibt Geld. „Geld schießt keine Tore, aber ohne geht es auch nicht“, hat er gesagt. Und angefügt: „Ich hätte nie in einen etablierten Verein investiert. In ein gemachtes Nest wollte ich mich nie setzen.“ Hopps Zuhause ist nicht der Kosmos. Seine Welt ist der Kraichgau.




Kommentar hinzufügen