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„Footbonaut“ ist Hoffenheims neuste Errungenschaft

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Für die Hoffenheimer Spieler ist sie wie eine Playstation im XXL-Format: Die neue Ballschussanlage "Footbonaut" kann süchtig nach Training machen.

Von unserem Redakteur Eric Schmidt

Der Mann von der „Bild“-Zeitung hat sich dabei verletzt. Als er in einem Selbstversuch den „Footbonauten“ von 1899 Hoffenheim testen wollte, zog er sich einen Sehnenriss zu. Es war menschliches Versagen, keine technische Hinterlist – darauf legt man Wert beim Fußball-Bundesligisten aus dem Kraichgau. „Wir haben keine Höllenmaschine hier. Aber es ist wie bei jedem Training: Man sollte sich vorher aufwärmen“, sagt Rafael Hoffner.

Rafael Hoffner, Koordinator des »Footbonauten«.
Rafael Hoffner, Koordinator des »Footbonauten«.  Foto: Mario Berger

Hoffner ist der Koordinator des „Footbonauten“. Der 28-Jährige aus Sinsheim-Reihen kümmert sich um alles, was mit dem spektakulären Neuzugang zusammenhängt. Und man sieht es ihm an: Er ist stolz auf die drei Millionen teure High-Tech-Anlage, die der Verein sich gegönnt und in den Dietmar-Hopp-Sportpark in Zuzenhausen eingebaut hat.

Hoffenheim, ohnehin anders als andere, ist der Konkurrenz damit technisch überlegen. Bislang hat lediglich Borussia Dortmund eine derartige Ballerhalle, in der die Handlungsschnelligkeit, Schusstechnik und Passgenauigkeit trainiert werden kann. Auch in Katar, dem WM-Gastgeber von 2022, entstehen „Footbonauten“. Der FC Bayern? Der FC Barcelona? Manchester United? Sie sind noch nicht auf den Zug gesprungen.

Dunkel ist es, wie in einem Versuchslabor. Mittendrin: ein von Fangnetzen umgebener Kunstrasen – ein fünf Meter hoher Trainingskäfig. 14 mal 14 Meter groß ist dieser Raum, umgeben von vier offenen Wänden aus 72 Quadraten. In acht dieser 72 Quadrate befinden sich Abschussrampen, über die die Bälle von allen Seiten auf das Feld geschossen werden können. Die restlichen 64 Quadrate dienen als Zielfenster.

In Absprache mit den Trainern legt Hoffner den Schwierigkeitsgrad fest. Es gibt die unterschiedlichsten Levels. Der Ball kann mit zehn Stundenkilometern angerollt kommen, er kann aber auch mit 100 km/h aus den Ballmaschinen abgefeuert werden. Der Ball kann ein Kullerball sein, er kann aber auch zum Aufsetzer werden – mit Effet und Spin. Dies wird immer und immer wieder wiederholt. Der Spieler wird zu ständigen Ballkontakten und zu ständigen Ballabgaben gezwungen.

Ballschussanlage Footbonaut | 26.02.
 Foto: Mario Berger

Rafael Hoffner bekommt die Daten aufs Tablet serviert. Alles wird ausgewertet. Die Trefferquote. Die Reaktionsschnelligkeit. Die Schussgeschwindigkeit. Stärken und Schwächen des Spielers – sie werden schnell ersichtlich. „Wir können hier auch Torwart- und Kopfballtraining machen“, sagt Hoffner. Profitieren von dem „Footbonauten“ sollen alle bei der TSG. Die Kinder der U12 und die Jugendlichen der U16 dürfen die Spielhalle ebenso nutzen wie die Frauen und die Herren Profis.

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