Aus für Heilbronn Open

Heilbronn  Uli Eimüllner hört als Turnierdirektor der Heilbronn Open auf. Es ist nach 30 Jahren das Aus für das Tennis-Challenger-Turnier in Talheim.

Von Lars Müller-Appenzeller

 

Michael Berrer sprach von einer "Hiobsbotschaft für die Region", Bastian Knittel von einem "Genickschlag, einer halben Katastrophe": Uli Eimüllner hat am Dienstag bekannt gegeben, dass die "erfolgreiche Tennisära unter Leitung der Familie Eimüllner" mit der 31. Auflage der Intersport Heilbronn Open vergangenen Januar zu Ende gegangen ist.

Der 64 Jahre alte Lauffener wird nicht mehr als Turnierdirektor beim Challenger in Talheim fungieren: "Wir alle sind ein bisschen älter geworden. Auch die Halle, viele im Helferteam", sagte er im Tenniscenter Talheim, wo im Laufe der Jahre Größen wie Roger Federer, Rafael Nadal und Michael Stich aufschlugen. Eimüllners Bauchgefühl habe gesagt und die in die Organisation eingebundene Familie mit beschlossen, dass es nun gut sei.

Hintertürchen

"Das ist ein sehr trauriger Tag für die ATP. Die Heilbronn Open waren in unserem Kalender für mehr als 25 Jahre eines der herausragenden Turniere", teilte Joanna Langhorne, bei der Spielergewerkschaft für die Challenger-Serie zuständige Direktorin, in einem Brief an Eimüllners mit und fügte an: "Wir würden uns sehr freuen, das Event wieder in den Kalender aufzunehmen, falls jemand an Ihrer Stelle das Turnier durchführen möchte." Theoretisch könnten die Heilbronn Open weitergehen.

Uli Eimüllner habe Gespräche mit potenziellen Nachfolgern geführt. Stets sei die Frage gekommen, wie es finanziell aussehe. "Dann ging"s nicht mehr weiter", sagte Eimüllner, der den Etat für die neuntägige Veranstaltung auf rund 400.000 Euro beziffert.

"Ich wüsste nicht, wie ich das stemmen sollte", sagte Knittel, der das Turnier 2011 gewonnen hatte und sich grundsätzlich vorstellen könnte, solch ein Turnier durchzuführen. Auch Rekordsieger Michael Berrer hatte Interesse signalisiert: "Die Heilbronn Open sind eine Marke." Aber der Stuttgarter ist erst einmal weiterhin Profi, der weiß: "Ich kann Ulis Entscheidung verstehen. Das ist jedes Jahr eine totale Investition an Zeit und Geld."