Stimme+
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Die Quintessenz: Simon Runte gewinnt den Großen Preis

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Überraschung in Leingarten in einem ungewöhnlichen Stechen − Verena Kölz mit Abwurf am eigenen Hindernis

Von unserem Redakteur Lars Müller-Appenzeller
Dynamisch, schnell, fehlerfrei: Simon Runte vom RFV Weilheim/Teck hat mit Quintessenz seinen ersten Sieg in einer schweren Prüfung, einem S-Springen, gewonnen. Er komme schon seit mindestens zehn Jahren nach Leingarten.
Foto: Mario Berger
Dynamisch, schnell, fehlerfrei: Simon Runte vom RFV Weilheim/Teck hat mit Quintessenz seinen ersten Sieg in einer schweren Prüfung, einem S-Springen, gewonnen. Er komme schon seit mindestens zehn Jahren nach Leingarten. Foto: Mario Berger  Foto: Berger, Mario

Von unserem Redakteur Lars Müller-Appenzeller

REITSPORT Das Schöne am Springreiten ist, dass man gleich weiß, was Sache ist. Beim S*-Springen mit Stechen in Leingarten, quasi dem Großen Preis, hat es gestern zehn Minuten länger gedauert, bis klar war, wer die 2000 Euro Ehren- und Geldpreis eingestrichen hat: Heiko Rabenstein (RFV Bad Windsheim) hatte sich mit zwei Pferden für das Stechen qualifiziert, lag mit Atlanta knapp eineinhalb Sekunden hinter der Bestzeit von Simon Runte (RFV Weilheim/Teck), der mit Quintessenz in fehlerfreien 42,48 Sekunden ins Ziel geschossen war. Nun fehlte nur noch Heiko Rabenstein, diesmal auf Con Blanco. Neun Minuten bereitete sich das Paar auf dem Abreiteplatz vor. "Die Spannung stieg von Minute zu Minute", sagte Runte.

Gutes?Team Rund eine Minute später war klar: Con Blanco fehlten 1,02 Sekunden auf Quintessenz − die braune Stute hatte den blonden Reiter zum Sieg getragen. Einem ganz besonderen, wie Simon Runte anmerkte: "Es ist mein erster in einem S-Springen." Dafür hat er sich das richtige Turnier rausgesucht. Denn auf die Anmerkung, dass das Turnier in der Heuchelberg-Gemeinde nun für immer einen besonderen Platz in seinem Herzen und Kopf haben werde, sagte er beschwingt: "Das hatte ich schon − aber es bleibt so." Ein guter Typ. Ein gutes Team.

Seit mindestens zehn Jahren komme Runte zum Reiten nach Leingarten. Diesmal war es anders. Es sei erst das dritte S-Springen, in das er sich mit der erst sieben Jahre alten Quintessenz stürzte. Dass sich nur 17 Paare den Aufgaben der Parcourschefs Helmut Beck (Seckach) und Fritz Deker (Ilsfeld) stellten, sieht der Sieger nicht als Makel. Die Vorstellung vor Hunderten von Zuschauern war souverän. Simon Runte widersprach: "Nein, das bin ich bei dem Tempo noch nicht. Das war unser erstes gemeinsames Stechen. Wir müssen uns noch besser kennenlernen." Vor zwei Monaten kaufte er sich Quintessenz zusammen mit dem Vater seiner Freundin. Es geht alles überraschend schnell. In jeglicher Hinsicht. Runte: "Verena Kölz ist eigentlich extrem schnell. Ich war noch nie schneller als sie."

Doch die Lokalmatadorin erlebte ein ganz besonderes Turnier. Mit Landor gewann die 40-Jährige vom SV Leingarten am Samstag das erste S-Springen des Turniers, was sie am Abend auf einer Hochzeit in Nordheim feierte. In der letzten Prüfung der viertägigen Veranstaltung hatte sie dann gestern drei Eisen im Feuer. Doch mit ihren Routiniers Curt (elf) und Landor (zwölf) kassierte sie Abwürfe, mit Landor "ausgerechnet am eigenen Hindernis" − das hatte sie zum Goldenen Reitabzeichen und ihr Mann Matthias zum 40. Geburtstag bekommen. Es war ausgerechnet der letzte Sprung.

"Heute hat das dritte Pferd den Job gemacht", sagte Verena Kölz nach dem Stechen. Ausgerechnet Quintino (sieben) − das Pferd war zuletzt sechs Wochen verletzt ausgefallen. Am Ende eines anstrengenden Tages wurde es ein fehlerfreier fünfter Platz, knapp hinter Alexandra Heinzmann (SPZ Aach) auf Carissima. Sybille Burtscher, die stellvertretende Abteilungsleiterin des SVL, urteilte: "Das war vier Tage lang guter Sport und zum Abschluss ein spannendes Stechen." Ende gut, alles gut.

Schwere?Stürze Dass das nicht immer so ist, wusste gestern keine besser als Verena Kölz: Vor einer Woche hatte sich ihre Nichte Anna-Lena Kölz beim Turnier in Weinsberg bei einem Sturz die Schulter ausgekugelt und den Oberarm gebrochen. Am Samstag erwischte es Schwager Markus Kölz, der auch schon den Großen Preis von Leingarten gewonnen hat, bei der Qualifikation für die Schleyerhalle in Ichenheim. Es sei auch die Schulter, ihm drohe auch eine Operation. Das Unschöne am Springreiten ist, dass viel passieren kann. Verena Kölz sagt es so. "Wo gehobelt wird, fallen Späne."

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben