Stimme+
Lesersommer
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Bewegung in den Alltag bringen

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Gegen schmerzende Knie oder einen zwickenden Rücken lässt sich etwas tun − Tipps vom Profitrainer

Von Stephan Sonntag
Bernd Fernengel (li.) demonstriert den Teilnehmern, wie sie nach dem Sprung den Oberkörper wieder ins Gleichgewicht bringen.
Foto: Stephan Sonntag
Bernd Fernengel (li.) demonstriert den Teilnehmern, wie sie nach dem Sprung den Oberkörper wieder ins Gleichgewicht bringen. Foto: Stephan Sonntag  Foto: Stephan Sonntag

Bei den beiden Eingangsfragen gehen viele Arme hoch. Probleme mit dem Rücken? Ja! Probleme mit den Knien? Ja! Die Blitzumfrage unter den 13 Teilnehmern bei der Stimme-Lesersommeraktion "Stark durch Bewegung" überrascht Bernd Fernengel nicht. "Alles hängt mit allem zusammen. Wenn es an einer Stelle nicht passt, dann läuft das gesamte System nicht mehr rund", erklärt der Profitrainer und Inhaber der Sweat Factory in Erlenbach.

Die 90-minütige Trainingseinheit im Heilbronner Wertwiesenpark soll dazu dienen, die persönlichen Baustellen festzustellen und mögliche Wege zur Abhilfe aufzuzeigen. Anhand der Ausführung einer einfachen Kniebeuge lassen sich bereits konkrete Rückschlüsse auf mögliche Muskelverkürzungen ziehen. Ausführlich erklärt Fernengel den Stimme-Lesern, die zwischen 13 und 64 Jahren alt sind, wie der Muskel- und Gelenkapparat optimal funktioniert und wo die häufigsten Problemstellen liegen. "Es gibt kein gut oder schlecht. Mir geht es nur darum, den individuellen Ist-Zustand zu erkennen", sagt der langjährige Ausbilder militärischer Spezialeinheiten.

Hauptursache vieler Rücken- und Gelenkbeschwerden ist mangelnde Bewegung. Das weiß auch Anita Frick. "Trotzdem ist es wichtig, immer mal wieder daran erinnert zu werden, damit man es im Alltag auch umsetzt", sagt die Bretzfelderin. Genau aus diesem Grund demonstriert Fernengel eine Handvoll ganz einfacher Übungen, mit denen sich bei regelmäßiger Durchführung die Bewegungsfähigkeit erhalten lässt. "Ich habe fest vor, das Programm umzusetzen", sagt Monika Gnead aus Flein.

Wie wichtig ein ganzheitliches Training ist, veranschaulicht Fernengel an einem aktuellen Beispiel. Der Hamburger Bundesligaspieler Nicolai Müller hatte sich vergangene Woche beim Torjubel einen Kreuzbandriss im Knie zugezogen. "Das Problem besteht darin, dass selbst die Fußballprofis oft zu wenig lateral, also seitwärts arbeiten. Das erhöht die Gefahr solch schwerer Verletzungen."

Von Verletzungen bleiben die Leser am Donnerstagabend zum Glück verschont. Fernengel hatte schließlich bereits eingangs darauf verwiesen, dass alle Teilnehmer die Übungen nur insoweit durchführen sollen, wie es ihnen individuell möglich ist. Beim Auf-einem-Bein-Hüpfen packt dann aber nicht nur die jungen Teilnehmer ein wenig der Ehrgeiz und sie versuchen, möglichst weit zu kommen. "Das haben einige von euch wahrscheinlich das letzte Mal auf dem Schulhof beim Himmel-und-Hölle-Hüpfspiel gemacht", vermutet Fernengel und erntet zustimmendes Gemurmel.

Hüpfen, Springen und besonders Fallen ist für Axel Tochtermann allerdings Alltag. Der Heilbronner ist Kinder-Judotrainer beim FC Kirchhausen. Dem 51-Jährigen ging es bei der Teilnahme am Lesersommer weniger um seinen persönlichen Fitnesszustand, als darum, vielleicht die eine oder andere neue Übung kennenzulernen. "Es ist immer wichtig, sich umzuschauen und neuen Input zu bekommen", sagt Tochtermann. Den hat sicher jeder der 13 Teilnehmer bekommen. Nun gilt es, den inneren Schweinehund zu besiegen, und mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren.

 

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben