Zurück in die Spur
Motocross - Den ersten großen Erfolg hatte das Seitenwagen-Motocross-Team Grund/Weinmann aus Weißbach bei einem Rennen, bei dem es gar nicht dabei war. In einem SWR-Bericht über den Weltmeisterschaftslauf in Reutlingen Ende Mai wurden die beiden auf ihrem Motocross-Gespann gezeigt – obwohl sie nur Zuschauer waren.
Motocross - Den ersten großen Erfolg hatte das Seitenwagen-Motocross-Team Grund/Weinmann aus Weißbach bei einem Rennen, bei dem es gar nicht dabei war. In einem SWR-Bericht über den Weltmeisterschaftslauf in Reutlingen Ende Mai wurden die beiden auf ihrem Motocross-Gespann gezeigt − obwohl sie nur Zuschauer waren.
Bis in die Fernsehnachrichten haben es die Motocrosser Tobias Grund aus Weißbach und Thomas Weinmann aus Crispenhofen also geschafft. Ansonsten läuft die Saison durchwachsen. Technische Probleme werfen das Team immer wieder aus der Bahn. Dazu kommt, dass Fahrer und Beifahrer sich erst aneinander gewöhnen müssen.
Herzblut Die beiden Hohenloher sind ein eher ungewöhnliches Doppel im Seitenwagen-Motocross. Thomas Weinmann ist mit 42 Jahren ein alter Hase im Rennsport, Tobias Grund mit gerade 22 eher noch ein Neuling. 1986 ist Weinmann schon als Beifahrer bei Seitenwagen-Motocross-Rennen dabei gewesen, da war sein heutiger Fahrer Tobias Grund noch gar nicht auf der Welt.
Als Achtjähriger stand Tobias dann an der Strecke und hat angefeuert, als Thomas Weinmann mit seinem Bruder Klaus eine von fünf deutschen Meisterschaften gewann. Einmal reichte es für die Motocross-Brüder aus Crispenhofen zur Vize-Weltmeisterschaft. Den Titel hat Thomas Weinmann später mit einem anderen Fahrer wiederholt und sich dann langsam vom Rennsport verabschiedet.
"Ich habe Herzblut für diesen Sport. Die Wege für andere sind durch uns geebnet", sagt Weinmann. Deshalb hilft er Tobias Grund gerne, auch wenn sein neuer Fahrer 20 Jahre jünger ist als er selbst. "Da denke ich, so langsam reicht es. Aber für Tobias mache ich den großen Aufwand noch mal." Dass Tobias Grund Potenzial hat, konnten Zuschauer schon an Motocross-Strecken in ganz Europa sehen. Der Kfz-Mechatroniker fährt seit 2008 ein Seitenwagen-Gespann mit seinem Beifahrer Raphael Markert.
Nach einer ersten Saison mit vielen Lehrstunden holten die Weißbacher 2009 den deutschen Motocross-Pokal. 2010 hätte es noch besser laufen sollen, sie fuhren erste WM-Läufe. Doch dann kam ein Sturz bei einem Rennen in Rudersberg dazwischen. Tobias Grund verletzte sich schwer. Sein rechtes Knie musste mehrfach operiert werden, die Heilung dauerte über ein Jahr. Während er eine Saison aussetzte, startete Raphael Markert mit einem anderen Fahrer. Das Ziel der beiden Weißbacher war jedoch immer, wieder gemeinsam zu fahren. 2013 könnte es soweit sein.
Bis dahin will Grund Fahrpraxis sammeln. "Wenn man ein Jahr weg war, merkt man, dass man wieder hinten steht. Doch Thomas‘ Erfahrung hilft mir, Sicherheit und Selbstvertrauen zu bekommen." Der Routinier und sein Schützling haben einen Trainingsplan erarbeitet, ihr Fahrzeug vorbereitet, Leistungstests absolviert. Vor allem aber fahren sie viel zusammen.
Übung Dabei trainiert Grund mit Weinmann all das, was er in seiner Verletzungszeit ein wenig verlernt hat: Wann bremst man vor einer Kurve, wann gibt man wieder Gas, wie springt man am besten. "Beim Fahren sagt Thomas mir oft, wo ich attackieren soll oder wie ich fahren kann", sagt Tobias Grund.
Für Thomas Weinmann ist die Aufbausaison eine neue Erfahrung: "Ich bin mit dem Anspruch angetreten, dass ich keine Erfolgserwartungen habe", sagt er. "Bisher ist unsere Priorität, dass Tobias wieder in die Spur kommt und die Distanz wieder drauf hat." Er soll ein ganzes Rennen ohne Probleme fahren können. Eine individuell angepasste Orthese hilft, dass dabei auch das lange verletzte Knie geschützt ist.
"Schneller als am Anfang des Jahres sind wir schon", sagt Tobias Grund. Jetzt wünscht er sich mehr Kontinuität und weniger technische Probleme, damit er sich voll aufs Fahren konzentrieren kann. Im kommenden Jahr möchte er wieder gemeinsam mit seinem eigentlichen Beifahrer Raphael Markert angreifen. "Ich hätte kein Problem damit, wieder von außen zuzusehen. Ich hatte meine Erfolge", sagt Thomas Weinmann. Die nächsten Siege wünscht er seinen Schützlingen.
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